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Mit Simon und Luise durchs Konfi-Jahr

Station 3 - Dezember: Zwischen Friedhof und Weihnachtskonzert

Simon und Luise Meyer (beide 14 Jahre alt) sind Zwillings-Geschwister und bereiten sich im Konfirmationsjahr 2022/23 auf ihre Konfirmation vor. Hier auf elk-wue.de begleiten wir die beiden durch ihre Konfirmations-Zeit hindurch mit Einblicken in ihr Leben als Konfis.

Vor Weihnachten erlebten Luise und Simon Meyer mit ihrer Konfi-Gruppe festliche Momente, aber auch solche, die sie nachdenklich stimmten. Bild: Beatrix Meyer-Bode

Station 3: Dezember - nachdenkliche und festliche Eindrücke

Im Dezember blickten Luise und Simon vor Weihnachten auf Momente zurück, die sie nachdenklich gestimmt haben, aber auch echte Gemeinschaft und sogar Weihnachtsstimmung vermittelten:

Im Konfi-Unterricht bei Pfarrer Jörg Scheiring beschäftigten sie sich Ende November mit den Themen Trauer und Abschiednehmen. Bei einem Besuch auf dem Ostfilderfriedhof fielen ihnen teilweise sehr alte Gräber aus dem 19. Jahrhundert, aber auch liebevoll gepflegte Gräber aus neuerer Zeit auf. „Auf dem Friedhof war eine ruhige, friedliche Atmosphäre, das wirkte beruhigend“, fanden die Geschwister. Sie haben schon persönlich Erfahrung mit dem Thema Tod gesammelt, bei der Beerdigung ihrer Großmutter vor wenigen Jahren, die in einem Friedwald beigesetzt wurde.  

Anfang Dezember gestaltete die Konfi-Gruppe von Simon und Luise den lebendigen Adventskalender mit, im Garten der Pfarr-Gemeinde von Alt-Heumaden. Viele Mitglieder der Kirchengemeinde sangen zusammen mit den Konfis Weihnachtslieder zur Gitarrenbegleitung durch Pfarrer Jörg Scheiring, es gab Punsch, Lebkuchen und gegrillte Würstchen. „Die Konfis lasen ‚Herzenswünsche‘ vor, also das, was sie sich zu Weihnachten von Herzen wünschen“, berichtete Luise Meyer, „Es war ein schönes, gemeinschaftliches Gefühl, und richtige Weihnachtsstimmung.“

Mitte Dezember stand das Konzert „L’enfance du Christ“ von Hector Berlioz auf dem Konfi-Plan: Eine Zusammenarbeit mit der Internationalen Bachakademie Stuttgart  ermöglichte den Konfirmanden und Konfirmandinnen nach dem persönlichen Gespräch mit einem Sänger der Akademie im November jetzt den Konzertbesuch in der Liederhalle. Simon Meyer beindruckten die Atmosphäre, die Musik, der Chorgesang.  „Das war einmal etwas Anderes“ sagte er, und fügt hinzu, er habe die Musik einfach auf sich wirken lassen.

Station 2:  November - Großer Jugendgottesdienst in Stuttgart

Wir trafen Luise und Simon Meyer Mitte November mitten in Stuttgart wieder, vor der Stiftskirche. Die Gemeinschaft in der Gruppe gefällt ihnen auch nach mehreren Wochen immer noch sehr gut. „Es ist schön, weil es so anders ist als Schule“, sagte Luise Meyer, und jede Stunde sei bisher besonders gewesen. Im Konfi-Unterricht hätten sie sich zum Beispiel mit dem Sonntag als arbeitsfreiem Tag und Ruhetag auseinandergesetzt. Simon erinnert sich noch gern an das gemeinsame Kennenlernen in der Gruppe und den lockeren Austausch.

Mitte November fand in der Stuttgarter Stiftskirche ein Gottesdienst mit 400 Konfis statt. Bild:Marie Schächtele / elk-wue.de

In der Stiftskirche fand am 16. November, am Buß- und Bettag, ein Jugendgottesdienst statt, an dem 400 Konfis aus dem Raum Stuttgart teilnahmen. Luise und Simon Meyer kamen mit Pfarrer Jörg Scheiring von der Sarahkirchengemeinde Alt-Heumaden und ihrer Konfi-Gruppe dorthin. Vor dem Gottesdienst mit dem Thema „Frieden und Versöhnung“ hatten sie keine besonderen Erwartungen – um so besser hat er ihnen dann gefallen.

„Besonders beeindruckend fanden wir den Augenblick, als alle 400 Konfis nach vorne kommen durften, um jeweils einen Stein auf das Peace-Zeichen zu legen“, berichteten die Zwillinge danach. „Es war ein großer Zusammenhalt zu spüren, und wir dachten an die viele Menschen in der Ukraine, die im Krieg ums Leben gekommen sind.“  Im Gottesdienst hatten die Konfis mit Steinen und Kerzen ein Friedensbild auf dem Altar gebaut.  Die Art dieses Gottesdienstes überraschte Simon: „Eine Band in der Kirche, Applaus und Jubel - das hatte ich mir nicht unter einem Gottesdienst vorgestellt.“

Und Luise nahm einen besonderen Gedanken aus diesem Gottesdienst am Buß- und Bettag mit: „Ich finde den Gedanken schön und beruhigend, dass Versagen nichts Schlimmes ist, sondern zum Leben dazugehört.“

Station 1: September/Oktober  - Die Vorstellung der Konfis vor der Gemeinde

„Ich war schon ziemlich aufgeregt“, sagt Luise über die Vorstellung der Konfis im Gottesdienst, aber dann habe es sich doch richtig gut angefühlt. Um sich selbst zu charakterisieren, hatte sie Klaviernoten dabei. Simon hingegen hatte einen Basketball unterm Arm und sagt: „Klar war ich ein bisschen aufgeregt, aber ich fand es toll, in der Kirche mit dem Mikro vor all den Menschen zu sprechen“. Beide erzählen, sie hätten ganz deutlich gespürt, wie viel Wohlwollen ihnen von der Gemeinde entgegengebracht wurde. Das habe sich richtig gut angefühlt.

Über den Tellerrand ihrer Gemeinde haben die beiden inzwischen auch hinausgesehen: Bei einem Rundgang haben sie alle Kirchen ihrer Gemeinde in Heumaden und Sillenbuch kennengelernt und viel über deren Geschichte gelernt.

Luise und Simon Meyer aus Stuttgart-Heumanden. Hier begleiten wir die beiden durch ihr Konfi-Jahr.Bild: privat

Über unsere „Konfi-Promis“

Luise und Simon Meyer leben in Stuttgart-Heumaden und sind dort in der Sarahkirchengemeinde bei Pfarrer Jörg Scheiring im Pfarramt Alt-Heumaden im Konfirmandenunterricht. In ihrer Familie wird viel Musik gemacht – entsprechend sehen die Hobbys der beiden aus. Neben der Schule spielt Simon Cello und Luise Geige und Klavier. Sportlich geht’s bei den jungen Meyers auch zur Sache, Luise tanzt Ballett und Simon spielt Basketball.

Kirchliche Anknüpfungspunkte waren in ihrem Leben bislang eher dünn gesät: „Wir sind nicht regelmäßig in die Kirche gegangen, eher gelegentlich, zum Beispiel an Weihnachten“, sagt Simon. Was die Konfirmation ist, wussten die beiden aufgeweckten Jugendlichen aber schon von der Konfirmation ihrer älteren Schwester. Pfarrer Jörg Scheiring, der sie direkt angesprochen und eingeladen hat, kannten sie schon aus dem Religionsunterricht in der Grundschule, und so haben sie sich gerne auf seine Einladung eingelassen. Sie gehen die Sache offen und locker an: „Wir haben keine speziellen Erwartungen und probieren das jetzt einfach aus“, sagt Luise Meyer.

Ihre Konfi-Kerzen haben Luise und Simon Meyer selbst gestaltet. Bild: privat

„Einfach schön und entspannt“ - erste Erfahrungen im Konfi-Unterricht und ein Ausgleich zum Schulstress

In ihrer Konfi-Gruppe fühlen sich die beiden jedenfalls sehr wohl. Sie kennen alle anderen Konfis schon aus dem Alltagsleben. „Sehr interessant“ findet Luise den Konfi-Unterricht, und beide schätzen es sehr, dass die Atmosphäre an den Konfi-Nachmittagen einen schönen Ausgleich zum Schulstress bietet: „Singen, beten, im Kreis miteinander reden - das ist einfach schön und entspannt“, so Simon Meyer. Am besten hat Simon bislang gefallen, seine Konfi-Kerze zu gestalten, die mit den Kerzen der anderen Konfis im Gottesdienst brennen darf.

Im Jahr 2019 haben sich in der württembergischen Landeskirche 16.498 junge Menschen konfirmieren lassen. Im Corona-Jahr 2020 waren es 13.507. (Quelle: Jahresbericht 2021 der Evangelischen Landeskirche in Württemberg)

Über diese Geschichte: Simon und Luise Meyer (beide 14 Jahre alt) sind Zwillings-Geschwister und leben in Stuttgart Heumaden. Sie bereiten sich im Konfirmationsjahr 2022/23 auf ihre Konfirmation in der Heumadener Sarah-Kirchengemeinde vor. Hier auf elk-wue.de werden wir die beiden durch ihre Konfirmations-Zeit hindurch mit regelmäßigen Einblicken in ihr Leben als Konfis begleiten.


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