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Zur Sprache bringen, was dem Leben dient

Neujahrsbotschaft 2017 von Landesbischof July

„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“
Jahreslosung 2017 aus Hesekiel 36,26

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July freut sich, dass bald wieder Gottesdienste möglich werden - weist aber auch auf die Verantwortung der Gemeinden hin. EMH/Gottfried Stoppel

Viele Menschen beginnen das neue Jahr mit guten Vorsätzen. Das hilft, Dinge anders zu machen als bisher und eingefahrene Gleise zu verlassen. Die Jahreslosung zeigt, was dazu nötig ist: ein neues Herz, um beherzt handeln zu können, und Geistesgegenwart, um Antworten auf gegenwärtige Fragen zu finden. Im Jahr des Reformationsjubiläums bekommen wir ein Bibelwort, das uns an jedem Tag des neuen Jahres daran erinnert, dass Gott selbst es ist, der uns das neue Herz und den neuen Geist schenkt. Weil Gott uns dies zuspricht, sind unsere Vorsätze nicht vergeblich. Weil Gott es uns vorsagt, können wir es weitersagen.

Damit wir hören können, braucht es Zeiten der Unterbrechung und der Stille. Damit wir hören können, gibt es die Zeiten, in denen die Arbeit ruht. Als Kirchen stärken wir eine Kultur, in der die Würde jedes Menschen als ein Gottesgeschöpf geachtet wird. Dazu gehört die Unterbrechung der Arbeit durch Ruhe. Unsere Sonntage und die Feiertage sind Ruhepunkte, die unserer Gesellschaft einen Rhythmus geben und den Mehrwert des Lebens jenseits der Arbeit erfahrbar machen. Diese gemeinsamen Zeiten der Ruhe gehören zum Fundament unserer Werteordnung.

Der Sonntag ist eines der schönsten Geschenke, die Gott uns gemacht hat. Ich sehe mit Sorge auf die Aushöhlung des Sonntagsschutzes durch wirtschaftliche Interessen. Dazu gehören nicht nur die ausufernden verkaufsoffenen Sonntage, sondern zum Beispiel auch der sonntägliche Betrieb einer Großbaustelle wie Stuttgart 21.

Wir beklagen zu Recht die Tabubrüche unserer Tage. Die Tabubrüche heute gelten einer um sich greifenden Gewalt, besonders durch Worte, die durch die sozialen Netzwerke schnell ein großes Echo bekommen. Den Gewalttaten gehen oft Gewaltworte voraus. Christen wissen um eine andere Sprache und um die Alternative zur Gewalt: die Suche nach guter Nachbarschaft, nach Verständigung darüber, was dem Leben dient, nach Versöhnung. Das wollen wir als Kirche im neuen Jahr wieder zur Sprache bringen, weil Gott selber zu uns spricht: „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Ein gesegnetes neues Jahr 2017 wünscht

Ihr Dr. h. c. Frank Otfried July
Landesbischof

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