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„Frieden suchen“

Eine Andacht zu Neujahr

„Suche Frieden und jage ihm nach“. So heißt die Jahreslosung für dieses Jahr, das biblische Motto, das die Kirchen sich jedes Jahr geben. Pfarrer Markus Eckert begibt sich in seiner Andacht zum Neujahr auf die Suche nach der Antwort auf die Frage: Wie will ich eigentlich leben?

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„Suche Frieden und jage ihm nach!“ Dieser kurze Spruch kommt aus einem Gebet, in dem sich der Beter fragt: Wie will ich eigentlich leben? Am Jahresanfang poppt diese Frage ja immer auf. Im Kleinen wird daraus die Frage nach dem guten Vorsatz. Aber man kann es ja auch mal grundsätzlicher angehen. 

Es gibt meterweise Bücher zum Thema Lebensführung. Es wird empfohlen, möglichst simpel zu leben oder wahlweise nach Bären-, Erdmännchen- oder Pinguinart seine Probleme anzugehen. All diese Lebensberatungsbücher brechen die große Frage nach dem guten Leben auf ein Prinzip oder meinetwegen auf eine Tierart herunter. Beim Bären liegt in der Ruhe die Kraft und der Pinguin lebt nur gut in seinem Element. Also ist es schlau, in aller Ruhe zu leben oder für sein Leben das richtige Element zu suchen.

Die Jahreslosung 2019 schlägt auch ein Lebensprinzip vor – ganz ohne Tiermetapher. Es heißt: „Frieden suchen“! Wie gemacht für das Jahr 2019, finde ich. Denn es gibt weiter fast 20 andauernde Kriege und bewaffnete Konflikte in der Welt. Und auch wenn es keinen Krieg in Europa gibt: besonders friedlich geht es hier auch nicht zu. Nicht auf den Straßen, nicht in den Kommentarspalten der Medien und sozialen Netzwerke. Da sind viele auf Krawall gebürstet.

Dabei glaube ich, dass man die anstehenden Probleme friedlich besser bewältigen kann. Denn die besten Lösungen für Probleme fallen mir ein, wenn ich nicht unter Druck stehe. Wenn ich in Ruhe nachdenken kann, am besten noch mit anderen zusammen.

Frieden als Lebensprinzip: Das könnte helfen, Probleme nicht nur irgendwie, sondern richtig gut zu lösen. Das wär doch was für 2019! 

Dieser Beitrag lief ursprünglich auf SWR3 „Gedanken“