450. Geburtstag - Johannes Kepler

Theologe, Mathematiker, Astronom

Er gehört zu den ganz Großen unter den Astronomen und seine Erkenntnisse gelten noch immer. In allem jedoch war Kepler zuerst Theologe mit württembergischen Wurzeln und Widrigkeiten. Die Bahnen der Planeten konnte er meisterhaft berechnen, nicht aber die oft verqueren Wege seines Lebens.

Johannes Kepler (1620), Gemälde im Thomasstift, Straßburg.
Johannes Kepler (1620), Gemälde im Thomasstift, Straßburg.

Johannes Kepler wurde in der kleinen Reichsstadt Weil und in schwierigen Familienverhältnissen geboren, die seine Begabungen, dazu noch von Krankheiten überschattet, kaum zu Tage gefördert hätten. Da brachte der Umzug ins württembergische Leonberg 1579 Abhilfe, denn dort wirkte seit der Reformation ein besonderes Bildungssystem, das die Begabten förderte – unabhängig von ihrem Stand und Reichtum. Noch heute ist dem Schulmeister ein Denkmal zu setzen, der Keplers Genie erkannte und ihn so förderte, dass er nach der Lateinschule in die Klosterschulen Adelberg und Maulbronn und schließlich 1589 ins Tübinger Stift einziehen konnte, wo seine Interessen reichen Nährboden und gute Lehrer fanden. Neben der Theologie studierte er Mathematik und Astronomie, damals nahe an der Astrologie.

„Unter den Sternen ergeht sich mein Geist“ (F. Hölderlins‘ Gedicht „Keppler“)

Keplers Entdeckungen zu den Gesetzmäßigkeiten des Universums und seiner Planetenbahnen untermauerten das neue System, das nicht mehr die Erde (und damit auch ihre Bewohner!), sondern die Sonne in den Mittelpunkt stellte. Für den Theologen Kepler offenbarten diese großartigen Ordnungen die Allmacht Gottes und die Harmonie seiner Schöpfung.

Wege zwischen Harmonie und Streit

Auf der ständigen Suche nach Harmonie erlebte Kepler lebenslang viel Streit, den die Auseinandersetzung der Konfessionen nach der Reformation und ihr politischer Missbrauch auslösten, der schließlich in die Katastrophe des 30-jährigen Krieges führte. Innerlich umgetrieben und mehrfach äußerlich vertrieben, fand Kepler nur in seinem Glauben Heimat, der die Gemeinsamkeiten der Konfessionen höher schätzte als das Trennende. Er musste deshalb Württemberg verlassen, wurde Mathematiker im protestantischen Graz, bis er auch dort vertrieben wurde und nach Prag zu seinem engsten Kollegen Tycho Prahe in Dienste des katholischen Kaisers wechselte. Vor seinem Umzug nach Linz verstarb seine Frau Barbara. Nur drei seiner Kinder aus zwei Ehen überlebten ihn. Schließlich wird Kepler Astronom beim kaiserlichen Feldherrn Wallenstein, dem er Horoskope verfasste, ohne selbst sternengläubig zu sein. „Nie wirkt der Himmel allein, sondern der Geborene und andere tun viel aus freier Willkür, was sie auch wohl hätten unterlassen können und wozu sie vom Himmel nicht gezwungen wären.“ 1627 veröffentlichte Kepler im Schutz der Reichsstadt Ulm seine Tafeln mit Berechnungen der Planetenbahnen. Auf einer letzten Reise verstarb er 1630 in Regensburg, wo auf seinem verlorenen Grabstein stand: „Himmel durchmaß mein Geist.“ 

 

PD Pfarrer Dr. Wolfgang Schöllkopf

Hier finden Sie alle Gedenktage 2021

Meldungen, die Sie interessieren könnten

Gedenktag: Zum 150. Jahrestag der Einweihung der Johanneskirche in Stuttgart

Am 30. April 1876 wurde die Stuttgarter Johanneskirche eingeweiht. Sie gilt als das bedeutendste Kirchengebäude des 19. Jahrhunderts der Stadt. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt ist sie seither ein wichtiges Mahnmal zur Erinnerung an Kriegsopfer und -zerstörungen.

Weiterlesen

Gedenktag: Zum 50. Todestag von Renate Ludwig

Am 27. April 1976 starb Renate Ludwig. 1932 legte sie die zweite Dienstprüfung ab - als erste Theologin in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die gebürtige Berlinerin Ludwig war als Vikarin, Vertreterin der Frauenarbeit und als engagierte Pädagogin ein Vorbild für viele.

Weiterlesen

Trauergottesdienst für Landesbischof i. R. Prof. Dr. Gerhard Maier

Am 23. April findet der Trauergottesdienst für den verstorbenen früheren württembergischen Landesbischof Prof. Dr. Gerhard Maier statt. Die Trauerfeier in der Stiftskirche in Tübingen wird um 11.30 Uhr per Livestream übertragen. Maier leitete die Evangelische Landeskirche in Württemberg von 2001 bis 2005.

Weiterlesen

Zum Tod von Landesbischof i. R. Prof. Dr. Gerhard Maier

Am 4. April 2026 ist der frühere württembergische Landesbischof Prof. Dr. Gerhard Maier im Alter von 88 Jahren verstorben. Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl und Synodalpräsidentin Sabine Foth würdigen Maier als Bischof und Mensch.

Weiterlesen

100. Jahreslosung gewählt: „Du bist von Gott geliebt“

Die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen hat die 100. Jahreslosung ermittelt - sie gilt 2029: „Du bist von Gott geliebt“ aus dem Daniel-Buch. Oberkirchenrat Dr. Jörg Schneider erklärt die Bedeutung von Jahreslosungen.

Weiterlesen

Gedenktag: Zum 100. Todestag von Marie Regine Josenhans

Der „Engel des Bohnenviertels“: Am 23. März 1926 starb die Autorin und Sozialpolitikerin Marie Regine Josenhans. Sie verband Mildtätigkeit mit institutioneller Reformarbeit als Stadt- und Kirchengemeinderätin und trug zur Professionalisierung der Armenhilfe in Stuttgart maßgeblich bei.

Weiterlesen

Farbschwäche:

Benutzen Sie die Schieberegler oder die Checkboxen um Farbeinstellungen zu regulieren

Einstellungen für Farbschwäche

Schrift:

Hier können die Schriftgröße und der Zeilenabstand eingestellt werden

Einstellungen für Schrift

Schriftgröße
D
1
U

Zeilenabstand
Q
1
W

Tastenkombinationen:

Mit den aufgeführten Tastenkombinationen können Seitenbereiche direkt angesprungen werden. Verwenden Sie auch die Tabulator-Taste oder die Pfeiltasten um in der Seite zu navigieren.

Inhalt Tastenkombinationen

Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Barrierefreiheit: A
Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Schriftgröße +: U
Schriftgröße -: D
Zeilenabstand +: W
Zeilenabstand -: Q
Nachtmodus : Alt (Mac Option Key) + J
Ohne Bilder: Alt (Mac Option Key) + K
Fokus: Alt (Mac Option Key) + G
Tasten­kombinationen: Alt (Mac Option Key) + O
Tastensteuerung aktivieren: Alt (Mac Option Key) + V
Alles zurücksetzen: Alt (Mac Option Key) + Y