Vesperkirchensaison in Württemberg geht zu Ende

6.400 Ehrenamtliche haben im Winter 2017/2018 rund 200.000 Mahlzeiten ausgegeben

Rund 200.000 Mahlzeiten haben die Vesperkirchen in Württemberg im Winter 2017/2018 ausgegeben. Insgesamt gab es in dieser Saison 28 Vesperkirchen, eine mehr als im Vorjahr. In Kressbronn hatte im Januar zum ersten Mal eine ökumenisch getragene Vesperkirche für sechs Tage Mahlzeiten an Bedürftige verteilt. Knapp 6.400 Ehrenamtliche waren in den insgesamt 575 Vesperkirchentagen im Einsatz. Den Auftakt der Saison hatte am 13. November die Biberacher Vesperkirche gemacht. Als letzte schließt die Vesperkirche in Leonberg am 28. März ihre Türen.

Etwa die Hälfte aller Verantwortlichen berichtet von leicht steigenden Besucherzahlen. Der Anteil armer Senioren sowie von Menschen aus Osteuropa hätte zugenommen. Mehr Familien, Jugendliche und Kinder zählte die Vesperkirche in Calw, da dort täglich 20 Tische speziell für diese Zielgruppe reserviert waren. In einigen Vesperkirchen werden die Mahlzeiten kostenlos oder auf Spendenbasis abgegeben wie in der Stuttgarter Leonhardskirche. Andere Vesperkirchen wie die in Esslingen verlangen durchschnittlich 1,50 Euro pro Mahlzeit.

Vesperkirchen sind grundsätzlich zeitlich befristet. Sie finden nur in der kalten Jahreszeit statt. Dabei werden Kirchenräume zu Ess- und Aufenthaltsräumen umgebaut. Neben den Mahlzeiten gab es auch in dieser Saison viele weitere Angebote, etwa Friseurbesuche und Fußpflege, medizinische Hilfen, Seelsorge und psychosoziale Unterstützung bis hin zu Rechtsberatung. Andachten und kulturelle Angebote machen die Vesperkirchen zu Orten, an denen sich Menschen aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten begegnen.

Oliver Hoesch
Sprecher der Landeskirche