Für Menschenrechte – gegen Populismus

Kirchen stellen auf der CMT in Stuttgart das neue Demokratie-Mobil vor

Rottenburg/Stuttgart. Was bedeutet es, in einer Demokratie zu leben? Was brauchen die Bürgerinnen und Bürger, um sich in dieser Gesellschaft wohl zu fühlen? Wie kann sich jede und jeder einzelne für Demokratie einsetzen? Bei einem Pressegespräch am Dienstag, 15. Januar, um 11:30 Uhr stellen die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Evangelische Landeskirche in Württemberg gemeinsam mit anderen Partnern im Rahmen der CMT 2019 das Demokratie-Mobil vor. Gesprächspartner am Stand D 48 in Halle 4 werden Dr. Joachim Drumm, Leiter der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft der Diözese Rottenburg-Stuttgart, und Dr. Norbert Lurz, Bildungsdezernent der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, sein.

Mit dem vom oberschwäbischen Hersteller Hymer (Bad Waldsee) zur Verfügung gestellten Fahrzeug ziehen die beiden Kirchen zum „Siebzigjährigen“ des Grundgesetzes das ganze Jahr durch Baden-Württemberg, um bei Veranstaltungen und in Schulen mit den Menschen zu den Themen Demokratie und Grundrechte ins Gespräch zu kommen. „In Zeiten eines sich immer weiter ausbreitenden Populismus“, so Drumm, „ist dies notwendiger denn je.“ Die Diözese hat bereits 2017 die Initiative „Farbe bekennen! Für Demokratie und eine offene Gesellschaft“ gegründet. Sie wird inzwischen von über 60 zivilgesellschaftlichen Institutionen und Verbänden unterstützt. Die politischen Parteien sind auch 2019 als Organisationen und Partner bewusst nicht angesprochen worden. Ziel der Initiative ist der Einsatz für Demokratie und eine offene Gesellschaft sowie die Besinnung auf die Grundwerte der Verfassung, die am 23. Mai 70 Jahre alt wird.

Erste Station des Demokratie-Mobils nach Übergabe des entsprechend umgestalteten Fahrzeuges am Donnerstag, 10. Januar, in Bad Waldsee wird die Freizeit- und Touristikmesse CMT in Stuttgart sein. Am Stand D 48 in Halle 4 stehen während der gesamten Messelaufzeit vom 12. bis 20 Januar Referentinnen und Referenten der beiden Kirchen und ihrer Partner für Gespräche und kleine Vorträge zur Verfügung. Am Montag, 14. Januar, fragen zum Beispiel die Betriebsseelsorge und die Fernfahrerseelsorge Ludwigsburg und Heilbronn „Wo bleibt der Mensch auf dem Weg in den Urlaub?“ Sie beleuchten die herausfordernde Situation zwischen Urlaubern und Berufskraftfahrern und geben Einblicke in die menschliche Lage beider Seiten. Am Dienstag, 15. Januar, fokussiert sich die internationale Friedensbewegung „pax christi“ auf die Themen „Verbot von Rüstungsexporten“ und „Stärkung der Friedensbildung an Schulen“.

Am Freitag, 18. Januar, wird die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg das Thema „Overtourism“ beleuchten und dabei aufzeigen, welche Folgen ein boomender Tourismus, wie zum Beispiel auf Mallorca, für die Natur und die dort lebenden Menschen hat. Das Europa Zentrum Baden Württemberg nimmt die Besucherinnen und Besucher am Stand einen Tag später mit auf die Reise nach Brüssel und zeigt mit dem Spiel „Legislativity“, wie Demokratie auf EU-Ebene funktioniert.

Der erste Termin des Demokratie-Mobils nach der CMT steht ebenfalls schon fest: Am Mittwoch, 23. Januar, ist das Team der Diözese Rottenburg-Stuttgart an einer Gedenkfeier mit Schülern für den 74 Jahre zuvor von den Nazis in Berlin-Plötzensee ermordeten früheren württembergischen Staatspräsidenten Eugen Bolz in dessen Heimatstadt Rottenburg am Neckar dabei. Am Samstag, 16. März, gastiert das Mobil im Gemeindezentrum der Evangelischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Stuttgart, am Samstag, 4. Mai, bei einer Diskussionsveranstaltung von „pax christi“ mit Kandidaten zur Europawahl 2019 und am Donnerstag, 23. Mai, bei der zentralen Veranstaltung der Initiative „Farbe bekennen!“ auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Das Demokratie-Mobil kann das ganze Jahr über von Verbänden und Organisationen für Vorort-Aktionen gebucht werden; ab Mitte des Jahres soll es verstärkt in baden-württembergischen Schulen eingesetzt werden.

Thomas Brandl
Direktor Mediale Kommunikation Diözese Rottenburg-Stuttgart

Oliver Hoesch
Sprecher der Evangelischen Landeskirche in Württemberg