| Landeskirche

„Ostern ist eine Trutzburg gegen die Verführung des Todes“

Landesbischof July ermutigt in seiner Osterpredigt, für das Leben und den Frieden einzutreten

In seiner Oster-Predigt in der Stuttgarter Stiftskirche hat Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July am Ostersonntag die Menschen ermutigt, sich von der Osterbotschaft der Auferstehung Jesu Christi gegen Angst, Tod und Schmerz stärken zu lassen; zugleich zollte er den Angehörigen der russisch-orthodoxen Kirche Respekt, die sich entgegen der offiziellen Linie ihrer Kirche gegen den Krieg in der Ukraine wenden.

"Was wir aber berufen sind zu tun, das hat uns der Auferstandene aufgegeben. Wachet und betet! Seid bei den Verwundeten und Verletzten. Steht ein für das Leben." So Landesbischof July in seiner OsterStoppel/EMH

„Immer war das Licht der Osterbotschaft auf dem Weg gerade zu den Menschen im Dunkel, den leidenden Menschen, Frauen, Kinder, Männern. An diesem Ostermorgen sind viele Menschen auf der Erde von der Nacht des Leidens, von der Furcht, von Tod und Gewalt besonders umfangen, diese Dunkelheit berührt auch uns“, sagte July in seiner Predigt und fuhr fort: „Leiderfahrung geschieht ja nicht nur in Kriegen und dort, wo darüber in der Zeitung geschrieben wird. In jeder Familie, bei jedem unter uns gehört Verlust, Ende, Tod zu den Bedingungen unseres Lebens.“

„Steht ein für das Leben“

July hob die Bedeutung der Osterbotschaft für den Einsatz für Frieden hervor: „All unser Antreten gegen den Tod entspringt der Hoffnung von Ostern. Christus ist auferstanden. Als seine Nachfolgerinnen und Nachfolger wollen auch wir Gewalt und Krieg nicht das letzte Wort geben. Christus ist unser Friede. Wir wollen nicht aufhören, um den Frieden zu beten. Christus hat sich verwunden lassen, um bei all denen zu sein, die heute verwundet werden.“ Daraus folge laut July ein unmittelbarer Auftrag: „Was wir aber berufen sind zu tun, das hat uns der Auferstandene aufgegeben. Wachet und betet! Seid bei den Verwundeten und Verletzten. Steht ein für das Leben.“

„Nennt Krieg, was Krieg ist“

In diesem Kontext wandte sich July nochmals an den Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche, Kyrill I.: „Warum sprecht ihr, wie ihr sprecht? Nennt Krieg, was Krieg ist. Lasst euch das orthodoxe Herz der Gemeinschaft mit euren Schwestern und Brüdern nicht herausreißen. Ihr seid doch berufen als Teil des Leibes Christi, als eine Kirche der Auferstehung und des österlichen Lebens!“

Zugleich betonte July den Unterschied zwischen der Haltung des Patriarchen und der anderer Mitglieder der russisch-orthodoxen Kirche und sagte: „Wir sind voller Respekt und Hochachtung vor den Angehörigen und Geistlichen der orthodoxen Kirche, auch in Russland, die hier anders sprechen, die sich mit Mut und in Klarheit gegen Krieg und Gewalt wenden.“

July betonte die Zäsur, die Ostern bedeutet: „Christus ist ‚hinabgestiegen in das Reich des Todes…‘ - doch der Tod vermag es letztlich nicht, die Liebe zu verschlingen. Das Leben siegt. Die Liebe Gottes überwindet Todeskräfte, bahnt neue Wege, schenkt Menschen Zuversicht. Damit beginnt eine neue Zeitrechnung. In der der Tod, die Gewalt, die Furcht nicht mehr das letzte Wort hat.“

Mehr News

  • Datum: 19.04.2024

    „Konfirmanden ist Glaube wichtiger als Geschenke“

    Frontalunterricht gibt es kaum noch im Konfi-Unterricht, sagt Prof. Dr. Wolfgang Ilg von der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg im Interview. Die Konfi-Arbeit sei nach wie vor das Angebot mit der größten Reichweite in der Evangelischen Kirche.

    Mehr erfahren
  • Datum: 18.04.2024

    „Kirche mit Kindern“ ist einfach lebendig

    Vom Kindergottesdienst zu einer Kirche für die ganze Familie: Lebendiger und spannender Gottesdienst mit neuen Herausforderungen. Wir haben Sabine Foth gefragt, wie sich die Kirche mit Kindern zu einer Familienkirche gewandelt hat und was ihr an der Arbeit besonders gefällt.

    Mehr erfahren
  • Datum: 18.04.2024

    Video: Multitalent mit Down-Syndrom

    Tamara Röske hat viele Talente: Schauspielern, Modeln und Leichtathletik – trotz Handicap. Die 28-Jährige hat das Down-Syndrom. Wie bringt sie alles unter einen Hut? Darüber spricht sie zusammen mit ihrer Mutter Antje mit „Alpha & Omega“-Moderatorin Heidrun Lieb.

    Mehr erfahren
  • Datum: 17.04.2024

    „Der Segen Gottes gilt uns allen“

    Mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche Mariaberg bei Gammertingen hat am 13. April die ökumenische Woche für das Leben begonnen. Sie stellt unter dem Motto die Lebenswirklichkeiten Jugendlicher und junger Erwachsener mit Behinderungen in den Mittelpunkt.

    Mehr erfahren
  • Datum: 16.04.2024

    Innovationstag: Jetzt anmelden!

    Frische Ideen fürs Gemeindeleben: Unter dem Motto „#gemeindebegeistert – Kirche lebt, wo dein Herz schlägt“ veranstaltet die Landeskirche am 4. Mai einen großen Innovationstag. In Projektpräsentationen und Workshops gibt’s Austausch und Tipps. Jetzt anmelden

    Mehr erfahren
  • Datum: 16.04.2024

    Segen, Mut & Traubenzucker

    In diesen Wochen stehen an vielen Schulen Abschlussprüfungen an - für Schülerinnen und Schüler eine stressige Zeit. Die Ev. Jugendkirche Stuttgart macht mit einem speziellen PrüfungsSegen Mut und stellt auch anderen Gemeinden Materialien zur Verfügung.

    Mehr erfahren
  • Datum: 16.04.2024

    Digitaler Notfallkoffer für die Seele

    Hilfe in persönlichen Krisenmomenten bietet die KrisenKompass-App der Telefonseelsorge fürs Handy und Tablet. Sie bietet Unterstützung, um schnell wieder auf positive Gedanken zu kommen oder bei Bedarf rasch professionelle Hilfe finden zu können.

    Mehr erfahren
  • Datum: 16.04.2024

    Zum 200. Todestag von Beata Regina Hahn

    Vor 200 Jahren starb Beata Regina Hahn, die zweite Ehefrau des Mechanikerpfarrers Philipp Matthäus Hahn, Tochter von Johann Friedrich Flattich und Mutter der Schulgründerin Beate Paulus. Als Herausgeberin von Hahns Schriften prägte sie dessen Bild für viele Jahre.

    Mehr erfahren
  • Datum: 15.04.2024

    „Wir beten, dass die zerstörende Gewalt ein Ende nimmt“

    Die Landeskirchen in Württemberg und Baden haben den Jüdinnen und Juden im Land Grüße zum Pessach-Fest übersandt. Darin nehmen Landesbischof Gohl und Landesbischöfin Springhart Bezug auf den Angriff der Hamas wie auch auf den Raketenangriff des Iran auf Israel.

    Mehr erfahren
  • Datum: 15.04.2024

    Hoffnung wird durch Menschen vermittelt

    Bei einer religionspolitischen Tagung der SPD-Bundestagsfraktion am 12. April in Berlin unter dem Titel „Mehr Zuversicht! Mit Hoffnung die Zeiten wenden“ betonte Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl, wer die Verwurzelung in Jesus Christus spüre, werde für andere zur Hoffnung.

    Mehr erfahren
  • Datum: 13.04.2024

    Landesbischof Gohl: "Wir stehen an der Seite Israels"

    "Der Angriff des Iran bedroht die Existenz Israels. Wir müssen daran erinnern, dass alles mit dem Pogrom der Hamas an Israel begann." Gohl weist weiterhin auf die israelischen Geiseln in der Gewalt der Hamas hin.

    Mehr erfahren
  • Datum: 12.04.2024

    Klassik und Pop Hand in Hand

    Die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen hat schon früh einen Studiengang für populare Kirchenmusik eingerichtet und war damit in der EKD Vorreiter. Prof. Thomas J. Mandl und Prof. Patrick Bebelaar erklären, was das Besondere an der HKM ist.

    Mehr erfahren
Mehr laden