Populismus und Extremismus

Wie damit umgehen, wenn politischer Populismus oder gar Extremismus in der eigenen (Kirchen-)Gemeinde erstarken? Was sind kirchliche Argumente für eine plurale Demokratie? Welche Rolle kann der Kirche zukommen, um Hass, Antisemitismus oder Rassismus in der Gesellschaft entgegenzuwirken? Der Refernt für die Themen Populismus und Extremismus bei der landeskirchlichen Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen geht solchen Fragen nach, informiert, berät und vermittelt.

Die gesellschaftlichen Spannungen sind aktuell groß: Die Sprache verroht, demokratische Prinzipien werden in Frage gestellt, Hass auf Minderheiten grassiert, antisemitische und rassistische Vorurteile sind zunehmend in allen Bereichen von Gesellschaft zu beobachten. Dies ist auch eine kirchliche Herausforderung, denn immer wieder finden sich solche Vorurteile auch im Raum der Kirche, teilweise werden diese theologisch begründet. Der Referent für die Themen Populismus und Extremismus an der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen ist Ansprechpartner, wenn in kirchlichen Kreisen entsprechende Fragen und Konflikte aufkommen. Die Stelle ist zunächst für zwei Jahre eingerichtet und an die landeskirchliche Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen angegliedert. 

Einerseits geht es um präventive Bildungsarbeit: Durch Vorträge und Seminare können entsprechende Themen im öffentlichen Kontext behandelt werden. Ein biblischer und theologischer Fokus steht dabei im Mittelpunkt: Was sagt die Bibel und welche Rolle kann der Kirche zukommen, um Hass, Antisemitismus oder Rassismus in der Gesellschaft entgegenzuwirken? Die biblische Botschaft widerspricht deutlich dem Hass auf andere Menschen. Daher verlangt Nächstenliebe Klarheit. 

Andererseits hat die Stelle eine Beratungsfunktion: Wie kann man beispielsweise damit umgehen, wenn in der Jugendgruppe antisemitische Verschwörungserzählungen kreisen? Wie ins Gespräch kommen mit einer Kirchengemeinderätin, die Corona-Maßnahmen nicht umsetzen will und in der Gemeinde für Anti-Corona-Demos wirbt? Die Sehnsucht nach einfachen Antworten auf schwierige Fragen ist verständlich. Sind diese vermeintlich einfachen Antworten einmal gefunden, wird ein konstruktives Gespräch mit anderen Positionen oft schwierig, gerade wenn man sich gut kennt. Da kann es sehr hilfreich sein, wenn ein Experte und Berater von außen das Gespräch auf eine sachliche Ebene bringt. 

Der Referent für die Themen Populismus und Extremismus an der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen versteht sich einerseits als Ansprechperson für innerkirchliche Beratungen zur Auseinandersetzung mit Populismus und Extremismus. Andererseits kann er zu Vorträgen, Fortbildungen oder Workshops in der Bildungsarbeit für folgende Themenfelder angefragt werden:

  • Populismus und Extremismus
  • Antijudaismus und Antisemitismus
  • Rassismus
  • Verschwörungsmythen  

Seit 1. September 2020 ist Hans-Ulrich Probst Referent für die Themen Populismus und Extremismus bei der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen. 1988 in Bad Mergentheim geboren, studierte er evangelische Theologie und Judaistik in Berlin, Tübingen und Jerusalem. Nach Abschluss seiner beiden Studienfächer beschäftigte er sich in einer Dissertation mit dem Thema Fußballfankultur im Bereich der empirischen Religionsforschung. Während seines Freiwilligendienstes mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste arbeitete er für ein Jahr in Belarus.

Hans-Ulrich Probst ist Mitglied der 16. Landessynode der evangelischen Kirche in Württemberg und lebt mit seiner Familie mit zwei Kindern in Tübingen.


Termine

30.09.2020, 19:30 Uhr, Weikersheim

Corona und das Virus der Verschwörungsmythen

08.10.2020, 19:00 Uhr, Balingen

Black lives matter!

12.10.2020, Schuldekanat Balingen

Fortbildung zum Thema Verschwörungsmythen

22.10.2020, 19:30 Uhr, Tübingen

Veranstaltung mit Arnd Henze, ehemaliger Fernsehkorrespondent im ARD-Hauptstadtstudio mit Schwerpunkt Außenpolitik

11.11.2020, 19:00 Uhr, Martinskirche Tübingen

Veranstaltung zum Thema Verschwörungsmythen