Geistliches zur Corona-Pandemie

Bischofsworte, Predigten, Andachten

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July (Archivfoto).Liz Totzauer/elk-wue.de

Stuttgart. Die Entwicklung der Corona-Pandemie ist auch in Württemberg äußerst dynamisch. Neben praktischen Tipps und Hinweisen zum Schutz gegen die neuartige Lungenkrankheit bietet die Evangelische Landeskirche in Württemberg auf dieser Sonderseite eine Sammlung von geistlichen Beiträgen und Vorschlägen zur aktuellen Situation. 

Botschaften des Landesbischofs in der Corona-Krise

Liebe Schwestern und Brüder,

seien Sie herzlich gegrüßt in diesen so ungewöhnlichen Tagen.

Die Zahlen der mit dem Coronavirus Infizierten steigen. Die Belastung für die Krankenhäuser nimmt weiter zu.  

Worauf es jetzt ankommt: Herz, Verstand und Abstand.

Sie helfen, die Corona-Infektionen einzudämmen und medizinische Mittel für angemessene Versorgung schwer kranker Menschen zu erhalten. Darum bedarf es der genauen Beachtung der angeordneten Maßnahmen. Wir als christliche Kirche folgen aus Herzens- und Verstandesgründen diesen Verhaltensregeln: aus Nächstenliebe. Es kommt auf jeden und jede von uns an! 

Zugleich spüren wir es persönlich und in unseren Kirchengemeinden, wie schwer es fällt, in dieser Krisenzeit keine öffentlichen Gottesdienste und Andachten in unseren Kirchen feiern zu können. Gerade jetzt fragen viele nach Trost und Begleitung, nach Aussprache und Gebet, nach Durchbrechung innerer und äußerer Einsamkeit – nach Nähe! 

Viele Pfarrerinnen und Pfarrer bieten über digitale Kommunikationswege ihre Begleitung und Präsenz an, sind ansprechbar. Aber auch Menschen, die diese Formen weniger gewohnt sind, müssen und sollen erreicht werden. Telefon- und Briefseelsorge in der eigenen Kirchengemeinde sind gute Möglichkeiten. 

Ihre Kirche, Ihre Gemeinde, die Pfarrerinnen und Pfarrer, Diakoninnen und Diakone und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lassen Sie nicht allein. 

Wir bleiben verbunden.

Wir sind für Sie da. 

Mich hat in diesen Tagen auch die Nachdenklichkeit des Bundestrainers Joachim Löw berührt. Er fragt: Was ist jetzt wirklich wichtig?, und spricht von kollektivem Burnout. Das Tempo, das wir vorgegeben hätten, sei zu hoch gewesen – wir hätten immer gedacht, alles zu wissen und vieles Macht, Gier, Profit und Rekorden untergeordnet. Dabei müssen wir auf die wichtigen Dinge schauen – darauf, was im Leben wirklich zählt.

Wir als Kirche und mit unserer Diakonie wollen unseren Beitrag leisten, die gegenwärtige Situation zu bewältigen. Dazu gehört die Anerkennung und der Dank an die, die jetzt unermüdlich tätig sind. Ich danke den Ärztinnen und Ärzten, Pflegerinnen und Pflegern in den Krankenhäusern, dem Pflegepersonal in den Pflegeheimen und den Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, den mobilen Diensten, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Arbeit mit Wohnungslosen und Geflüchteten. Ich denke in besonderer Weise an unsere Mitarbeitenden in der Diakonie in Württemberg. 

Als Christinnen und Christen wissen wir in diesen Tagen, dass wir auf Gottes Geleit vertrauen können. Wir wissen um die Hoffnung, die für uns in wenigen Wochen an Ostern wieder in besonderer Weise erfahrbar wird. Wir wissen um die Begrenztheit von uns Menschen, aber auch um die großen Gottesgaben: um Glaube, Hoffnung und Liebe! Und wir bedienen uns des Verstandes, der uns lehrt, in diesen Tagen Verantwortung zu übernehmen.  

Herz, Verstand und Abstand. Und zugleich: Nähe des Zuspruchs der Gnade und der Verlässlichkeit Gottes. 

Ich grüße Sie herzlich mit einem Vers aus unserem Evangelischen Gesangbuch:

„Führe mich, o Herr,
und leite meinen Gang nach deinem Wort,
sei und bleibe Du auch heute
mein Beschützer und mein Hort.
Nirgends als bei Dir allein
kann ich recht bewahret sein.”

EG 445,5

Gott behüte Sie!   

Ihr
Landesbischof
Dr. h. c. Frank Otfried July

 


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    • Botschaft des Landesbischofs zur Corona-Pandemie
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      20.03.2020

„Meine Augen sehen stets auf den Herrn…“ (Psalm 25,15)

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Pfarrerinnen und Pfarrer, liebe Mitarbeitende in den Gemeinden!

Der vergangene Sonntag war ein ungewöhnlicher Tag für unsere Landeskirche und für unser ganzes Land. Wohl zum ersten Mal in unserer persönlichen Lebenserfahrung wurden landeskirchenweit nahezu alle Gottesdienste abgesagt oder in anderer Form gefeiert: mit kurzen Gebeten im Freien vor der Kirchentür oder mit meterlangem Abstand in den Bänken, mit gedruckten Predigten daheim oder als Hausgottesdienste im kleinen Kreis der Hausgemeinschaft oder Familie, über die Medien oder über verschiedenste digitale Kanäle.

Viele Menschen waren berührt, zum Teil vielleicht auch erschrocken angesichts dieser uns bisher fremden Situation – auch mir ging es nahe, dass sich Gemeinden nicht wie sonst im Kirchen- oder Andachtsraum miteinander versammelten, auf Gottes Wort hören, gemeinsam beten oder das Heilige Abendmahl feiern konnten.

Und doch habe ich eine große Bereitwilligkeit wahrgenommen, diese Maßnahmen zu unterstützen. Pfarrerinnen und Pfarrer gestalteten kurzfristig ihre Gottesdienste um, stellten Predigten zur Verfügung, waren erreichbar für seelsorgliche Gespräche, boten in Kürze ganz neue Angebote und Formate an. Gottesdienstbesucherinnen und Gemeindemitglieder zeigten Verständnis, beteten miteinander in anderer Form – und stellten eigene Bedürfnisse zurück. Dafür möchte ich Ihnen allen von Herzen danken!

Der Name des vergangenen Sonntags Okuli – „Augen“ – weist auf eine doppelte Blickrichtung. In Psalm 25,15 heißt es:
„Meine Augen sehen stets auf den Herrn…“

Der Sonntag Okuli ruft uns mitten in der Passionszeit zur Nachfolge Christi auf. Dabei lösen wir den Blick von uns selbst und den eigenen Ängsten und sehen auf Gott. Wir fragen, wohin uns der Weg der Liebe führt. Und erkennen: Christus, dem wir folgen, hat den Schwachen gedient. Auf ihnen liegt in diesen Tagen unser Augenmerk: Wenn wir auf eigene Vorteile verzichten, um andere zu schützen. Wenn wir an Ältere und Kranke denken, für sie beten und ihnen unsere Hilfe anbieten, damit sie diese Zeit möglichst unbeschadet und ohne Angst überstehen.

Doch „Okuli“, die Augen, tauchen auch im Wochenpsalm, in Psalm 34,16 auf: „Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Schreien.“ Das ist Trost für all diejenigen, die sich nun für andere einsetzen – in Medizin und Pflege, in Nachbarschaftshilfe und anderer Form. Trost auch für jeden Einzelnen von uns: Auch wenn wir heute nur wenige Menschen zu sehen bekommen und uns selbst vielleicht einsam und verlassen fühlen – aus Gottes Blickfeld sind wir nicht geraten. Gott sieht uns, wo immer wir sind. Das schenke Ihnen Halt und Zuversicht – auch in den kommenden Wochen,
wenn Gottesdienste (nunmehr durch staatliches Verbot) nicht mehr stattfinden können. Über alle erdenklichen Kanäle - per Brief, Telefon, Fernsehen und Internet sowie social media – sind wir als Kirche mit unseren Gemeinden verbunden.

Gott befohlen!

Ihr
Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July

P.S.: Ich bitte Sie – da sich die Situation täglich verändert – regelmäßig auf der Homepage der Landeskirche die wichtigen Informationen einzusehen. Dort finden Sie zudem eine Fülle von Ideen und Vorschlägen, um in der jetzigen Situation als Kirche präsent und erkennbar zu sein.

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried JulyGottfried Stoppel/elk-wue.de

Liebe Gemeinde!

In den Tagen, in denen sich der Coronavirus weiter ausbreitet, hören wir viele Botschaften und Appelle. Worte, die uns zum Handeln auffordern, aber auch unsere Haltung prägen.

Welches Wort kann uns als Christinnen und Christen heute Orientierung geben? Mir steht eine Botschaft des Propheten Jeremia als Leitwort vor Augen: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie!" (Jeremia 29,7). Das heißt: Als Glaubende sind wir in diesen Tagen nicht gleichgültig angesichts dieser Bedrohung. Auch und gerade heute bejahen wir unsere Verantwortung vor Gott und den Menschen! Für diese Haltung gibt es mutmachende Beispiele. Menschen übernehmen in diesen Tagen für andere Verantwortung und schauen nicht nur auf sich selbst.

Als Gemeinschaft in der Landeskirche wollen wir uns dem anschließen: Wir wollen gemeinsam „der Stadt Bestes suchen“. Von Gottes Zusage getragen, reagieren Christinnen und Christen auf die Herausforderungen ihrer Zeit nicht in ängstlicher Hysterie, vielmehr durch ein besonnenes und beherztes Handeln zugunsten des Wohls aller unserer Nächsten. In Verantwortung füreinander tragen wir das Unsere dazu bei, dass die Ausbreitung des Virus verlangsamt wird. So können insbesondere Ältere und Schwächere vor Ansteckung geschützt und Betroffene auch weiterhin medizinisch versorgt werden.

„Betet für sie“: Wozu wir als Christinnen und Christen jetzt besonders gerufen sind, ist das Gebet: für erkrankte Menschen und ihre Angehörigen, für Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte, deren Kraft Grenzen hat, für alle, die sich sorgen. Die folgenden Fürbitten stammen aus der Gemeinschaft der lutherischen Kirchen. Wir beten sie im Blick auf Menschen in aller Welt. Beides gehört zusammen: gut überlegte Maßnahmen in Antwort auf die aktuelle Situation und das Gebet. „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie.“

In diesem Geiste: Gott befohlen!

Ihr
Landesbischof
Dr. h. c. Frank Otfried July


    • Corona: Wort des Landesbischofs an die Gemeinden
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      13.03.2020


Gottesdienste


Predigten

Die Stuttgarter Prälatin Gabriele Arnold.privat

Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder!

Bleib‘ gesund ist der moderne Gruß dieser Tage. Ja, das wünschen und hoffen wir füreinander und auch natürlich für uns selber, gesund zu bleiben. Trotzdem sage ich lieber „bleib‘ behütet“, denn egal, ob wir erkranken oder gesund bleiben, ob wir in Quarantäne müssen oder weiterhin halbwegs normal leben, ist es doch wichtig, behütet zu bleiben. Von Gott behütet, der Leib und Seele bewahrt.

Lobe den Herrn meine Seele … (Psalm 103) Diesen Psalm beten wir nach jedem Abendmahl, und auch wenn wir zur Zeit kein Abendmahl miteinander feiern, ja selbst wenn wir keinen Gottesdienst miteinander feiern dürfen, bleibt dieser Psalm so etwas wie ein geistlicher Wegbegleiter in diesen Tagen. Worte sind natürlich nicht Brot und Wein, aber Worte, auch geschriebene und gelesene Worte können uns stärken und kräftigen, uns ermutigen und uns miteinander und mit Gott verbinden.

„Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat“. Vielleicht ist dies dran in diesen Tagen. Trotz aller Problemlagen, trotz ständig neuer Nachrichten, trotz ständig neuer Empfehlungen, ja trotz der schweren Herzens gefassten Empfehlung, bis auf weiteres auch keine öffentlichen Gottesdienst zu feiern, zunächst einmal dabei zu bleiben, daran zu denken, was Gott uns nicht alles Gutes tut.

Wir erleben ja gerade eine große Erschütterung. Viele Normalitäten werden plötzlich in Frage gestellt, und doch: Wie gut geht es uns in all diesem. Unser Gesundheitssystem funktioniert, wir haben sauberes Wasser, und wir haben alle genug zum Essen.

Corona – so heißt das Wort, das uns alle so belastet und schreckt. Corona – das ist der lateinische Name für eine Krone. Offenbar sieht das Virus unter dem Mikroskop aus wie eine Krone und hat deshalb diesen Namen.

Wie gut, dass es noch andere Kronen gibt als die von diesem Krankheitserreger, der nun in aller Munde ist.

„Lobe den Herrn meine Seele… Der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.“ Gott schickt uns nicht einen Virus, so wie ich es auch schon in den letzten Tagen gelesen habe. Wer so etwas sagt, verspottet Gott. Gott schickt uns keine Krankheit, um uns zu bestrafen oder zur Besinnung zu bringen. Wer Corona zur Strafe erklärt, zieht sich aus der Verantwortung, anständig mit der Situation umzugehen, weil er die Zusammenhänge leugnet, die es ja durchaus gibt.

Wir müssen kritisch über die Globalisierung reden, über den Umgang mit Minderheiten und die Pressefreiheit in China, über das kaputt gesparte Gesundheitssystem überall. Aber Gott hat damit nichts zu tun.  Gott tut uns Gutes und krönt uns nicht mit einem Virus, sondern mit Gnade und Barmherzigkeit. Und trotzdem spüren wir in diesen Tagen die Bedrohung. Vielleicht fürchten wir uns selbst ja gar nicht, aber viele fürchten sich und viele sind sehr besorgt und verunsichert. Und zur Umsicht gehört es leider auch, dass wir alle unsere sozialen Kontakte so weit wie möglich herunterfahren, um die Ausbreitung des Virus‘ zu verlangsamen. Die Furcht vor Krankheit und Ansteckung ist nicht neu. Zu allen Zeiten haben Menschen sich zurecht gefürchtet, auch vor Krankheit und raschem Tod. Wir lesen in Psalm 91, wie Menschen vor uns mit dieser Furcht umgegangen sind:

Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest. Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor dem Pfeil, der des Tages fliegt, vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.

Ja, zu allen Zeiten haben Menschen auf Gott vertraut, darauf, dass er uns mit Gnade und Barmherzigkeit krönt, gerade wenn es zum Fürchten war.

Auch Jesus nimmt unsere Angst und Sorge ernst. Er sagt im Johannes-Evangelium: „In der Welt habt ihr Angst. Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16,33)

„In der Welt habt ihr Angst.“

Ja, stimmt. Und es stimmt nicht nur in Corona-Zeiten. Es gibt ja wirklich auch vieles andere, was uns Angst machen kann.

Mir macht es Angst, wenn Rechtsextremismus und Fremdenhass zunehmen. Mir macht es Angst, wenn wir nur an uns denken und vor lauter Corona die Menschen im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Griechenland vergessen. Mir macht es Angst, wenn keine Bienen mehr fliegen und die Klimakatastrophe scheinbar unabwendbar ist, weil wir nicht bereit sind, drastische Maßnahmen zu ergreifen.

Mir macht es Angst, wenn in Krankenhäusern Desinfektionsmittel und Mundschutzmasken gestohlen werden und wenn Menschen Lebensmittel horten, als würden Sie monatelang nicht mehr einkaufen könnten. Dann frage ich mich: Wo bleibt denn die Krone von Gnade und Barmherzigkeit? Sind wir wirklich gekrönte Menschen oder stimmt es, dass wir eigentlich egoistische Schweine sind? Oder wie es schon die alten Römer sagten: Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf?

„In der Welt habt ihr Angst.“

Ja mit Recht, denn das Leben ist gefährdet und gefährlich. Aber das Schlimme ist ja dabei auch, dass es nicht irgendwer ist, der uns Angst macht oder irgendetwas oder immer nur die anderen es sind, die uns Angst machen. Sondern wir selbst sind es ja auch.  Wir sind ja nicht nur Opfer, sondern immer auch Täter.

„In der Welt habt Ihr Angst“.

Angst, vor den anderen. Angst vor Euch selbst. Angst vor der Seuche, die am Mittag schleicht. „Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“. Das ist ein großer befreiender Satz. Ein großes Aufatmen, dass sich durch das ganze Neue Testament zieht. Die Welt überwunden. Das bedeutet nicht:  Jetzt ist denen, die an Christus glauben, alles egal, lass doch die Welt untergehen. Nein – Christus und den Christen ist die Welt nicht egal. Aber der Gedanke, dass Christus die Welt überwunden hat, ist ein furchtaustreiberischer Satz. Diese Welt mit allen ihren Ängsten und Schrecken, und ich in all meiner Angst und in meiner Verzagtheit und meiner Schuld bin nicht das Letzte und Wichtigste und Größte.

Christus hat dem Tod die Macht genommen, und auch wenn wir in Ängsten leben, ja selbst wenn wir zu Wölfen werden, gilt: Christus sitzt im Regimente, und er hält diese Welt und er vergibt uns unsere Schuld und er hält Leben für uns bereit hier und heute – aber auch dann, wenn wir unser Leben aushauchen.

„Mein bist Du spricht der Tod und will Groß Meister sein. Mir aber hat der Herr versprochen – Du bist mein.“ So hat es der Pfarrer und Dichter Albrecht Goes einmal formuliert. Ja, wir erwarten mehr als das Leben im Hier und Heute. Wir erwarten das Leben nach diesem Leben in der Gemeinschaft mit Gott. Wir leben von dieser Hoffnung und mit dieser Hoffnung, und wir gestalten unser Leben von dieser Hoffnung her. Wir leben von dem großen JA Gottes, der uns krönt mit Gnade und Barmherzigkeit, mit Liebe und Vergebung und mit dem Leben.

Merkwürdig, wie die Jahreslosung, mit der viele von uns ja sehr bewusst leben, zu der Situation dieser Tage passt: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben.“ Ja, so können wir in diesen Tagen nur immer wieder beten und uns dann überlegen, was dieser Glaube, dieses Vertrauen für Konsequenzen für unseren Alltag hat.

Sich riesige Vorräte anlegen mit Nudeln, Konserven, Toilettenpapier und Mundschutz – das ist doch eigentlich kleingläubig.

Da ist wenig Vertrauen da. Da meint ein jeder, er oder sie müsste jetzt erst mal nach sich selbst schauen.

Aber wir werden vielleicht gerade in diesen Tagen wieder lernen, einander zu vertrauen und füreinander Sorge zu tragen.

Nicht blind vertrauen, sondern sehend vertrauen. Und wir werden vielleicht wieder lernen, füreinander zu sorgen.

Wir Christen müssten ja eigentlich Experten sein im Vertrauen. Denn Glauben heißt vertrauen.

Wenn in diesen Tagen Schulen, Kindergärten, Kinos Theater, Fitnessstudios und Bäder geschlossen werden, dann sollten wir vielleicht Vertrauen trainieren:

Beim Händewaschen ein Vater Unser beten (das sind 30 Sekunden, und das reicht, um richtig gewaschen zu haben)

Die Jahreslosung als Mantra mit ins Bett nehmen.

Sich auf Luthers Morgen- und Abendsegen besinnen (er steht im Evangelischen Gesangbuch auf Seite 1202 bzw. 1218).

Den Psalm 103 immer wieder meditieren: Lobe den Herrn meine Seele.

Eine offene Kirche besuchen und innehalten,

und sich Christus öffnen, der uns sagt: Seid getrost, ich habe die Welt überwunden, oder auch ganz schlicht: Fürchte Dich nicht.

Amen

 

Hinweis: Die Predigt war für den Sonntagsgottesdienst am 15. März in der Stiftskirche Stuttgart vorgesehen, der aufgrund der aktuellen Corona-Situation jedoch ausfällt.


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    • Prälatin Gabriele Arnold: Predigt für Sonntag Okuli, 15. März 2020
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      14.03.2020


Aktuelle Vorschläge für die Gemeinden

Morgens (etwa um 7 Uhr), mittags (meist um 12 Uhr) und abends rufen die Glocken in der Landeskirche zum Gebet. Wir sind verbunden mit den Brüdern und Schwestern in der Gemeinde, auch wenn wir uns nicht persönlich treffen können. Die Verbundenheit im Gebet und die Gemeinschaft reicht aber weit über unseren Ort hinaus, in die Landeskirche, die EKD und die weltweite Kirche Christi, die sich zu den Tagzeiten im Gebet vereint. Nach dem Abendgebet sind Sie eingeladen, auf dem Balkon „Der Mond ist aufgegangen“ zu singen oder mit Musikinstrumenten zu spielen.

Möglichkeiten:

Einfach: Die Gemeinden empfehlen den Gemeindegliedern, beim Gebetsläuten eine brennende Kerze ins Fenster zu stellen und ein Vater Unser zu beten.

„All Morgen ist ganz frisch und neu“ (EG 440, 1-4, verfügbar auch in der Cantico-App). Symbolbild.Pexels

Oder mit einer kleinen Liturgie für die Familie und Hausgemeinschaft:

Morgens Lied: „All Morgen ist ganz frisch und neu“ (EG 440, 1-4, verfügbar auch in der Cantico-App), Lesen der Tageslosung, im Gesangbuch finden sich unter Nr. 804 Gebete zu den Wochentagen und Luthers Morgensegen.

Mittags Friedensgebet der Kirche: Lied Verleih uns Frieden gnädiglich (EG 421,1), Lesung nach EG 780, 4, Friedensgebet des Franziskus: EG 416, Segenswort.

Balkonsingen mit Kerze (Symbolfoto).Stephen Murphy/Pixabay

Abends Balkonsingen mit Kerze, Luthers Abendsegen

Hier finden Sie das Tagzeitengebet, das im Einkehrhaus unserer Landeskirche, dem Stift Urach, gefeiert wird.

Außerdem rufen die Evangelischen Landeskirchen in Württemberg und Baden sowie die Diözese Rottenburg-Stuttgart ihre Kirchengemeinden auf, abends um 19.30 Uhr mit Glockengeläut ihre Mitglieder zum Gebet einzuladen. „Wir denken an die kranken Menschen und alle, die im medizinisch-pflegerischen Bereich, im öffentlichen Dienst, in den Familien und Nachbarschaften für Unterstützung und Hilfe sorgen“, sagte der württembergische Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July.


Gebete/Texte

Pfarrerin Stefanie Heimannprivat

Ein Gebet im Futur II der Hoffnung

GESTERN KONNTE ICH NOCH JUBELN, HERR:

     Du bist der Gott meiner Stärke!

HEUTE FRAGE ICH:

     Warum hast du mich verstoßen?

     Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?

FÜR MORGEN BITTE ICH:

     Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten…

UND FÜR JEDEN TAG, DER KOMMT,

     dass sie mich bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,

     dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,

     und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

IST ES DENN MÖGLICH, DASS ICH HEUTE NOCH FRAGE:

     Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?

UND MIR GLEICHZEITIG SELBST SAGE:

     Harre auf Gott;

UND HOFFE:

     Ich werde ihm noch danken

NÄMLICH DANN, WENN ICH ERKANNT HABEN WERDE,

     dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott gewesen ist...?

WER, WENN NICHT DU, HERR? WER, WENN NICHT DU.

Pfarrerin Stefanie Heimann
Theologische Assistentin
des Landesbischofs

Pfarrerin Stefanie Heimannelk-wue.de

MEINE AUGEN

sind noch groß vor Schreck – wie konnte sich unsere Welt so schnell verändern?
starren auf den Bildschirm, morgensmittagsabends – wie viele werden schwer erkranken?
sehen in die Zukunft voll Sorge – wer hilft uns?
schauen auf meine Liebsten – wann sehe ich sie wieder?
haben schon lang kein Gesicht mehr gesehen – wer sieht mich?

SEHEN

und handeln, das bin ich gewohnt – doch jetzt bin ich hilflos
und planen will ich, aber ich blicke nicht über den Tag hinaus
will ich heute und meine Augen nicht verschließen
und verstehen möchte ich dich, Herr
und begreifen will ich: Was willst du, dass ich tue?

STETS

hab ich vertraut
hab ich gehofft
hab ich doch auch gebeten: Ich glaube, hilf meinem Unglauben

AUF DEN HERRN

verwiesen ist mein sterblicher Leib, mein zerknirschter Geist
werfe ich mich heute mit Leib und Seele
warte ich mit Sehnsucht
lade ich unsere Ängste und Sorgen, die Not der Kranken, die Erschöpfung der Pflegenden
hin lebe ich, berge mich in ihm

SEHEN STETS MEINE AUGEN

Pfarrerin Stefanie Heimann
Theologische Assistentin
des Landesbischofs

Pfarrerin Stefanie Heimannprivat

Wie lieb sind mir deine Wohnungen, Herr Zebaoth!

      Schmerzlich wird mir bewusst, wie sehr ich sie vermisse: Orte zum Singen und Orte zum Beten.

Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn;

       nach der Gemeinschaft der Familie Gottes, die um dein Wort versammelt ist,

mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott,

       auch wenn wir Brot und Wein, die uns sonst stärken, nicht teilen können.

Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen –

       auch mein Haus gibt mir Schutz, doch wird es mir mehr und mehr zum Käfig.

deine Altäre, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott

       sind nicht aus Holz und Stein. Darum:

Wohl denen, die in deinem Hause wohnen,

       ein Haus, dessen Dach weit ist wie der Himmel, dessen Herr du bist und bleibst,

die loben dich immerdar –

       immerdar, Herr? Kann ich dich heute loben?

Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten,

       denn Deine Kraft brauchen wir,

und von Herzen dir nachwandeln –

       denn wohin sonst sollen wir gehen?

Wenn sie durchs dürre Tal ziehen

       (noch nie haben wir eine Wüstenzeit erlebt wie diese!),

wird es ihnen zum Quellgrund –

       ach, mögen die Notleidenden überall satt werden und Wasser schöpfen! –

und Frühregen hüllt es in Segen,

       mögest du unsere Herzen jeden Morgen sanft berühren,

       uns täglich beschenken mit dem Geist deiner Hoffnung!

Sie gehen von einer Kraft zur andern –

       Herr, denke an Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger, sie brauchen dich Tag für Tag! –

und schauen den wahren Gott in Zion –

       Herr, lasse dein Angesicht leuchten über denen, die darniederliegen, allein und verletzlich.

Herr, Gott Zebaoth, höre mein Gebet,

       ich bete es nicht allein,

vernimm es, Gott Jakobs,

       und sprich du uns an in der Sprachlosigkeit unseres Herzens.

Gott, unser Schild, schaue doch,

       und lass uns etwas von Deinem Schutz und Segen sehen,

sieh doch an das Antlitz deines Gesalbten,

       schau mir ins Gesicht, das heute niemand ansieht.

Denn ein Tag in deinen Vorhöfen,

       ein Tag, den ich mit Dank an dich vollende,

ist besser als sonst tausend,

       die achtlos zwischen den Händen zerrinnen. 

Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause, als wohnen in der Gottlosen Hütten,

       will lieber vor Dir in der Einsamkeit sitzen und zu dir rufen.  

Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild;

       selbst dort, wo Tageslicht nicht scheint, in dunkler Wohnung,

der Herr gibt Gnade und Ehre,

       der Herr schenkt mir Trost und richtet mich auf.

Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen,

       denen, die sich nach Deiner Nähe sehnen, entziehst du dich nicht.

Herr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!

       Wohl uns Menschen, die du nicht verlassen wirst.

Psalm 84,2-13

Pfarrerin Stefanie Heimann
Theologische Assistentin
des Landesbischofs


Andachten

(L: Liturg, A: Alle, E1-E4 Einzelne)

Der Vorschlag folgt weitgehend der Struktur des sonntäglichen Predigtgottesdienstes. Sie ist als Ganzes komponiert, dennoch können einzelne Teile ausgetauscht oder gelöscht werden. Das gemeinsame Gebet ist bewusst etwas breiter gefasst als das im Sonntagsgottesdienst der Fall ist, es kann auch ­ – vor allem das Fürbittgebet – durch eine Gebetsgemeinschaft ersetzt werden.

Wenn in dieser Form gebetet werden soll, sollten entweder genügend Exemplare für die Hand der Teilnehmenden bereit liegen oder – wo die technische Möglichkeit besteht – eine Wandprojektion gemacht werden. Selbstverständlich kann man die Zahl der Lesenden auch anders aufteilen.

Statt einer Lesepredigt teilen die Anwesenden ihre Gedanken miteinander nach einer Variante des bekannten „Bibel-Teilens“. Selbstverständlich ist es auch möglich, dass ein Einzelner oder mehrere eigenständig Zeugnis ablegen.

Die Lieder können selbstredend gegen andere ersetzt werden, es wurde darauf geachtet, möglichst bekannte Lieder vorzuschlagen. Auch ein dünner oder vielleicht nicht ganz tonsicherer Gesang vereint uns mit den himmlischen Chören – es ist aber auch nicht schlimm, wenn einmal nicht gesungen werden kann. Wo das technisch geht, kann man auch die Liedtitel einfach in Youtube eingeben und dann eine entsprechende Fassung verwenden, noch nicht alle Lieder sind in der Cantico-App.

Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen sind selbstverständlich auch bei diesem Gottesdienst zu beachten (möglichst großer Sitzabstand, kein Segenskreis mit Händefassen …)

Der Oberkirchenrat wünscht allen Feiernden die Erfahrung der Anwesenheit unseres Gottes, der uns geleitet in guten und schweren Tagen und ganz bestimmt stärker ist als alle Mächte und Viren dieser Welt.

 

 

L: Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
A: Amen.
L: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn.
A: Der Himmel und Erde gemacht hat.

(Entzünden einer Kerze)

Begrüßung

 L: Liebe Schwestern und Brüder, heute ist der fünfte Sonntag der Passionszeit, der Sonntag Judika. Judika heißt auf Deutsch „Schaffe mir Recht, Gott“. An Jesu Schicksal wird deutlich, dass Menschenwürde immer in Gefahr ist, dass Leid, Schuld und Tod in der Welt eine grausame Wirklichkeit sind. Aber Gott ist ein Gott, der Gerechtigkeit will, den Unterdrückten und Leidenden zur Seite steht. Deshalb ist er in Jesus zu uns gekommen und hat durch seinen Tod alle Schuld und alles Leid, ja, den Tod selbst besiegt.

 So grüße ich Sie / Euch mit dem Wochenspruch für den heutigen Tag: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“

Lied: EG 361,1.2.4.6: Befiehl du deine Wege (Cantico-App)

https://www.youtube.com/watch?v=TXMZVpwiLaw


Psalm 43 / EG 724 (auf das Ehr sei dem Vater wird auf dem Höhepunkt der Passionszeit verzichtet)

Eingangsgebet: (nach reformiert-info.de)

E 1: Gnädiger und gerechter Gott,
das Leiden deines Sohnes
führt uns vor Augen,
wozu Menschen fähig sind,
wenn sie hassen,
wenn sie Angst haben, zu kurz zu kommen,
oder sich unkritisch treiben lassen
von gewissenlosen Stimmungsmachern.
 

E 2: Wie in einem Spiegel
erkennen wir dabei auch eigene Abgründe:
Feigheit, wenn wir gefordert sind,
mutig zu reden und zu handeln,
Abgestumpftheit gegen fremdes Elend,
und manchmal auch
bewusste Gemeinheit und Schadenfreude.


E 3: Es beschämt uns,
wenn wir uns eingestehen müssen,
dass wir nicht so sind,
wie wir gern wären
oder wie wir vorgeben zu sein.


E 4: Vor dir, Gott,
ist unser Innerstes nicht verborgen.
Aber das Kreuz deines Sohnes
erinnert uns auch daran:
Deine Liebe ist stärker
als das Böse in uns
und in unserer ganzen Welt.


A: Deine Liebe behält das letzte Wort
und schafft neue Anfänge.
Gnädiger und gerechter Gott,
erneuere auch uns. 

 

Stilles Gebet

L: Wir beten weiter in der Stille, miteinander und füreinander.

(Gebetsstille)

L: Herr, du hörst unser Gebet, darum kommen wir zu dir.


Lied: EG 97: Holz auf Jesu Schulter

www.youtube.com/watch

oder EG 172: Sende dein Licht und deine Wahrheit

 

Predigttext: Hebr 13,12-14
(Der Predigttext wird nach der Methode: „Bibel Teilen“ in sieben Schritten gemeinsam erschlossen)
 

Bibel Teilen in sieben Schritten:

Wir öffnen uns für Gott in Gebet und Lied:
Herr, du unser Gott, öffne unsere Herzen und unseren Sinn für dein Wort. Wir wollen hören, rede du. Was du uns sagen willst, das lass uns aufmerksam wahrnehmen. In all unserer Sorge, tröste uns. Gib uns ein festes Herz, das uns gewiss macht in der Hoffnung auf dich. Gib uns ein waches Auge, dass wir nicht nur geistlich aufschauen und vor allem nicht zurückschauen, sondern den Nächsten und seine Not sehen. Und gib uns eine sichere Hand, dass wir in den kommenden Tagen das rechte Tun, besonnen und mit Augenmaß. Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, unseren Herrn. Eine/r liest den Predigttext
„Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Verweilen und Vertiefen
Der Text wird erneut – langsam – gelesen. Jeder und jede wird eingeladen, mitzulesen und an den Stellen, die ihm besonders naheliegen, besonders zu betonen. In einer dritten Lesung gelingt es oft, einen emotionalen Klangteppich zu weben, bei dem die Gefühle (Ablehnung, Zweifel, Angst, Freude …) wie in einer Symphonie zusammenklingen. Schweigen (ca. 3-5 Minuten)
Die Teilnehmenden besinnen sich, jeder und jede für sich, was der Text jede/m einzelnen sagen will. Sie lassen sich darauf ein, dass nicht alles unmittelbar einsichtig ist. Sie suchen nach Anknüpfungspunkten in ihrem Leben und besinnen sich darauf, was sich in der kommenden Woche von diesem Text her in ihrem Alltag nahelegt. Mitteilen
Wer mag, kann den anderen die eigenen Gedanken mitteilen. Wichtig ist, dass es in dieser Phase nicht um Diskussion geht, sondern darum, zu hören, was der Text bei den Schwestern und Brüdern ausgelöst hat. Deshalb wird hier nicht kommentiert. Austauschen

Wir suchen im Gespräch nach der Bedeutung des Textes. Meist ergibt sich aus der Mitteilungsphase ein Gespräch und Themen von allein. Wenn nicht, könnten Leitfragen hilfreich sein:

  • „Draußen vor dem Tor / vor der Tür“ … woran denken wir bei dieser Redensart
  • Ist nur der Tod Jesu gemeint und seine „Schande“, die er auf sich nimmt, oder hat das Wort auch einen Bezug auf die ausgegrenzten Menschen heute?
  • Was meint der Text, wenn er uns auffordert, „hinauszugehen“? Was kann das bedeuten, wo wir doch „zu Hause bleiben“ sollen?
  • Wie stellen wir uns die „zukünftige Stadt“ vor?
  • Ist der Verweis auf die „zukünftige Stadt“ nicht eine billige Vertröstung, fast schon zynisch angesichts des Leids in der Welt? 
  • „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16,33)

 

Lied: z.B. EG 95,1-4 Seht hin, er ist allein im Garten 

www.youtube.com/watch

oder EG 592: Licht, das in die Welt gekommen

 

Fürbittengebet (nach velkd.de) :
E1: Ratlos sind wir, Gott,
und bringen unsere Ratlosigkeit vor dich.


E2: In Sorge um unsere Angehörigen sind wir,
und wir bringen unsere Sorge vor dich.


E3: Bedrückt sind wir,
und wir bringen unsere Angst vor dich.


A: Dankbar sind wir für alle Menschen,
die uns Mut machen,
und wir bringen unseren Dank für sie vor dich.


E 1: Mitten hinein in unsere Angst
schenkst du uns das Leben.


E 2: Du schenkst uns
Musik, Gemeinschaft und
die Fürsorge unserer Freunde und Nachbarn.


E3: Du schenkst uns
Inspiration,
Freundlichkeit
und Mut.


A: Du schenkst uns
den Glauben, die Liebe und die Hoffnung.
Dir vertrauen wir uns an – heute und morgen und an jedem neuen Tag.
Amen.


L: Vater unser 


Segen

L:: Der Herr segne uns und behüte uns // der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig. // Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns, und schenke uns Frieden.
A: Amen.

Kirchenrat Dr. Frank Zeeb

Andacht in der Petruskirche Gerlingen mit Pfarrer Dr. Martin Weeber


Vorschlag des OKR für häusliche Andachten

Von Kirchenrat Dr. Frank Zeeb

(L: Liturg, A: Alle, E1-E4 Einzelne)

Der Vorschlag folgt weitgehend der Struktur des sonntäglichen Predigtgottesdienstes. Die Andacht ist als Ganzes komponiert, dennoch können einzelne Teile ausgetauscht oder gelöscht werden. Das gemeinsame Gebet ist bewusst etwas breiter gefasst als das im Sonntagsgottesdienst der Fall ist, es kann auch ­ – vor allem das Fürbittgebet – durch eine Gebetsgemeinschaft ersetzt werden.

Wenn das Eingangsgebet in dieser Form gebetet werden soll, sollten entweder genügend Exemplare für die Hand der Teilnehmenden bereit liegen oder – wo die technische Möglichkeit besteht – eine Wandprojektion gemacht werden.

Statt einer Lesepredigt teilen die Anwesenden ihre Gedanken miteinander nach einer Variante des bekannten „Bibel-Teilens“, das vielfach in Haus- und Bibelkreisen eine vertraute Weise ist, sich einem Bibeltext persönlich zu nähern. Selbstverständlich ist es auch möglich, dass ein Einzelner oder mehrere eigenständig Zeugnis ablegen.

Die Lieder können gegen andere ersetzt werden, es wurde darauf geachtet, möglichst bekannte Lieder vorzuschlagen. Auch ein dünner oder vielleicht nicht ganz tonsicherer Gesang vereint uns mit den himmlischen Chören – es ist aber auch nicht schlimm, wenn einmal nicht gesungen werden kann.

Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen sind selbstverständlich auch bei diesem Gottesdienst zu beachten (möglichst großer Sitzabstand, kein Segenskreis mit Händefassen …)

Der Oberkirchenrat wünscht allen Feiernden die Erfahrung der Anwesenheit unseres Gottes, der uns geleitet in guten und schweren Tagen und ganz bestimmt stärker ist als alle Mächte und Viren dieser Welt.

L: Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
A: Amen.
L: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn.
A: Der Himmel und Erde gemacht hat.

(Entzünden einer Kerze)

Begrüßung

 L: Liebe Schwestern und Brüder, heute ist der vierte Sonntag der Passionszeit, der Sonntag Lätare. Lätare heißt auf Deutsch „Freuet euch“. Gemeint ist, dass wir mitten in der Passionszeit den Blick aufheben, um uns darüber zu freuen, dass Gott durch das Dunkel des Todes hindurch Licht bringen will und wird. In vielen Kirchen wird das sinnfällig dadurch, dass statt des getragenen Violett die Sinnfarbe dieser Woche das hellere Rosa ist. Diese Gedanken wollen uns sagen: Gott hat seinen Plan mit der Welt, er weiß, was er tut, auch wenn wir manchmal an dem verzweifeln, was uns und aller Welt widerfährt.

 So grüße ich Sie / Euch mit dem Wochenspruch für den heutigen Tag: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“

(Als Zeichenhandlung kann man in ein Töpfchen Samen säen, die uns dann die ganze Woche an den Wochenspruch erinnern, gut eignen sich Kresse oder Sonnenblumen, die binnen weniger Tage aufgehen)

Lied: EG 322,1-6: Nun danket all und bringet Ehr
Psalm 84 / EG 734 (auf das Ehr sei dem Vater wird in der Passionszeit in vielen Kirchen der
Ökumene verzichtet)

Eingangsgebet: (nach VELKD.de)

A: Jesu Christus, unser Herr, wir singen dir Lob.

E: Wir singen dir –

Allein und mit schwacher Stimme

aber wir sind nicht allein.

Wir sind getrennt von unseren Freundinnen und Freunden,

verzichten auf soziale Kontakte.

A: Aber wir singen nicht allein. Du bist bei uns.

 

A: Jesus Christus, unser Arzt, wir rufen zu dir.

E: Wir rufen zu dir --

in Sorge um die Kranken -

aber sie sind nicht allein.

Wir rufen zu dir mit bangem Herz,

in Trauer um geliebte Menschen.

A: Aber wir rufen nicht allein. Du bist bei uns.

 

A: Jesus Christus, unsere Freude, wir hoffen auf dich.

E: Wir hoffen unter deinem Geleit

und bitten um Schutz und Schirm für alle

die pflegen, forschen, retten.

Wir bitten um Frieden in unserem Land, bei den Nachbarn, in Syrien und an der griechischen Grenze.

A: Aber wir hoffen nicht allein. Du bist bei uns.

 

A: Jesus Christus, unser Tröster, wir singen, wir rufen, wir hoffen.

Alleine und gemeinsam loben, beten, glauben wir.

Dir vertrauen wir uns an,

heute, morgen und jeden neuen Tag.

Amen.

 

Stilles Gebet

L: Wir beten weiter in der Stille, miteinander und füreinander.

(Gebetsstille)

L: Herr, du hörst unser Gebet, darum kommen wir zu dir.


Lied: EG 98: Korn, das in die Erde

Predigttext: Jes 66,16-10
(Der Predigttext wird nach der Methode: „Bibel Teilen“ in sieben Schritten gemeinsam erschlossen)
 

Bibel Teilen in sieben Schritten:

Wir öffnen uns für Gott in Gebet und Lied:
Herr, du unser Gott, öffne unsere Herzen und unseren Sinn für dein Wort. Wir wollen hören, rede du. Was du uns sagen willst, das lass uns aufmerksam wahrnehmen. In all unserer Sorge, tröste uns. Gib uns ein festes Herz, das uns gewiss macht in der Hoffnung auf dich. Gib uns ein waches Auge, dass wir nicht nur geistlich aufschauen und vor allem nicht zurückschauen, sondern den Nächsten und seine Not sehen. Und gib uns eine sichere Hand, dass wir in den kommenden Tagen das rechte Tun, besonnen und mit Augenmaß. Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, unseren Herrn. Eine/r liest den Predigttext
„Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust. Denn so spricht der Herr: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. Ihr werdet's sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des Herrn an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.““ Verweilen und Vertiefen
Der Text wird erneut – langsam – gelesen. Jeder und jede wird eingeladen, mitzulesen und an den Stellen, die ihm besonders naheliegen, besonders zu betonen. In einer dritten Lesung gelingt es oft, einen emotionalen Klangteppich zu weben, bei dem die Gefühle (Ablehnung, Zweifel, Angst, Freude …) wie in einer Symphonie zusammenklingen. Schweigen (ca. 3-5 Minuten)
Die Teilnehmenden besinnen sich, jeder und jede für sich, was der Text jede/m einzelnen sagen will. Sie lassen sich darauf ein, dass nicht alles unmittelbar einsichtig ist. Sie suchen nach Anknüpfungspunkten in ihrem Leben und besinnen sich darauf, was sich in der kommenden Woche von diesem Text her in ihrem Alltag nahelegt. Mitteilen
Wer mag, kann den anderen die eigenen Gedanken mitteilen. Manchen Gruppen hilft es, mit einer Murmel oder einem Stein zu arbeiten: Wer den Stein hat, hat das Wort. Wer fertig ist, legt ihn wieder in die Mitte. Wer reden mag, nimmt den Stein. Wichtig ist, dass es in dieser Phase nicht um Diskussion geht, sondern darum, zu hören, was der Text bei den Schwestern und Brüdern ausgelöst hat. Deshalb wird hier nicht kommentiert. Austauschen

Wir suchen im Gespräch nach der Bedeutung des Textes. Meist ergibt sich aus der Mitteilungsphase ein Gespräch und Themen von allein. Wenn nicht, könnten Leitfragen – und Texte hilfreich sein:
 

– Was empfinde ich bei dem Satzteil„wie einen seinen Mutter tröstet“?
– Wie kann ich meine Mitmenschen so trösten, wo werde ich getröstet?
– Muss der Satz mit dem Zorn und den Feinden am Schluss wirklich sein? Was will Gott uns damit sagen?
– Heinrich Böll schreibt an einer Stelle (in ganz anderem Zusammenhang): „

Ich bin nicht dein Jerusalem, dachte sie, nein, ich bin es nicht, und doch ist dein Blick, wie der Blick der Pilger sein muß, wenn sie die Türme ihrer heiligen Stadt sehen.“

Was ist für mich „Jerusalem“? Was war es für die Gläubigen im Alten Testament? Was heißt eigentlich „Pilgern“?
– Was will Gott uns in Zeiten der Epidemie mit dieser Verheißung seines Reiches sagen? Helfen uns die Naturbilder?

Lied: z.B. EG 503,12-15 oder EG 408 (Meinem Gott gehört die Welt) oder EG 398 (In dir ist Freude)

Fürbittengebet (nach evangelisches-brevier.de) :
L: Jesus Christus, du rufst uns zu dir. Aus dir können wir alles empfangen. Du bist unsere

Hoffnung. Du bist voller Gnade und Wahrheit für alle, die sich nach dir ausstrecken.

Dich rufen wir an.

A: Kyrie eleison.

Christus Jesus, du bist unser Leben. Du warst gehorsam bis in den Tod. Du bist die

Quelle geworden von allem Trost. Du bist für uns Weg und Wahrheit und Leben. Und

Auferstehung ist ganz in dir. Du bist unsere Versöhnung und unser Friede. Dich rufen

wir an.

A: Kyrie eleison.

L: Jesus Christus: Mühselig mit unseren Last und beladen von Schuld kommen wir zu dir.

Du bist das Heil derer, die auf dich warten. Du bleibst die Hoffnung aller, die in dir

sterben. Du bringt Erfüllung für jede und jeden, die es mit dir wagen. Dich rufen wir

an.

A: Kyrie eleison.

L: Wir bitten dich: Schaffe dir durch die Macht deiner Gnade ein hörendes Volk, das

deine Botschaft gern aufnimmt, das immer wieder umkehrt zu dir und Früchte des

Geistes zu bringen vermag. Dich rufen wir an.

A: Kyrie eleison.

L: Stehe allen bei, die sich in Gefahr befinden, die bedrängt sind oder Not leiden. Umsorge

die Kranken. Gewähre deinen Schutz den Schwachen, den Einsamen und Verl -

assenen. Schau auf jene, die keine Helfer haben. Dich rufen wir an und beten gemeinsam:


L: Vater unser


Segen

L:: Der Herr segne uns und behüte uns // der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig. // Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns, und schenke uns Frieden.
A: Amen.

Kirchenrat Dr. Frank Zeebprivat

Vorschlag des OKR für häusliche Andachten

Auf die Empfehlung der Landeskirche hin sollen in den Gemeinden keine Gottesdienste stattfinden, um der Ausbreitung des neuartigen Virus zu wehren. Mancherorts werden sich kleine Gruppen zusammenfinden, die auf eine gemeinsame gottesdienstliche Andacht nicht verzichten möchten und „hier und dort in den Häusern“ zusammenkommen, um sich unter den Predigttext des Sonntags zu stellen. 

(L: Liturg, A: Alle, E1-E4 Einzelne)

Der Vorschlag folgt weitgehend der Struktur des sonntäglichen Predigtgottesdienstes. Sie ist als Ganzes komponiert, dennoch können einzelne Teile ausgetauscht oder gelöscht werden. Das gemeinsame Gebet ist bewusst etwas breiter gefasst als das im Sonntagsgottesdienst der Fall ist, es kann auch ­ vor allem das Fürbittgebet – durch eine Gebetsgemeinschaft ersetzt werden.

Wenn das Eingangsgebet in dieser Form gebetet werden soll, sollten entweder genügend Exemplare für die Hand der Teilnehmenden bereit liegen oder – wo die technische Möglichkeit besteht – eine Wandprojektion gemacht werden.

Statt einer Lesepredigt teilen die Anwesenden ihre Gedanken miteinander nach einer Variante des bekannten „Bibel-Teilens“, das vielfach in Haus- und Bibelkreisen eine vertraute Weise ist, sich einem Bibeltext persönlich zu nähern. Selbstverständlich ist es auch möglich, dass ein Einzelner oder mehrere eigenständig Zeugnis ablegen.

Die Lieder können selbstredend gegen andere ersetzt werden, es wurde darauf geachtet, möglichst bekannte Lieder vorzuschlagen. Auch ein dünner oder vielleicht nicht ganz tonsicherer Gesang vereint uns mit den himmlischen Chören – es ist aber auch nicht schlimm, wenn einmal nicht gesungen werden kann.

Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen sind selbstverständlich auch bei dieser Andacht zu beachten (möglichst großer Sitzabstand, kein Segenskreis mit Händefassen)

Der Oberkirchenrat wünscht allen Betenden und Feiernden die Erfahrung der Anwesenheit unseres Gottes, der uns geleitet in guten und schweren Tagen und ganz bestimmt stärker ist als alle Mächte und Viren dieser Welt.

Kirchenrat Dr. Frank Zeeb

Liturgie

L: Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
A: Amen.
L: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn.
A: Der Himmel und Erde gemacht hat.
L: Liebe Schwestern und Brüder, heute ist der dritte Sonntag der Passionszeit, der Sonntag Okuli.

Das heißt auf Deutsch: Meine Augen sehen auf den Herrn. Wir sind heute an einem besonderen Ort beieinander, um Gottesdienst zu feiern. Nicht wie sonst in der Kirche, sondern … Das tun wir im Aufsehen auf Gott und sein Wort, das uns mahnt, das Beste der Stadt zu suchen. Und in diesen Zeiten ist es das Beste für unsere Stadt und unser Land, nicht in großen Gruppen und der gottesdienstliche Gemeinde zusammenzukommen, denn dadurch könnte großer Schaden entstehen. So grüße ich Sie / Euch mit dem Wochenspruch für den heutigen Tag: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes." Wir sind gewiss, dass Gottes Reich mitten unter uns ist, wenn wir miteinander in seinem Namen zusammenkommen.

Lied: EG 432: Gott gab uns Atem, damit wir leben.
Psalm 34 / EG 718 (auf das Ehr sei dem Vater wird in der Passionszeit in vielen Kirchen der
Ökumene verzichtet)
Eingangsgebet: (nach VELKD.de)
E1: Du Gott des Lebens, Jesus Christus,
du rufst uns und wir wollen dir nachfolgen.
A: Du rufst uns, aber wir sind unsicher.
Du rufst uns, aber wir fürchten uns.
E2: Ungewissheit und Angst erfüllen unsere Gedanken.
A: Wir sind in Sorge.
E3: Wir sorgen uns um unsere Lieben.
A: Wir vertrauen sie deiner Fürsorge an.
Behüte und bewahre sie.
E4: Wir vertrauen uns deiner Fürsorge an.
Behüte uns und bewahre uns.
Kyrie eleison – Herr, erbarme dich
E1: Krankheit bedroht die Schwachen.
A: Wir sind hilflos.
E2: Wir wissen, dass wir sie nicht schützen können.
E3: Wir vertrauen die Kranken deiner Fürsorge an.
Behüte und bewahre sie.
E4: Wir bitten für die Sterbenden –
A: in unserer Nähe und in aller Welt.
Behüte sie und erbarme dich.
E1: Wir danken dir für alle,
die in Krankenhäusern, Laboren und Ämtern arbeiten
und sich um das Wohl aller mühen.
A: Behüte und leite sie und erbarme dich.
Kyrie eleison – Herr, erbarme dich.
E2: Der Krieg in Syrien endet nicht.
Wir hören von den Flüchtlingen,
Sie wollen der Gewalt entkommen.
A: Behüte und bewahre sie.
E3: Wir hören von den Kindern in Lagern und auf der Flucht.
Sie werden für fremde Machtinteressen benutzt.
A: Wir wissen, dass unser Mitleid nicht genügt.
Behüte und bewahre sie.
E4: Wir hoffen auf das Ende der Gewalt.
Leite die Mächtigen.
Kyrie eleison – Herr, erbarme dich
L: Du Gott des Lebens, Jesus Christus,
du rufst uns und wir wollen dir nachfolgen.
Hilf deiner Gemeinde,
mache ihren Mut größer als ihre Furcht,
tröste sie in Angst,
begeistere sie,
erfülle sie mit Liebe
damit sie deine Liebe weitergibt.
A: Du rufst uns und wir danken dir
für den Mut, für den Trost und für deine Liebe.
Heute und alle Tage.
Amen.
L: Wir beten weiter in der Stille, miteinander und Füreinander
Lied: EG 391: Jesu geh voran.

Predigttext Lk 9,57-62:
(Der Predigttext wird nach der Methode: „Bibel Teilen“ in sieben Schritten gemeinsam erschlossen)
„57 Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst.
58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.
59 Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe.
60 Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!
61 Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind.
62 Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“

Bibel Teilen in sieben Schritten:

1. Wir öffnen uns für Gott in Gebet und Lied:
Herr, du unser Gott, öffne unsere Herzen und unseren Sinn für dein Wort. Wir wollen hören, rede du. Was du uns sagen willst, das lass uns aufmerksam wahrnehmen. In all unserer Sorge, tröste uns. Gib uns ein festes Herz, das uns gewiss macht in der Hoffnung auf dich. Gib uns ein waches Auge, dass wir nicht nur geistlich aufschauen und vor allem nicht zurückschauen, sondern den Nächsten und seine Not sehen. Und gib uns eine sichere Hand, dass wir in den kommenden Tagen das rechte Tun, besonnen und mit Augenmaß. Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, unseren Herrn.

2. Eine/r liest den Predigttext
„Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“

3. Verweilen und Vertiefen
Der Text wird erneut – langsam – gelesen. Jeder und jede wird eingeladen, mitzulesen und an den Stellen, die ihm besonders naheliegen, besonders zu betonen. In einer dritten Lesung gelingt es oft, einen emotionalen Klangteppich zu weben, bei dem die Gefühle (Ablehnung, Zweifel, Angst, Freude …) wie in einer Symphonie zusammenklingen.

4. Schweigen (ca. 3-5 Minuten)
Die Teilnehmenden besinnen sich, jeder und jede für sich, was der Text jede/m einzelnen sagen will. Sie lassen sich darauf ein, dass nicht alles unmittelbar einsichtig ist. Sie suchen nach Anknüpfungspunkten in ihrem Leben und besinnen sich darauf, was sich in der kommenden Woche von diesem Text her in ihrem Alltag nahelegt.

5. Mitteilen
Wer mag, kann den anderen die eigenen Gedanken mitteilen. Manchen Gruppen hilft es, mit einer Murmel oder einem Stein zu arbeiten: Wer den Stein hat, hat das Wort. Wer fertig ist, legt ihn wieder in die Mitte. Wer reden mag, nimmt den Stein. Wichtig ist, dass es in dieser Phase nicht um Diskussion geht, sondern darum, zu hören, was der Text bei den Schwestern und Brüdern ausgelöst hat. Deshalb wird hier nicht kommentiert.

6. Austauschen
Wir suchen im Gespräch nach der Bedeutung des Textes. Meist ergibt sich aus der Mitteilungsphase ein Gespräch und Themen von allein. Wenn nicht, könnten Leitfragen hilfreich sein:
– Was heißt heute „Nachfolge“?
– Wo sind die Grenzen der Nachfolge?
– Wie verträgt sich eine solche radikale Nachfolge mit der Nächstenliebe und den sozialdiakonischen Pflichten gegenüber den Mitmenschen?
– Sollte man nicht viel mehr zurückschauen, um aus der Vergangenheit zu lernen.
– Was will Gott uns in Zeiten der Epidemie mit der Verheißung seines Reichen sagen? Wozu fordert er uns auf?

Lied: z.B. EG 395 (Vertraut den neuen Wegen), oder: EG 395 Wohl denen, die da wandeln oder: EG 299: Aus tiefer Not
Fürbittengebet (nach evangelisches-brevier.de) :
L: Gott, du hast Himmel und Erde gemacht durch dein Wort. Dein Wort ist Fleisch geworden :
Jesus, dein Sohn, der als Licht scheint in aller Finsternis. Wir bitten dich: Gib uns seinen Geist, dass
wir dieses Licht und weiter verbreiten in dunkler Zeit.
Licht sehen. Wir rufen:
A: Herr, erbarme dich!
L: Lass es hell werden, in uns und in aller Welt. Wo Angst quält, wecke Hoffnung; wo Trauer lähmt,
wecke Freude; wo Hass herrscht, wecke gewinnende Güte, auch durch uns. Wir rufen:
A: Herr, erbarme dich!
L: Wir vereinen uns mit allen, die heute zusammenkommen , um dich anzurufen und deine
Nähe zu feiern. Sei auch denen nahe, die dich nicht suchen und nicht nach deinem Willen fragen.
Gehe ihnen nach in deiner Liebe und rufe sie auf den Weg zum Leben. Wir rufen:
A: Herr, erbarme dich!
L: Gemeinsam beten wir. Vater unser …
L: Segen: Der Herr segne uns und behüte uns // der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig. // Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns, und schenke uns Frieden.
A: Amen.


Fürbitten in Zeiten der Corona-Pandemie

Die Situation in der Corona-Krise ist auch Thema mehrerer Fürbitten, die Sie in unserem untenstehenden Download-Angebot finden. Der Lutherische Weltbund hat seine Fürbitten bereits am Freitag veröffentlicht. Stadtdekan Søren Schwesig aus Stuttgart zitiert außerdem Fürbitten aus dem Bistum Trier. 

    • Fürbitten des Lutherischen Weltbundes zum Coronavirus
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      Info: 45 KB | PDF
      13.03.2020

    • Fürbitte zum Sonntag Okuli, 15. März
      download

      Info: 48 KB | PDF
      14.03.2020