Weltgebetstag

"Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf"

Immer am ersten Freitag im März feiern christliche Frauen und Männer in über 170 Ländern den ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag.

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Die Liturgie verfassen jeweils Frauen eines Landes für die ganze Welt. Frauen bereiten die Gottesdienste vor und stärken dadurch ihre Verantwortung vor Ort. Im gemeinsamen Gebet entsteht weltweite Solidarität. Mit der Kollekte werden Frauenprojekte auf der ganzen Welt gefördert.

Die Feiern zum Weltgebetstag der Frauen finden nicht als zentrale Veranstaltung statt, sondern in unzähligen, von Frauen vorbereiteten und durchgeführten ökumenischen Gottesdiensten in den Gemeinden – auch in Ihrer Nähe.

Der nächste Weltgebetstag findet am 4. März 2016 statt. „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“ lautet der deutsche Titel des Weltgebetstags 2016 von Frauen aus Kuba (zentraler Lesungstext: Mk 10, 13-16). Im Gottesdienst geht es um die gesellschaftliche Situation der Kinder, um deren Rolle in Familie und Gemeinschaften. Die Lebenswelt der Kinder ist eng mit den aktuellen Herausforderungen der kubanischen Gesellschaft verknüpft. Diese ist seit einigen Jahren in einem Wandlungsprozess:

Da sind zum einen die Auswirkungen der im Jahr 2008 begonnenen Wirtschaftsreformen. Diese zielen zwar darauf ab  den Mangel an Gütern in praktisch allen Lebensbereichen  zu beseitigen. Sie stellen aber auch das jahrzehntelang gültige Ideal der sozialen Gleichheit auf den Prüfstand.

Zum andern herrschen in den Köpfen vieler Kubanerinnen und Kubaner noch klassische Rollenbilder. Da hilft es wenig, dass Frauen und Männer seit langem rechtlich gleichgestellt sind. Kaum ein kubanischer Mann beteiligt sich an Haushalt und Kindererziehung. Auch die Betreuung und Pflege der älteren und alten Menschen ist fest in Frauenhand. Zudem wächst aufgrund der Einschnitte im Sozialsystem die Doppel- und Dreifachbelastung der oft Vollzeit berufstätigen Frauen.

Der letzte Weltgebetstag zum Thema „Begreift ihr meine Liebe?“ wurde am Freitag, den 6. März 2015, gefeiert. Seine Gottesdienstordnung wurde von Christinnen der Bahamas verfasst.