#VerständigungsOrt: "Hallo Nachbarn" in Reutlingen

"Hallo Nachbarn ist es ein Anliegen, alle Menschen in ihrer Verschiedenheit zusammenzubringen und zu motivieren, sich aktiv füreinander einzubringen."

Mit dem Quartiersprojekt "Hallo Nachbarn" gibt es im Stadtteil Hinterer Ringelsbach in Reutlingen einen Ort zum Reden und Zuhören. Im Interview erzählt der Koordinator Dr. med. Gernot Bohnenberger, bei welchen Gelegenheiten sich die Menschen im Quartier begegnen, miteinander austauschen und vernetzen, aber auch ihre Kompetenzen erweitern können. Das Netzwerk ist Teil der Initiative #VerständigungsOrte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Diakonie Deutschland und der „midi – Zukunftswerkstatt von Kirche und Diakonie“.

Dr. med. Gernot Bohnenberger
Dr. med. Gernot Bohnenberger

Warum ist Ihr Projekt "Hallo Nachbarn" ein #VerständigungsOrt?

Dr. med. Gernot Bohnenberger: Hallo Nachbarn bietet als das größte Teilprojekt der Plattform lebenswert mitten im Quartier Angebote und einen Raum, sich zu treffen, auszutauschen, zu unterstützen, gemeinsam Dinge voranzubringen, voneinander zu lernen und über alle kulturellen Unterschiede hinweg Gemeinsamkeiten zu entdecken. Hallo Nachbarn bringt die Menschen vor Ort zusammen, damit sie gemeinsam ihr Quartier als Lebensraum neu erfahren und damit zum lebenswerten Raum machen. Wer miteinander agiert, kommt ins Gespräch und baut Ängste ab. Wo Vertrauen aufgebaut ist, findet in der Regel auch Unterstützung statt und können Themen kontrovers diskutiert werden.

Wieso ist es Ihnen von der Ev. Kirchengemeinde Reutlingen Süd wichtig, einen #VerständigungsOrt anzubieten?

Bohnenberger: Kirche ist Teil eines Quartiers und wirkt in den öffentlichen Raum. Die Zukunft unserer Gesellschaft liegt im gestaltenden Miteinander. Genau da kann sich Kirche als ein wichtiger Player einbringen. Die öffentlichen Sozialsysteme können nicht alleine für unser Wohlergehen sorgen, sondern Institutionen und Bürger:innen selbst sind in Gemeinschaft aufgefordert, Netzwerke zu knüpfen, die auch in Krisensituationen tragen. Kirche kann sich positionieren und mithelfen, der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft mutig entgegenzutreten, indem Orte des Gesprächs und eine Plattform angeboten werden, auf der jede:r sich mit seinen und ihren Gaben und Ideen einbringen kann.

#VerständigungsOrte

Kirche und Diakonie setzen sich angesichts von Krisen, Polarisierung und Populismus für mehr Verständigung ein. Die Initiative #VerständigungsOrte – Wir. Reden. Hier. der EKD, der Diakonie Deutschland und der "midi – Zukunftswerkstatt von Kirche und Diakonie" ermutigt alle Gemeinden und Einrichtungen von Kirche und Diakonie dazu, Räume für Gespräche zu öffnen und Menschen mit unterschiedlichen Ansichten zum Austausch einzuladen.

Schulfrühstück
Schulfrühstück

Kommt es auch tatsächlich zu Kontroversen, die man für alle Beteiligten konstruktiv bearbeiten kann? Kommt es zu „Verständigung“? Was verstehen Sie bei Ihrem Format konkret unter „Verständigung?“

Bohnenberger: Hallo Nachbarn ist es ein Anliegen, alle Menschen in ihrer Verschiedenheit zusammenzubringen und zu motivieren, sich aktiv füreinander einzubringen. Die Quartiersbewohner:innen entscheiden selbst - mit Festen, Aktionen, Angeboten, Projekten und Tätigkeiten, welche die Einzelnen anstoßen und verantwortlich mit anderen durchführen. Interkulturelle Unterschiede und Meinungen der unterschiedlichen Milieus werden moderiert, sichtbar gemacht, im besten Fall ausgeglichen und zusammengeführt. Gespräche können so entstehen, die sonst nicht stattfinden. Menschen lernen sich kennen und respektieren, trotz und gerade wegen ihrer verschiedenen Geschichten und Ansichten. In den Angeboten und Projekten von Hallo Nachbarn können Menschen neben dem konkreten Tun Gemeinschaft und Verständigung gleichzeitig erfahren und zudem ihre Kompetenzen erweitern, z.B. beim gemeinsamen Gardening im Quartier, der StraßenUni mit ihren Bildungsangeboten, der gelebten Health literacy bei Gesundheit im Bauwagen oder beim regen Austausch beim Café im Quartier und vielem mehr.

Unternehmernetzwerk
Unternehmernetzwerk

Haben Sie ganz praktische Tipps, wie man - auch aus einer christlichen Haltung heraus - angesichts von Krisen, Polarisierung und Populismus wieder ins Gespräch kommen kann?

Bohnenberger: Dort wo Menschen ihre eigenen Themen umsetzen, für die sie brennen, die im Alltag wichtig sind, dort begegnen sie sich mit maximalem Engagement. Im gestaltenden Miteinander lernen sie sich kennen, respektieren und wertschätzen. Bei Hallo Nachbarn hören wir den Menschen zu, nehmen deren Sorgen, Ängste und Angebote wahr. Unsere Projekte sind die konkrete Antwort auf diese Äußerungen und Anregungen aus dem Quartier. Durch das konkrete Tun, das konkrete Erleben, stehen die eigenen Erfahrungen der Quartiersbewohner:innen dem Populismus entgegen und stärken so das Verständnis für die Lebenssituation anderer und die Bereitschaft zu unterstützen. Im christlichen Selbstverständnis ist die Nächstenliebe sowieso verankert und diakonisches Wirken kann somit gelebte Quartiersarbeit sein.

Was würden Sie anderen empfehlen, die auch einen #VerständigungsOrt anbieten möchten?

Bohnenberger: Hören Sie auf das, was die Menschen bewegt, geben Sie ihnen Raum, dies zu teilen und mit anderen gestaltend tätig zu werden. Vernetzen sie sich im Quartier und schaffen Sie für alle Beteiligte – für Sorgende und Umsorgte - lebenswerte Momente!

#VerständigungsOrte in der württembergischen Landeskirche

#VerständigungsOrt: "Hallo Nachbarn" in Reutlingen

Mit dem Quartiersprojekt "Hallo Nachbarn" gibt es im Stadtteil Hinterer Ringelsbach in Reutlingen einen Ort zum Reden und Zuhören. Im Interview erzählt der Koordinator Dr. med. Gernot Bohnenberger, bei welchen Gelegenheiten sich die Menschen im Quartier begegnen, miteinander austauschen und vernetzen, aber auch ihre Kompetenzen erweitern können.

Weiterlesen #VerständigungsOrt: "Hallo Nachbarn" in Reutlingen

#VerständigungsOrt: "Plattform lebenswert" in Reutlingen

Mit der Plattform "lebenswert" gibt es in Reutlingen einen Ort zum Reden und Zuhören. Im Interview erzählt die Koordinatorin Mimi Böckmann, auf welche Weise die Menschen im Quartier soziales Engagement vor Ort erfahren und bei welcher Gelegenheit sie sich auch mit politischen Themen kontrovers auseinandersetzen können.

Weiterlesen #VerständigungsOrt: "Plattform lebenswert" in Reutlingen

#VerständigungsOrte: Das Gesprächsformat "Sprechen und Zuhören" in Reutlingen

Mit dem Gesprächsformat „Sprechen und Zuhören“ gibt es in Reutlingen einen Ort zum Reden und Zuhören. Im Interview erzählt der Geschäftsführer des Diakonieverbands Reutlingen, Pfarrer Dr. Joachim Rückle, wie dabei Themen wie Nächsten- bzw. Fremdenliebe diskutiert werden.

Weiterlesen #VerständigungsOrte: Das Gesprächsformat "Sprechen und Zuhören" in Reutlingen

#VerständigungsOrte: „Hoffnungshäuser der Hoffnungsträger Stiftung Leonberg"

Mit den Hoffnungshäusern gibt es an zehn Standorten in Baden-Württemberg Orte zum Reden und Zuhören. Im Interview erzählt Agnes Hoffmeister, wie unterschiedlich die Menschen sind, die in dem integrativen Wohnkonzept miteinander leben, wie konkret Zusammenhalt und Vertrauen vor Ort gestärkt werden und welche Rolle die Nächstenliebe spielt.

Weiterlesen #VerständigungsOrte: „Hoffnungshäuser der Hoffnungsträger Stiftung Leonberg"

#VerständigungsOrt: „Begegnungstreff Blaubeuren"

Mit dem Begegnungstreff gibt es im Diakonieladen in Blaubeuren einen Ort zum Reden und Zuhören. Im Interview erzählt Christine Klass davon, wie vielfältig das Veranstaltungsangebot dort ist, welche Personengruppen sich engagieren und wie wichtig Wertschätzung für Verständigung ist.

Weiterlesen #VerständigungsOrt: „Begegnungstreff Blaubeuren"

„Metamorphosen - zwei verknüpfende Wochen“: Ein #VerständigungsOrt in Bad Cannstatt

Mit der Veranstaltungsreihe „Metamorphosen – zwei verknüpfende Wochen“ gab es in der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Bad Cannstatt einen Ort zum Reden und Zuhören. Im Interview erzählt der geschäftsführende Pfarrer Alexander Stölzle, was das Metamorphosen-Projekt auszeichnet und was unter der eigenen unabwendbaren Wandelbarkeit zu verstehen ist.

Weiterlesen „Metamorphosen - zwei verknüpfende Wochen“: Ein #VerständigungsOrt in Bad Cannstatt

„Lebendige Bibliothek“: Ein #VerständigungsOrt in Rottweil

Mit dem Gesprächsformat „Lebendige Bibliothek“ schafft die Evangelische Erwachsenenbildung SüdwestWürttemberg einen Ort zum Reden und Zuhören. Im Interview erzählt Geschäftsführerin Dr. Janina Niefer, was unter lebendigen Büchern zu verstehen ist und inwiefern Teilnehmende mit ihrer Hilfe über den eigenen Tellerrand hinausblicken können.

Weiterlesen „Lebendige Bibliothek“: Ein #VerständigungsOrt in Rottweil

#VerständigungsOrt in Calw: "Als Christen haben wir auch eine Verantwortung für ein gutes Miteinander"

Mit dem Debattenformat „Standpunkte im Gespräch“ schafft das Ev. Bildungswerk nördlicher Schwarzwald Orte zum Reden und Zuhören. Im Interview erzählt Geschäftsführer Tobias Götz, was die Veranstaltung auszeichnet und welche Themen kontroverse Diskussionen auslösten.

Weiterlesen #VerständigungsOrt in Calw: "Als Christen haben wir auch eine Verantwortung für ein gutes Miteinander"

#VerständigungsOrt in Bad Boll: "Christlicher Glaube kann uns gelassener auch schwierige Diskurse angehen lassen"

Die Evangelische Akademie Bad Boll versteht sich schon immer als Ort der Begegnung und Verständigung. Im Interview erzählen Direktor Dr. Dietmar Merz und Studienleiterin Dr. Carola Hausotter, wie dieses Selbstverständnis in der Praxis umgesetzt wird.

Weiterlesen #VerständigungsOrt in Bad Boll: "Christlicher Glaube kann uns gelassener auch schwierige Diskurse angehen lassen"

#VerständigungsOrt in Esslingen: „Unser Maßstab für Verständigung ist die christliche Botschaft“

Dreimal im Jahr verwickeln Pfarrer Christoph Schweizer und sein Team im Esslinger Stadtteil Hohenkreuz Menschen ins Gespräch „über Gott und die Welt“.

Weiterlesen #VerständigungsOrt in Esslingen: „Unser Maßstab für Verständigung ist die christliche Botschaft“

#VerständigungsOrt in Ludwigsburg: „Wie heute streiten?“

Das Dialogforum der Ludwigsburger Friedenskirche gehört zur Initiative #VerständigungsOrte. Fast 200 Menschen kamen im April zusammen unter dem Motto „Ist das Boot voll? Ludwigsburg und seine Flüchtlinge“, um miteinander zu diskutieren. Hier berichtet Pfarrer Dr. Martin Wendte über Erfahrungen.

Weiterlesen #VerständigungsOrt in Ludwigsburg: „Wie heute streiten?“

#VerständigungsOrt in Tübingen: „Wie heute streiten?“

„Wie heute streiten?“ - dieser Frage widmet sich die Gesprächsreihe "Verständigungsorte der Demokratie" der Eberhardsgemeinde Tübingen in Kooperation mit dem Landestheater. Pfarrer Dr. Martin Böger berichtet im Interview über die Erfahrungen mit einem Raum für pointierte, ehrliche und wertschätzende Diskussionen.

Weiterlesen #VerständigungsOrt in Tübingen: „Wie heute streiten?“

  • Die Landeskirche in den sozialen Netzwerken

    Instagram @elkwue - Newskanal der Landeskirche

    Externer redaktioneller Inhalt

    Hier wird Ihnen ein externer redaktioneller Inhalt bereitgestellt. Sofern Sie sich diesen anzeigen lassen, kann es sein, dass Daten von Ihnen an den Anbieter des externen Inhaltes gesendet werden.

    Hinweis für Kirchengemeinden

    Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontaktdontospamme@gowaway.elk-wue.de nachzufragen, ob die Nutzungsrechte für den jeweiligen Zweck vorliegen. Gerne können Sie alle Bilder nutzen, die Sie im Pressebereich unserer Webseite finden. Sie möchten in Ihrem Schaukasten auf unsere Webseite verlinken? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen QR-Code erstellen können. 

    Schon gewusst?

    Was es mit der Kirchensteuer auf sich hat, wie sie bemessen wird und welche positiven Effekte die Kirchen mit der Kirchensteuer an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens erzielen, erfahren Sie auf www.kirchensteuer-wirkt.de.

    Grafik Kirchensteuer wirkt Bildung

    Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten

    Eintrittsgebühren für Kirchen?

    Peter Schaal-Ahlers ist Pfarrer am Ulmer Münster, einer der meistbesuchten Kirchen Württembergs. Auch das Münster kämpft mit hohen Kosten für Erhalt und Unterhalt der Kirche. Da liegt die Versuchung von Eintrittsgebühren nahe - trotzdem plädiert Schaal-Ahlers hier für andere, kreativere Wege der Finanzierung.

    Weiterlesen

    Sommertagung der Landessynode zu Ende gegangen

    Am 4. Juli ist die Sommertagung der württembergischen Landessynode in Stuttgart zu Ende gegangen. Schwerpunkte am zweiten Sitzungstag waren der Beschluss über einen theologischen Schwerpunkt, die Auswertung der Kirchenwahl 2025 und verschiedene Berichte, drei förmliche Anfragen und eine Reihe selbstständiger Anträge

    Weiterlesen

    Rückblick: Erster Tag der Sommersynode

    Die württembergische Landessynode befasste sich am ersten Tag ihrer Sommertagung ebenso mit gesellschaftlichen und politischen Fragen wie mit der Entwicklung des Pfarrdienstes, der Finanzsituation der Landeskirche und der Lage der Religionspädagoginnen und -pädagogen an den Schulen.

    Weiterlesen

    „Solidarität mit der Hamas hilft nicht der Sache der Palästinenser. Das Gegenteil ist der Fall“

    Zu Beginn der Sommertagung der 17. Württembergischen Evangelischen Landessynode ging Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl in seinem Bericht unter anderem auf die Herausforderungen der Kirche ein. Er äußerte sich auch zur Situation im Nahen Osten und zum zunehmenden Antisemitismus.

    Weiterlesen

    Landesbischof Gohl wirbt für Spielräume, Stärkung kirchlicher Dienste und der Demokratie

    Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl warb zum Auftakt der Sommertagung der württembergischen Landessynode für mehr Gestaltungsspielräume in Kirche und Gesellschaft, eine stärkere Rolle der Kirche in Demokratie- und Ethikdebatten sowie für die enge Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen.

    Weiterlesen

    Sommersynode tagt am 3. und 4. Juli

    Am 3. und 4. Juli kommt die Landessynode im Stuttgarter Hospitalhof zu ihrer Sommertagung zusammen. Im Mittelpunkt der Tagung stehen der Bericht des Landesbischofs sowie die Finanz-, Personal- und Maßnahmenplanung der Landeskirche. Verfolgen Sie die Tagung hier im Livestream.

    Weiterlesen

    Farbschwäche:

    Benutzen Sie die Schieberegler oder die Checkboxen um Farbeinstellungen zu regulieren

    Einstellungen für Farbschwäche

    Schrift:

    Hier können die Schriftgröße und der Zeilenabstand eingestellt werden

    Einstellungen für Schrift

    Schriftgröße
    D
    1
    U

    Zeilenabstand
    Q
    1
    W
    Tastenkombinationen:

    Mit den aufgeführten Tastenkombinationen können Seitenbereiche direkt angesprungen werden. Verwenden Sie auch die Tabulator-Taste oder die Pfeiltasten um in der Seite zu navigieren.

    Inhalt Tastenkombinationen

    Hauptnavigation: M
    Toolbar Menü: T
    Inhalt: C
    Footer: F
    Barrierefreiheit: A
    Hauptnavigation: M
    Toolbar Menü: T
    Inhalt: C
    Footer: F
    Schriftgröße +: U
    Schriftgröße -: D
    Zeilenabstand +: W
    Zeilenabstand -: Q
    Nachtmodus : Alt (Mac Option Key) + J
    Ohne Bilder: Alt (Mac Option Key) + K
    Fokus: Alt (Mac Option Key) + G
    Tasten­kombinationen: Alt (Mac Option Key) + O
    Tastensteuerung aktivieren: Alt (Mac Option Key) + V
    Alles zurücksetzen: Alt (Mac Option Key) + Y