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„Gewoben in Gottes Geschichte“

Evangelische Frauen in Württemberg feiern 100. Geburtstag

Von Tauberfranken über den Schwarzwald und die Schwäbische Alb bis zum Bodensee soll dieses Jahr ein dezentraler Frauengarten auf ein Jubiläum hinweisen: Vor 100 Jahren wurde die Saat für die heutigen „Evangelischen Frauen in Württemberg (EFW)“ gelegt. Im Jubiläumsjahr verschenken sie unter dem Titel „gewoben in Gottes Geschichte“ Samentütchen, die in Gärten, Balkonkästen und Pflanzkübeln ausgesät werden sollen. Zusammen mit bunten Wimpeln soll sich dann vom Frühjahr bis zum Frost ein Band bunter Blütentupfen unter dem eigenen Motto „Zwischen Himmel und Erde - EFW treibt Blüten“ durchs Land ziehen, wünschen sich die Organisatorinnen.

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© EFW

Die Aktion knüpfe an viele Bilder und Geschichten der Bibel vom Säen, Blühen und Ernten an. In den biblischen Bildern gehe es oft um Gerechtigkeit, die gesät wird. Das sei eine Parallele zur Arbeit der EFW, sie haben sich „an unterschiedlichsten Stellen für ein gutes und gerechtes Leben aller Menschen, für ein Mehr an Gerechtigkeit eingesetzt“. Spiritualität und aktives Handeln sind untrennbar verbunden.

1919 wurde in Württemberg eine Frauenabteilung im Evangelischen Volksbund gegründet. 1923 schloss sie sich dem damals neu entstandenen Bund Evangelischer Frauen an. Die Namen wechselten im Lauf der Jahrzehnte. „Beibehalten wurde aber die Ausrichtung der Arbeit auf diakonische, politische und spirituelle Initiativen“, betonen die Frauen.

Die heutigen EFW sind 2006 entstanden aus einer Fusion von Frauenarbeit und Frauenwerk der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Unter dem Dach sind auch die Arbeitsbereiche Müttergenesung, Dorfhelferinnenwerk, Landfrauen und die Kontaktstelle für verbands- und gemeindebezogene Arbeit. „Alle haben zum Ziel, Frauen zu fördern in Theologie, Spiritualität, in der Familie und anderen Lebensformen“, heißt es auf der Jubiläumshomepage.

Unzählige Arbeitsbereiche, Vereine und Projekte keimten dazu im Bereich der Frauenarbeit. So entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg Anlaufstellen für Hausmädchen, dann Erholungshäuser für Frauen und auch ein neuer Ausbildungsberuf, die „Dorfhelferin“. 

Es gibt Angebote zur Bildung und Begegnung für alleinlebende Frauen im Beruf und im Ruhestand. Veranstaltet werden Wochenendseminare und Treffpunkte für Alleinerziehende, Gottesdienste für Menschen, die in Trennung leben, oder auch Tagungen, bei denen spezielle Fragen von Adoptivfamilien im Mittelpunkt stehen. Ehrenamtliche Leiterinnen von Mutter-Kind-Gruppen werden ausgebildet und es gibt Tipps für die Gestaltung von Kleinkindgottesdiensten.

Für Frauen im ländlichen Raum gibt es Bildungs- und Erholungstage. Das Dorfhelferinnenwerk unterstützt Familien, in denen ein Elternteil durch Krankheit ausfällt. In den Kirchengemeinden und Kirchenbezirken gibt es Frauengruppen und Frauenkreise, die teilweise international vernetzt sind, unter anderem beim Weltgebetstag der Frauen. Auch Frauenfrühstücke - eine Kombination aus Themenreferat, Gespräch und gemeinsamem Frühstück mit oft mehreren hundert Teilnehmerinnen - veranstalten die Frauen.

Während beim Weltgebetstag die Solidarität mit Frauen in anderen Ländern im Mittelpunkt steht, gibt es auch interne Solidaritätsaktionen. Das jährliche Projekt EFW-Solidaritäts-Euro oder der Fonds "Frauen für Frauen" helfen Frauen in schwieriger finanzieller Situation. Darüber, was im Jubiläumsjahr Frauen in der württembergischen Landeskirche bewegt, schreiben Aktive auch in einem Blog, der jüngst gestartet ist.

Die erste - dezentrale - gemeinsame Großveranstaltung im Jubiläumsjahr der EFW wird der Ökumenische Weltgebetstag am 8. März sein. Es folgen in den Regionen Jubiläums-Frauenmahle, ein Ökumenischer Frauenkreuzweg am Karfreitag in Stuttgart, Frauentage, Netzwerktage, Gottesdienste, spirituelle Wanderungen und am 20. Juli das Jubiläumsfest im Stuttgarter Hospitalhof. 

Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd)