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Erziehung zum Frieden

Schneller-Schulen bieten Kindern die Chance auf ein besseres Leben

Fastenzeit bedeutet auf Dinge zu verzichten, an denen man hängt. Sieben Wochen lang ohne Schokolade, Instagram oder Zigaretten auszukommen, ist eine Herausforderung. Viele Menschen auf der Welt müssen aber auf weit mehr verzichten als nur auf die kleinen Freuden des Alltags. Sie haben ihr Zuhause, ihre Lebensgrundlage oder ihre Familie verloren. Wir stellen Ihnen in der Fastenzeit jede Woche ein Projekt einer Spendenorganisation vor, mit der die Württembergische Landeskirche verbunden ist. Heute geht es um die Johann-Ludwig Schneller-Schule in der libanesische Bekaa-Ebene.

Die Schneller-Schulen besuchen gemeinsam christliche, muslimische und drusische Kinder, Schiiten und Sunniten, Orthodoxe, Katholiken und Protestanten, Jungen und Mädchen.EMS/EMH

Die Schneller-Schulen bauen Brücken, wo andere tiefe Gräben ziehen. Christliche, muslimische und drusische Kinder, Schiiten und Sunniten, Orthodoxe, Katholiken und Protestanten, Jungen und Mädchen, gehen dort gemeinsam zur Schule.

Sie leben gemeinsam in Internat, machen Seite an Seite eine Berufsausbildung – und lernen so im ganz normalen Alltag, was den jeweils anderen lieb und wichtig ist, woran sie glauben, welche Feste sie feiern. So wächst auf natürliche Weise gegenseitiger Respekt. Eine Erziehung zum Frieden. Es gibt eine Schneller-Schule in Jordanien, eine im Libanon und seit Anfang 2014 auch ein Schulprojekt in Syrien.

Der schwäbische Lehrer Johann-Ludwig Schneller gründete bereits 1860 das „Syrische Waisenhaus“ in Jerusalem. Kinder, die im Konflikt zwischen Drusen und Christen ihr Zuhause verloren hatten. Auch heute haben viele Schülerinnen und Schüler dieser Schulen massive Gewalterfahrungen hinter sich.

Die meisten Kinder und Jugendlichen, die diese Schulen besuchen, stammen vom Rande der Gesellschaft oder haben massive Gewalterfahrungen hinter sich. Da ist zum Beispiel die kleine Hiba aus Arsal. Arsal ist ein Dorf im Nordosten des Libanon, wo der Krieg aus Syrien bereits mehrfach fast in den Libanon „übergeschwappt“ wäre.  Bewaffnete drangen in das Nachbarland ein, sogar Soldaten wurden entführt. Doch die meisten Libanesen, denen die Erfahrung ihres eigenen, fünfzehnjährigen Bürgerkrieges (von 1975 bis 1990) noch lebendig vor Augen steht, haben sich geweigert, sich in den Syrienkrieg mit hineinziehen zu lassen.

Gemeinsam lernen und Trennendes überwinden. Die Schneller-Schule im Libanon.EMS/EMH

„Es ist nur für kurze Zeit“, hatten die Eltern von Hiba gesagt, als sie mit ihren fünf Kindern von Arsal aus etwa 75 Kilometer weiter nach Süden zogen. Dort besuchen Hiba und ihre Geschwister nun die Schneller-Schule. Die Jungen und Mädchen erhalten kostenlosen Unterricht, Schulspeisung, Unterrichtsmaterialien und psychologische Betreuung. So kann Hiba langsam auch ihre Angstattacken hinter sich lassen. Nach dem Abschluss der Mittleren Reife haben die Mädchen und Jungen die Möglichkeit einen Beruf zu erlernen, Kfz-Mechaniker, Schlosser, Schreiner, Friseurin, Schneiderin oder Kosmetikerin zu werden. Darüber hinaus bietet die Schule im Libanon alleinerziehenden syrischen Müttern eine Kurzausbildung in ihren Werkstätten an. Die Flüchtlingsfrauen lernen in Kursen beispielsweise nähen und können nach erfolgreichem Abschluss eigenständig arbeiten und Geld verdienen. 

Mädchen in der Schneller-SchuleEMS/EMH

Der schwäbische Lehrer Johann-Ludwig Schneller gründete bereits 1860 das „Syrische Waisenhaus“ in Jerusalem. Kinder, die im Konflikt zwischen Drusen und Christen ihr Zuhause verloren hatten, fanden dort eine neue Heimat. Sie erhielten eine schulische und handwerkliche Ausbildung und lernten im alltäglichen Zusammenleben die Religion des Anderen zu achten. Nach Schließung des Syrischen Waisenhauses im Zweiten Weltkrieg führen die beiden Schneller-Schulen im Libanon und in Jordanien diese Aufgabe fort.

„Mindestens zweimal im Jahr besuche ich die Einrichtungen vor Ort und kann mich so selbst immer wieder überzeugen, wie viel Gutes durch Spenden bewirkt wird“, sagt Uwe Gräbe, Geschäftsführer des Evangelischen Vereins für die Schneller-Schulen. Er begleitet seit fast sechs Jahren deren Arbeit. Dabei kümmert er sich unter anderem um die Finanzen und inhaltliche Projekte der Schulen. „Im Namen der Kinder danke ich von Herzen allen, die bereit sind, diese Arbeit durch ihre Gebete oder mit einer Spende zu unterstützen. ,Allah yibarek fikum‘, wie man auf Arabisch sagt: Gott segne Euch.“

Spendenkonto

Evangelische Mission in Solidarität
Spendenzweck: Schneller-Schulen

Evangelische Bank
IBAN: DE59 5206 0410 0000 4074 10
BIC: GENODEF1EK1

Herr, wir bitten Dich heute für Frieden und Versöhnung im Nahen Osten.

 

Lass den Samen aufgehen, wenn Menschen auf Dein Wort vertrauen und Schritte aufeinander zu tun:

In Syrien, im Irak, im Libanon, in Palästina und Israel, und in Ägypten.

Sei bei all den Menschen christlichen, jüdischen, muslimischen oder drusischen Glaubens,

die an eine gemeinsame Zukunft der Religionen glauben und sich dafür einsetzen.

 

Wir erbitten Deinen Segen für die Schneller-Schulen im Libanon und in Jordanien,

an denen christliche und muslimische Kinder gemeinsam erzogen werden.

Lass Freundschaften wachsen, die dem Misstrauen zwischen den Religionen entgegentreten.

Mache die Kinder und ihre Erzieher zu Botschaftern Deines Friedens,

der entsteht, wenn wir in jedem Menschen Dein Ebenbild erkennen.

 

Halte Deine Hand über Christen und Jesiden,

die an vielen Orten im Mittleren Osten bedrängt werden und ihre Heimat verlassen.

Schenke ihnen die Zuversicht, dass der Nahe Osten wieder ein Zuhause für alle werden wird.

Wehre den Kräften, die im Namen der Religion Angst und Schrecken verbreiten.

Mache uns zu Glaubensgeschwistern, auf die sich alle verlassen können,

die uns in Deinem Namen um unser Gebet und unsere Unterstützung bitten.

 

FÜRBITTE VON JÜRGEN REICHEL, GENERALSEKRETÄR DES EMS - EVANGELISCHE MISSION IN SOLIDARITÄT

 


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