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Ein Zeichen der Solidarität

Landesbischof July reist nach Nigeria

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July besucht von Mittwoch bis Sonntag, 1. bis 5. August, protestantische Kirchen in Nigeria sowie den dortigen Verein Christlicher Junger Menschen (YMCA). „Wir möchten ein deutliches Zeichen der Solidarität mit unseren Schwestern und Brüdern in Nigeria setzen und zeigen, dass wir an sie denken in ihrer Not und ihrer Verfolgung“ sagt July. „Wir wollen deutlich machen, dass wir alle Teil der weltweiten christlichen Gemeinschaft sind.“

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Landesbischof July © EMH/Gottfried Stoppel

Mit mehr als 190 Millionen Einwohnern gilt Nigeria als das bevölkerungsreichste Land Afrikas und das siebtgrößte weltweit. Es hat die größte Volkswirtschaft Afrikas und wird von der Weltbank als Schwellenmarkt eingestuft. Dennoch gilt mehr als die Hälfte der Bevölkerung als absolut arm mit weniger als zwei Dollar Einkommen pro Tag. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei den Männern bei 51, bei den Frauen bei knapp 53 Jahren. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung von rund 18 Jahren ist eines der niedrigsten der Welt. Die Sicherheitslage gilt als sehr kritisch. Bewaffnete Raubüberfälle und Kriminalität sind gegenwärtig.

Der Süden Nigerias ist eher christlich geprägt, der Norden ist vor allem muslimisch. Dort werden christlichen Minderheiten des Öfteren von muslimischen Extremisten angegriffen und sind Zielscheibe von Anschlägen oder Entführungen. Bekannt ist hier vor allem Boko Haram, eine islamistisch, terroristische Gruppierung im Norden Nigerias, die auch in den Anrainerstaaten Tschad, Niger und Kamerun aktiv ist. Boko Haram setzt sich für die Einführung der Scharia in ganz Nigeria und das Verbot westlicher Bildung ein und ermordet Christen und Muslimen, die sie nicht unterstützen. Ansonsten gibt es ein flächendeckendes gutes Verhältnis zwischen Muslimen und Christen. 

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Rev. Dr. Panti Pilibus Musa ist Präsident des Lutherischen Weltbunds und Erzbischof der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria (LCCN) © epd-bild / Norbert Neetz

Langjährige Beziehungen zu Christen in Nigeria

Die württembergische Landeskirche unterhält seit langem Beziehungen zur Lutherischen Kirche Christi in Nigeria (LCCN), der Kirche der Geschwister (EYN), die der Landesbischof mit seiner Delegation besucht sowie zu dem dortigen YMCA. Die LCCN ist Mitglied im Lutherischen Weltbund (LWB), dessen Vizepräsident July war. Den Erzbischof der LCCN, Dr. Panti Filibus Musa, kennt July persönlich. Er ist der derzeitige Präsident des LWB.

Die Kirche der Geschwister hat langjährige Verbindungen zur Basler Mission. In den 1980-Jahren waren einige Mitarbeiter aus Württemberg in Nigeria. Der YMCA hat seit den 1960-Jahren eine Partnerschaft mit dem Evangelischen Jugendwerk in Württemberg und viele Württemberger haben als „Entwicklungshelfer“ in den Projekten des YMCAs gearbeitet.

Die Kirchen im Norden Nigerias sind Minderheitenkirchen. Sie setzen auf Bildung und Ausbildung, unterhalten Schulen und Ausbildungsstätten. Die württembergische Landeskirche hat in der Vergangenheit ein Solidaritätsopfer für Nigeria erbeten. Auch die Opfer für verfolgte Christen am Stephanustag (2. Weihnachtsfeiertag) und an Reminiscere (17. März 2019) sind für Projekte der beiden Kirchen und des YMCA in Nigeria vorgesehen.