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„Auch Muslime auf evangelischen Schulen“

25 Jahre Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

Gruppenbild mit Ministerin: Kirchenrätin Ursula Kannenberg, pädagogische Geschäftsführerin der Schulstiftung (v.l.), Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July, Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, Stiftungsvorsitzender und Oberkirchenrat Dr. Norbert Lurz sowie der kaufmännische Stiftungsgeschäftsführer Daniel Wágner.elk-wue.de

Stuttgart. Die Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg feiert am Freitag, 7. Februar, ihr 25-jähriges Bestehen. In der Stiftung sind fünf Schulen an vier Standorten mit insgesamt fast 2.300 Schülern zusammengeschlossen. Auch Nichtchristen, beispielsweise Muslime, gehen hier zur Schule, sagte der Stiftungsvorsitzende, Oberkirchenrat Dr. Norbert Lurz.


Oberkirchenrat Dr. Norbert Lutz ist Vorsitzender der Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.Gottfried Stoppel/EMH

Herr Lurz, braucht es in Zeiten sinkender Kirchenmitgliedszahlen noch evangelische Schulen?

Unsere Schulen sind nicht nur für die Kirchenmitglieder da. Sie sind ein Angebot an die gesamte Gesellschaft. Es ist keine Aufnahmebedingung, evangelisch zu sein. Denn wir wollen mit unserem pädagogischen Ansatz in die Gesellschaft hineinstrahlen. Schule wird dabei zu einem Ort kirchlichen Lebens. Die kirchliche Arbeit, etwa Chöre oder Jugendgruppen, können ebenfalls mit der Schule und ihren Räumlichkeiten verbunden werden.

Was ist das Besondere an einer evangelischen Schule?

Der Protestantismus war von Anfang an eine Bildungsbewegung. Der Mensch steht als von Gott geliebtes Individuum im Mittelpunkt der pädagogischen Überlegungen. Wir streben eine ganzheitliche Bildung an, bei der auch der Glaube erfahrbar wird und junge Menschen Halt und Orientierung bekommen. Der Besuch des Religionsunterrichts ist an evangelischen Schulen Pflicht. Aber auch Nichtchristen, etwa Muslime, können eine evangelische Schule besuchen und tun das auch. Unsere Schulstiftung stellt die evangelischen Schulen in eine starke Struktur und Sicherheit. Wir sind Ansprechpartner für das Land, und die Landeskirche steht hinter diesem Bildungsangebot.

Ist konfessionelle Pädagogik in Zeiten von Ökumene überhaupt noch zeitgemäß?

Ja. Der christliche Glaube hat unterschiedliche Ausprägungen erfahren, deshalb gibt es ja fast überall auch weiterhin den konfessionellen Religionsunterricht. Eine Nivellierung konfessioneller Unterschiede wird uns nicht vorwärtsbringen. Voraussetzung für ein gelingendes ökumenisches Gespräch ist, dass wir wissen, wo wir herkommen. Dann kann es auch gelingen, christliche Einheit in der Vielfalt zu leben.


Interview: Marcus Mockler / Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd)


Die Evangelische Schulstiftung ist Trägerin folgender Einrichtungen: Evangelisches Schulzentrum Michelbach, Evangelisches Firstwald-Gymnasium Mössingen, Evangelisches Firstwald-Gymnasium in Kusterdingen, Evangelische Jenaplanschule am Firstwald in Mössingen und Evangelisches Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim. Insgesamt sind an den vier Standorten der württembergischen Schulstiftung fünf Schularten vertreten – neben Gymnasien beziehungsweise Aufbaugymnasien sind dies auch der Grund- und Realschulbereich. Außerdem weist die Jenaplanschule eine besonders inklusive pädagogische Ausrichtung auf.