| Gedenktag

Gott vergisst niemanden

Eine Andacht zum Ewigkeitssonntag

Am Ewigkeitssonntag (26. November) gedenken Christinnen und Christen den Verstorbenen. Nadja Schienke fragt sich: „Was passiert eigentlich mit Menschen wenn sie tot sind?“ Eine Andacht zum Ende des Kirchenjahres.

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Nadja Schienke © EMH

Was passiert eigentlich mit Menschen, wenn sie tot sind? Viele alte Menschen sagen ja: „Ihr vergesst mich aber nicht, ok?!“ Sie haben Angst, vergessen zu werden, nachdem sie gestorben sind. Dieses Jahr ist die Oma von meinem Freund gestorben. Sie war 88 Jahre alt und dement.

Bei jedem Besuch habe ich gemerkt, dass sie mehr vergessen hatte. Sie hat sich an immer weniger erinnert. Irgendwann auch nicht mehr an mich. Vielleicht hat sie sogar nicht einmal mehr gewusst, wer sie selbst ist. Und dann ist sie gestorben.

In den ersten Tagen danach habe ich noch viel an sie gedacht. Dann immer weniger, habe angefangen sie zu vergessen. Das macht mich ein bisschen traurig, da sie mir etwas bedeutet hat. Deswegen will ich sie auch nicht vergessen. Ich finde es darum gut, dass heute Ewigkeitssonntag ist. An diesem Tag erinnern sich viele Christinnen und Christen an die Verstorbenen. Ich auch. Und natürlich geht es auch darum, was mit den Toten jetzt ist.

Mir tut da ein Spruch aus der Bibel gut. In Jes.49,14-16 sagt Gott, dass er einen niemals vergisst. Selbst wenn eine Mutter ihr Kind vergesse würde. Gott vergisst niemanden. Für mich bedeutet das, dass Gott auch die Oma von meinem Freund nicht vergisst. Auch wenn ich mich irgendwann nicht mehr an sie erinnern sollte. Gott erinnert sich an sie – selbst nach dem Tod!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich bei DasDing (KreuzundQuer).