Stuttgart. Seit dem Start der Initiative #VerständigungsOrte – Wir. Reden. Hier. der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Diakonie Deutschland sowie der Evangelischen Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung (midi) im Sommer 2024 gab und gibt es auf dem Gebiet der Ev. Landeskirche in Württemberg inzwischen 15 kirchliche und diakonische Projekte und Träger, die sich für mehr Verständigung in der Gesellschaft eingesetzt haben oder weiterhin einsetzen.
Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl würdigt die Bedeutung der Verständigungsorte so: „Ich glaube nicht, dass wir in einer gespaltenen Gesellschaft leben und die Gräben unüberwindbar sind. Aber ich glaube, dass wir immer weniger Orte haben, an denen wir echt und offen über Probleme in unserer Gesellschaft reden können, ohne gleich Ablehnung oder Verurteilung zu erleben. Ich wünsche mir mehr Gelegenheiten, auch über die heiklen Themen streiten zu können – in der Sache klar, aber im Umgang respektvoll. Eine der großen Stärken von Kirche ist es, verschiedenste Menschen zusammenzubringen und in Gemeinden und Institutionen solche Verständigungsorte aufzubauen.“
Die Herangehensweise vor Ort war und ist dabei völlig unterschiedlich: Es wurden und werden Podiumsdiskussionen, Dialogforen und Tischgespräche bis hin zu integrativen Wohnkonzepten, Kunstinstallationen und „lebendigen Büchern“ angeboten. Auch künftig sollen Gemeinden und Einrichtungen von Kirche und Diakonie ermutigt werden, Räume für Gespräche zu öffnen und Menschen mit unterschiedlichen Ansichten zum Austausch einzuladen.
In Württemberg sind in der midi-Karte aktuell folgende #VerständigungsOrte und -Träger verzeichnet:
Ev. Akademie in Bad Boll
„Metamorphosen – zwei verknüpfende Wochen“, Ev. Stadtkirchengemeinde Bad Cannstatt
„Begegnungstreff Blaubeuren“, Diakonische Bezirksstelle Blaubeuren
„Wir müssen miteinander REDEN – Standpunkte im Gespräch“, Ev. Bildungswerk Nördlicher Schwarzwald, Calw
„Talk in Hohenkreuz“, Ev. Kirchengemeinde St. Bernhardt zum Hohenkreuz, Esslingen
„Hoffnungsträger Stiftung – Integratives Wohnen“, Leonberg
Dialogforum „Ist das Boot voll? Ludwigsburg und seine Flüchtlinge“, Friedenskirche Ludwigsburg
„Internationales Frühstück“, Ev. Kirchengemeinde Neusteinhofen
„Miteinander in Pleidelsheim“, Ev. Kirchengemeinde Pleidelsheim
„Hallo Nachbarn“, Ev. Kirchengemeinde Reutlingen
„Plattform lebenswert“, Ev. Kirchengemeinde Reutlingen Süd
„Sprechen und Zuhören – Verständigungsorte in Reutlingen“ bzw. „Bündnis für Menschenrechte Reutlingen“ u.a. Diakonieverband Reutlingen, Citykirche Reutlingen, Ev. Bildung Reutlingen, Ev. Hochschule Ludwigsburg
„Zusammenkommen“, Ev. Christuskirche Stuttgart
„Verständigungsorte der Demokratie“, Ev. Eberhardsgemeinde Tübingen
„Lebendige Bibliothek Rottweil“, Ev. Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk Tuttlingen
Hintergrund:
Die Initiative #VerständigungsOrte bietet Handreichungen, Seminare, Beispiele und Materialien, wie es gelingen kann, als Kirche und Diakonie Räume zu öffnen. Auch bereits vorhandene Formate werden unter #VerständigungsOrte sichtbar gemacht. Eine digitale Veranstaltungsreihe unterstützt Gemeinden und Einrichtungen, erfolgreich Verständigungsprozesse zu strittigen Themen anzustoßen und zu gestalten. Das Thema spielt dabei keine Rolle. Es können Krisen wie Klima oder Krieg thematisiert werden oder lokale Fragen vor Ort. Die Teilnehmenden lernen bewährte Praxisbeispiele und Unterstützungsmöglichkeiten kennen und können sich miteinander austauschen.
Dan Peter
Sprecher der Landeskirche
HINWEISE: