Fastenzeit bedeutet auf Dinge zu verzichten, an denen man hängt. Sieben Wochen lang ohne Schokolade, Instagram oder Zigaretten auszukommen, ist eine Herausforderung. Viele Menschen auf der Welt müssen aber auf weit mehr verzichten als nur auf die kleinen Freuden des Alltags. Sie haben ihr Zuhause, ihre Lebensgrundlage oder ihre Familie verloren. Wir stellen in der Fastenzeit jede Woche ein Projekt einer Spendenorganisation vor, mit der die Württembergische Landeskirche verbunden ist. Heute geht es um ein Programm das Kleinbauern in Peru unterstützt, Bewässerungssysteme zu errichten.
Kleinbauern setzen ein Rückhaltebecken instand.Kathrin Harms/Brot für die Welt
844 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In den Armenvierteln der Großstädte Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sind viele Arme vom städtischen Versorgungsnetz abgekoppelt. In ländlichen Regionen, wo das knappe Trinkwasser oft von weit entfernten Quellen geholt werden muss, ist die Situation häufig noch schlimmer. Millionen von Menschen sterben Jahr für Jahr an Krankheiten, die durch verunreinigtes Trinkwasser ausgelöst wurden.
Brot für die Welt ist der Überzeugung, dass alle Menschen ein Recht auf Wasser haben. Das Hilfswerk unterstützt mit seinen Partnern Projekte, in denen die Trinkwasserversorgung vor allem im ländlichen Raum verbessert wird. Zudem setzt es sich für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Wasserpolitik ein. Zum Beispiel in Peru.
Umsonst gibst du das lebendige Wasser aus deiner Quelle, reicher Gott: Deine Liebe, die überfließt, und Deinen Geist, der uns erfrischt und erneuert. Du schenkst uns ohne Berechnung, du schenkst unbegrenzt. Umsonst gibt es in unserer Welt jedoch fast nichts mehr. Wir haben Grenzen gebaut um das, was doch alle zum Leben brauchen: Das Wasser, das Leben spendet, fließt an vielen Orten dieser Welt nur noch zu denen, die es teuer bezahlen können. Wer das nicht kann, sitzt auf dem Trockenen. Lebendiger Gott, wir bitten dich, dass Deine Liebe und Deine Gerechtigkeit Kreise ziehen in unserer Welt. Wir bitten dich um deinen Segen für alle, die daran arbeiten, dass alle Zugang zu frischem und sauberen Wasser haben. Besonders bringen wir vor dich die Arbeit von CICAP, unserem Partner in Peru. Wir danken dir für ihr Engagement und für ihre Tatkraft. Wir danken dir für ihre Arbeit, durch die Wasser zu denen kommt, die zuvor unter großem Mangel gelitten haben. Wir bitten dich, dass noch viel mehr Menschen in diese gute Arbeit einbezogen werden. Wir bitten darum, dass das Recht auf Wasser für jeden Menschen in Peru und in vielen Ländern dieser Welt sich durchsetzt – und dass das Leben vieler Menschen dadurch neu aufblühen kann. Amen.
In den nördlichen Anden leiden die Menschen seit jeher unter großer Trockenheit, doch der Klimawandel verschärft das Problem zusätzlich. Regnete es früher in den Monaten zwischen Dezember und März, so kommt es inzwischen nur noch im Januar und Februar zu Niederschlägen. Die Regen werden dann so heftig, dass sie Zerstörungen hervorrufen und nicht gespeichert werden können. Die Ernten fallen entsprechend niedrig aus, viele Kinder in der Region sind unter- und mangelernährt.
In Pandachí sieht es inzwischen anders aus
Der Partner von Brot für die Welt, CICAP, unterstützt die Kleinbauernfamilien dabei, ein einfaches, aber funktionierendes Bewässerungssystem zu errichten.Kathrin Harms/Brot für die Welt
Etwas anders sieht es in Pandachí aus, einem abgelegenen Dorf in etwa 2.000 Metern Höhe. 72 Familien leben dort in Hütten aus Lehmziegeln und Wellblech. Doch seit zwei Jahren hat sich ihre Situation nach und nach verbessert. Seitdem arbeiten sie mit der Organisation CICAP zusammen, einem Partner von Brot für die Welt. CICAP unterstützt die Kleinbauernfamilien dabei, ein einfaches, aber funktionierendes Bewässerungssystem zu errichten. Sie setzte zusammen mit den Bauern ein vom Staat errichtetes, heruntergekommenes Rückhaltebecken wieder instand und legte Rohre zu ihren 100 bis 150 Metern entfernten Feldern. Zudem erhielt jede Familie vier Sprinkler, die bis zu zwei Drittel an Wasser gegenüber der herkömmlichen Bewässerung einsparen können. Die neue Bewässerungsmethode verhilft jetzt zu zwei Ernten pro Jahr. So haben die Familien das ganze Jahr über genug zu Essen und erhöhen ihr Einkommen, um ihre Lebensbedingungen insgesamt zu verbessern.
CICAP steht für Centro de Investigación, Capacitación, Asesoría y Promoción (Zentrum für Forschung, Fortbildung, Beratung und Förderung)
Alle Menschen haben ein Recht auf Wasser. Davon ist Brot für die Welt überzeugt. Kathrin Harms/Brot für die Welt
„Wir hatten schlechte Erfahrungen mit anderen Hilfsorganisationen gemacht“, sagt José Barrios, einer der Kleinbauern. „Die kamen nur ein einziges Mal zu uns, zeigten uns mit schönen Videos, was wir alles besser machen können, und ließen sich dann nicht mehr blicken.“ Bei CICAP war das anders: „Deren Mitarbeitern war kein Weg zu weit. Sie gingen mit uns zu unseren weit verstreuten Feldern. Sie gaben uns Saatgut und organischen Dünger. Sie halfen uns ein Gewächshaus zu bauen, in dem wir selber Gemüse, Obstbäume und Kaffeesträucher ziehen können. Und sie zeigten uns, wie man auf biologische Art Schädlinge bekämpft.“
Nie Hilfeempfänger, immer Partner
„Wir ermutigen die Kleinbauern, Bewässerungskomitees zu gründen, die sich auf lokaler Ebene vor allem um die Instandhaltung bereits existierender Bewässerungssysteme kümmern und sich auf regionaler Ebene zusammenschließen, um vom Staat eine gerechte Verteilung des Wassers einzufordern“, sagt die Direktorin von CICAP, Leonor Roche.
So hilft Ihre Spende
5 kg Quinua-Samen (reichen für einen Hektar Land): 70 Euro
20 Sprinkler (helfen fünf Bauernfamilien, ihre Felder effizient zu bewässsern): 150 Euro
100 Kunststoffrohre von je fünf Metern Länge (zur Bewässerung von vier Parzellen à 0,25 Hektar): 250 Euro
Die Hilfsorganisation setzt auf eine nachhaltige, ökologische Landwirtschaft, legt den Menschen zudem nahe, sich zu organisieren, um leichter Zugang zum Markt zu bekommen und Investitionen zu tätigen. Ferner legt CICAP ein besonderes Augenmerk auf die Förderung von Frauen. „Brot für die Welt unterstützt uns seit unseren Anfängen in den 80er Jahren“, betont Roche. „Die Organisation hat uns nicht nur Geld gegeben, sondern uns geholfen, uns weiterzuentwickeln. Wir haben uns nie als Hilfeempfänger, sondern immer als Partner gefühlt.“
Die Kleinbauern in Pandachí und ihre Familien haben jetzt ausreichend Wasser. Sie haben mit CICAP, einem Partner von für Brot für Welt, ein einfaches, aber funktionierendes Bewässerungssystem errichtet.Kathrin Harms/Brot für die Welt
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