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„Durchbrecht die Gewaltspirale!“

Weihnachtspredigt von Landesbischof July in der Stuttgarter Stiftskirche

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Seit 1. September 2005 ist Frank Otfried July Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. © EMH/Gottfried Stoppel

Der württembergische evangelische Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July hat dazu aufgefordert, alle Alternativen zum militärischen Vorgehen in Syrien zu prüfen. „Durchbrecht die Gewaltspirale!“, so July in seiner Predigt am 1. Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember, in der Stuttgarter Stiftskirche. Es gelte, Terror und Gewalt einzudämmen, ohne der Kriegslogik zu folgen.

Gleichzeitig sprach sich der Landesbischof dafür aus, alles Menschenmögliche für Flüchtlinge zu tun. „Die Weltgemeinschaft hat die vielen Menschen in den Lagern im Nahen Osten lange vergessen und wundert sich jetzt, dass diese Menschen sich auf den Weg zu uns machen.“ Es sei ernst zu nehmen, wenn Haupt- und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit das Gefühl hätten, an ihre Grenzen zu stoßen und auch andere Überforderung fürchteten. „Aber wir dürfen nicht kapitulieren. Weihnachten zeigt: Gottes Liebe ist unermesslich. Die Skala der Nächstenliebe ist nach oben offen.“

Der menschenliebende, freundliche Gott stützt und stärkt, schenkt Trost und Orientierung, sagte der Landesbischof weiter in seiner Auslegung des Predigttexts aus dem 3. Kapitel des Titusbriefs. Und: Die Bibel spricht davon, dass Gottes Freundlichkeit und Menschenliebe durch Jesus in die Welt kommt. „Dadurch wird diese Freundlichkeit und Liebe Teil unserer Welt und auch unserer Geschichte“, so July. „Gott tut Gutes an uns, damit wir aus diesem Guten leben können und Gutes tun können.“ In diesem Sinne sollten Christen auch „Gutmenschen“ sein.