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Polizeipfarrer kritisiert Pauschalvorwürfe gegen Beamte

Entrüsten nach Randale und Plünderungen in der Landeshauptstadt

Stuttgart. Ulrich Enders, evangelischer Landespolizeipfarrer und Beauftragter für Notfallseelsorge, sieht in den Stuttgarter Gewaltaktionen in der Nacht zum Sonntag Aktionen einen Trend, der sich schon seit Jahren schleichend angebahnt habe: "eine völlige Missachtung und Respektlosigkeit gegenüber der Institution, die die Ordnung und Sicherheit unserer freien Gesellschaft aufrechterhält", sagte er.

An vielen Geschäften der Stuttgarter Innenstadt erinnern Sperrholzplatten mit Schriftzügen an die Ausschreitungen und Plünderungen. Die Vorgänge haben Entsetzen ausgelöst.Oliver Hoesch / elk-wue.de

Enders kritisierte zudem, dass der Polizei bis hin aus Reihen der Politik der pauschale Vorwurf des "latenten Rassismus" gemacht werde. "Das frisst bei vielen unserer Polizistinnen und Polizisten inzwischen wirklich ein Stück weit an der Seele", sagte Enders. 

Auch Stuttgarts evangelischer Stadtdekan Søren Schwesig hat sich empört über die Gewaltaktionen in der Landeshauptstadt geäußert. Es sei notwendig, mit dem Strafgesetzbuch diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die ohne Rücksicht auf die Gesundheit von Menschen ihrem Hass und ihrer Lust nach Gewalt freien Lauf gelassen hätten, sagte Schwesig am Montag laut einer Mitteilung des Evangelischen Kirchenkreises.

Gleichzeitig sei es die Verantwortung der Kirchen gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Institutionen, Jugendliche und junge Menschen etwa durch Streetworker zu erreichen, wie das durch die Mobile Jugendarbeit geschehe.

Seine Gebete gälten in diesen Tagen den Polizistinnen und Polizisten sowie allen anderen Blaulicht-Einsatzkräften, die unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit die Sicherheit der Stadt gewährleisteten, sagte Schwesig weiter. Er hoffe, dass die im Dienst verletzten Beamten bald wieder geheilt an Leib und Seele in den Dienst zurückkehren können.


Text: epd-Südwest