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EKD-Synodale bekunden Solidarität mit Protesten im Iran

Interview mit Yasna Crüsemann

Die EKD-Synode hat sich im Rahmen ihrer Tagung in Magdeburg mit den Protesten der Frauen im Iran beschäftigt und ihre Solidarität bekundet. Darüber haben wir mit Yasna Crüsemann gesprochen, EKD-Synodale und Vorsitzende des Ausschusses für Mission, Ökumene und Entwicklung der württembergischen Landessynode.

EKD-Synodale setzen bei ihrer Tagung ein Zeichen der Solidarität mit den Protesten im Iran. Auch Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl hat daran teilgenommen, auf dem Bild ist er allerdings hinter einer anderen Person fast ganz versteckt.EKD / Jens Schulze

Zur Zeit tagt in Magdeburg die Synode der EKD. Die Synode hat sich neben vielen anderen Themen auch mit den Protesten vor Allem von Frauen im Iran beschäftigt. Eine große Gruppe von Synodalen der EKD-Synode hat mit einer Fotoaktion ihre Solidarität mit den Frauen im Iran bekundet und dabei den Slogan der Protestbewegung „Women Life Freedom“ (Frauen Leben Freiheit) in den Vordergrund gestellt.

Wir haben dazu mit Yasna Crüsemann gesprochen, die als EKD-Synodale an der Fotoaktion teilgenommen hat. Sie ist Mitglied der württembergischen Landessynode und Vorsitzende des Synodalausschusses für Mission, Ökumene und Entwicklung.

elk-wue.de: Wie kam es zur Initiative der EKD?

Yasna Crüsemann: Die Initiative und die Idee einer Solidaritätsbekundung kam aus den Reihen der Synode. Im Ausschuss für Ökumene, Mission und Europa wurde über eine medienwirksame Solidaritätsbekundung nachgedacht und das Präsidium wurde gebeten, eine solche Aktion zu ermöglichen und umzusetzen.

Es gab einen Kontakt zu iranischen Christen aus Magdeburg, die in die Synode eingeladen wurden und die dem Plenum über ihre persönliche Situation und die Situation ihrer Familien im Iran berichteten.

elk-wue.de: Was wurde in dem Zusammenhang diskutiert?

Yasna Crüsemann: Die Gäste berichteten u.a. davon, wie eingeschränkt der Kontakt zu ihren Familien im Iran ist. Besonders wichtig scheint mir der Appell der Gäste zu sein, wo immer möglich auf die Situation der Frauen aufmerksam zu machen, über die Situation der Frauen und der Protestierenden im Iran weiterhin zu informieren und in den Medien zu berichten, damit ihr Protest und seine Folgen nicht in Vergessenheit gerät. Die internationale Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit ist wichtig und eben auch solche Solidaritätsbekundungen wie von der EKD-Synode.

elk-wue.de: Wie ist die Stimmung auf der EKD Synode bei diesem Thema?

Yasna Crüsemann: Die Berichte der iranischen Gäste waren bewegend, und es war sehr still im Raum, als sie erzählten.

Es war den Synodalen sehr wichtig, ein klares Zeichen der Solidarität mit den Menschen, insbesondere den Frauen im Iran, zu setzen.

Die EKD-Synodalen der württembergischen Landeskirche mit Besuch, jeweils von links nach rechts. Hinten: Maik-Andres Schwarz, Prof. Dr. J. Thomas Hörnig, Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl, Peter Reif, Leonie Baisch (württ. Stellvertreterin eines Synodalen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern), Andrea Bleher. Vorne: Yasna Crüsemann, Steffen Kern, Annette Sawade, Dr. Friedemann Kuttler, David Lehmann. Bild: Juliane Groß

In einem Instagram-Video haben sich zudem Bischöfin Beate Hofmann (Kurhessen-Waldeck), Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden (Evangelisch-reformierte Kirche), Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt (Nordkirche), Landesbischöfin Heike Springhart (Baden), Josephine Teske (Mitglied im Rat der EKD), Gabriele Hörschelmann (Beisitzerin im Präsidium der Synode der EKD), Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst (Ev. Kirche der Pfalz) und Anna von Notz (Mitglied im Rat der EKD) zur Situation der Frauen im Iran geäußert.



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elk-wue.de

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