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Landeskirche startet Kommunikationsprojekt für Kirchenbezirke

„Zusammen stark kommunizieren“

Negative Themen wie Austrittszahlen und sexualisierte Gewalt dominieren derzeit die Berichterstattung über Kirche und überdecken das Eigentliche der christlichen Botschaft ebenso wie die vielen positiven Wirkungen der Kirche in der Gesellschaft und das enorme Engagement vieler tausend Haupt- und Ehrenamtlicher, findet die württembergische Landeskirche. Das Projekt „Zusammen stark kommunizieren“ soll das ändern.

Oliver HoeschEMH

 „Als Kirche haben wir ein Kommunikationsproblem“, sagt der frühere Deutsche-Welle-Journalist und ehemalige Sprecher der württembergischen Landeskirche, Oliver Hoesch, und verweist darauf, dass die überregionale Berichterstattung von Negativthemen dominiert ist, insbesondere sexueller Missbrauch und Kirchenaustritte. Dass über diese Dinge berichtet werden muss, hält er für selbstverständlich – doch biete sich der Öffentlichkeit inzwischen ein sehr einseitiges Bild. Mit einem neuen Projekt will die Landeskirche das Themenspektrum wieder ausweiten.

Hoesch ist seit Ende 2021 beim württembergischen Oberkirchenrat zuständig für Publizistik. Die Öffentlichkeitsarbeit in der Stuttgarter Zentrale der Landeskirche sieht er gut aufgestellt, in der Fläche dagegen nicht. Zwar gebe es in jedem Kirchenbezirk einen Beauftragten für die Pressearbeit – für viele sei das aber ein Zusatzjob zu einem häufig ohnehin schon sehr herausfordernden Dienst. Die Begabungen und Erfahrungen Ehrenamtlicher würden zudem viel zu wenig genutzt. Das soll sich nun ändern.

Mit dem Projekt „Zusammen stark kommunizieren“ sollen die Regionen der Landeskirche besser unterstützt werden. Hoesch sieht vor allem in zwei Bereichen Nachholbedarf: bei der strategischen Kommunikation, wo beispielsweise Hintergründe zu einer Fusion von Kirchengemeinden und -bezirken erläutert werden müssen, wo man die Konsequenzen aus Stellenkürzungen erklärt oder wo man thematische Schwerpunkte wie die Taufe kommunizieren kann. Und bei den sozialen Medien, auf denen kirchliche Akteure viel mehr von ihrem Glaubensalltag mitteilen könnten.

Kirchenbezirke, die sich an dem neuen Projekt beteiligen, bekommen in einem ersten Schritt Beratung vor Ort. Mit allen Akteuren – dazu zählen über Dekanatsleitung und Kirchengemeinden hinaus etwa Verantwortliche in Diakonie, Jugendarbeit oder Kirchenmusik – wird analysiert, wo man in Sachen Öffentlichkeitsarbeit gerade steht. Verbunden damit ist eine Umfrage unter den regionalen Akteuren, aus der erkennbar wird, was es schon gibt, wer sich engagiert und wo Handlungsbedarf besteht.

Danach einigen sich die Verantwortlichen darauf, in welche Richtung man sich weiterentwickeln möchte. Wenn das klar ist, werden Haupt- und Ehrenamtliche gesucht, die sich für ihre Aktivitäten schulen lassen. Diese Weiterbildungen übernehmen Susanne Zeltwanger-Canz und ihr Team vom Evangelischen Medienhaus in Stuttgart.

Schon nach wenigen Monaten folgt die erste Evaluation. Sie soll klären, was in Gang gesetzt wurde und wo nachzubessern ist. So kann es laut Hoesch zum Beispiel sein, dass Öffentlichkeitsmitarbeiter ausgebremst werden, weil jegliche Kommunikation von übergeordneter Stelle freigegeben werden muss – was den Prozess erheblich lähmen kann. Solchem Sand im Getriebe kommt eine Evaluation auf die Spur.

Vor wenigen Tagen hat die Landeskirche das Projekt mit einer Kickoff-Veranstaltung gestartet. Mit dabei war Annette Sawade, Vorsitzende des für das Thema Öffentlichkeit zuständigen Ausschusses der württembergischen Landessynode. Die Synode unterstützt das Projekt und erhofft sich davon ein ausgewogeneres Bild von Kirche in der Gesellschaft.

Ein Erfolg könnte es laut Oliver Hoesch schon sein, wenn sich die verschiedenen Kräfte in den Regionen bündelten. Oft stünden die Kommunikation von Kirchenbezirk, -gemeinden, Kirchenmusik, Diakonie und Jugendarbeit unkoordiniert nebeneinander. Das Projekt kann laut Hoesch ein Bewusstsein dafür schaffen, dass man nicht alleine kommuniziert und dass auch nicht jeder alles machen muss.

epd



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