| Kirchenjahr

Gegen die Selbstbezogenheit: Was Jesaja übers Fasten dachte

Folge 3 unserer Serie mit großen Fastengestalten aus Bibel und Kirchengeschichte

Fasten hat eine jahrtausendealte Tradition. In einer siebenteiligen Serie stellen wir in jeder der sieben Fastenwochen eine Gestalt aus der Bibel oder der Kirchengeschichte vor, die einen bestimmten Aspekt des Fastens verkörpert. In Woche 3 ist es der Prophet Jesaja, der ein ziemlich provokatives Verständnis des Fastens hatte.

Der Prophet Jesaja
Für den Propheten Jesaja gehörten das Fasten und die Zuwendung zum leidenden Menschen zusammen.Bild: Charlotte Horn

Pfarrer Felix Weise schreibt über Jesaja und seine Vorstellung vom richtigen Fasten:

Jesaja hatte ein Problem mit dem Fasten. Aber nicht etwa, weil er keine Lust oder kein Durchhaltevermögen besaß (darüber sagt die Bibel zumindest nichts aus). Er sah, dass das Fasten seinen Zweck nicht erfüllte. Nach außen hin schien alles perfekt: Die Menschen fasteten, und kleideten sich „in Asche“, wie der Prophet Jesaja schreibt. Fasten ist aber mehr also nur eine äußere Haltung, sagt Jesaja. Er kritisierte ein Fasten, das nur religiöse Pflichterfüllung ist. Eine Haltung, die davon ausgeht: Wenn ich nur genug faste und bete, dann wird Gott mich belohnen. Das Problem war sogar noch größer: Während die Menschen in Jerusalem zwar vorbildlich nach außen hin fasteten, unternahm niemand etwas gegen die Ungerechtigkeit und die Not, die gleichzeitig herrschte. Für Jesaja war klar: Richtiges Fasten dient dazu, den Blick von sich selbst weg auf andere zu richten. Er stellte mit seinen Forderungen das Konzept gehörig auf den Kopf. Er sagte: Fasten heißt, Sklaven und Menschen in unterdrückenden Verhältnissen zu befreien. Fasten heißt, den Hungrigen Brot, den Wohnungslosen ein Dach über den Kopf und den Nackten Kleidung zu geben. Das stellt nicht nur die heutige Praxis des Fastens auf den Kopf, sondern war auch damals schon eine riesige Provokation. Jesaja war nicht gegen den Verzicht. Aber er konnte nicht viel damit anfangen, wenn der Verzicht nicht aus der Selbstbezogenheit herausführte. Nachlesen kann man sein Verständnis vom Fasten unter Jes 58,1-12.

Sieben Fastengestalten aus Bibel und Kirchengeschichte

Im Verlauf der Fastenzeit 2023 stellen wir auf elk-wue.de jede Woche eine Gestalt aus Bibel oder Kirchengeschichte vor, die einen bestimmten Aspekt des Fastens verkörpert. Chalotte Horn ist Vikarin in Bad Saulgau und zeichnet oder malt dazu die Illustrationen. Hier finden Sie im Verlauf der Fastenzeit alle zugehörigen Artikel:

Mehr News

  • Datum: 22.04.2024

    Innovationstag: Jetzt anmelden!

    Frische Ideen fürs Gemeindeleben: Unter dem Motto „#gemeindebegeistert – Kirche lebt, wo dein Herz schlägt“ veranstaltet die Landeskirche am 4. Mai einen großen Innovationstag. In Projektpräsentationen und Workshops gibt’s Austausch und Tipps. Jetzt anmelden

    Mehr erfahren
  • Datum: 22.04.2024

    KI in der Gemeindearbeit einsetzen

    Was ist Künstliche Intelligenz und was ist damit anzufangen? Eignet sich KI auch für die Gemeindearbeit und wo konkret kann sie dort zielgerichtet angewendet werden? Mit diesen Fragen befasst sich am 16. Mai ein Online-Seminar des Evangelischen Medienhauses.

    Mehr erfahren
  • Datum: 19.04.2024

    „Konfirmanden ist Glaube wichtiger als Geschenke“

    Frontalunterricht gibt es kaum noch im Konfi-Unterricht, sagt Prof. Dr. Wolfgang Ilg von der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg im Interview. Die Konfi-Arbeit sei nach wie vor das Angebot mit der größten Reichweite in der Evangelischen Kirche.

    Mehr erfahren
  • Datum: 18.04.2024

    „Kirche mit Kindern“ ist einfach lebendig

    Vom Kindergottesdienst zu einer Kirche für die ganze Familie: Lebendiger und spannender Gottesdienst mit neuen Herausforderungen. Wir haben Sabine Foth gefragt, wie sich die Kirche mit Kindern zu einer Familienkirche gewandelt hat und was ihr an der Arbeit besonders gefällt.

    Mehr erfahren
  • Datum: 18.04.2024

    Video: Multitalent mit Down-Syndrom

    Tamara Röske hat viele Talente: Schauspielern, Modeln und Leichtathletik – trotz Handicap. Die 28-Jährige hat das Down-Syndrom. Wie bringt sie alles unter einen Hut? Darüber spricht sie zusammen mit ihrer Mutter Antje mit „Alpha & Omega“-Moderatorin Heidrun Lieb.

    Mehr erfahren
  • Datum: 17.04.2024

    „Der Segen Gottes gilt uns allen“

    Mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche Mariaberg bei Gammertingen hat am 13. April die ökumenische Woche für das Leben begonnen. Sie stellt unter dem Motto die Lebenswirklichkeiten Jugendlicher und junger Erwachsener mit Behinderungen in den Mittelpunkt.

    Mehr erfahren
  • Datum: 16.04.2024

    Segen, Mut & Traubenzucker

    In diesen Wochen stehen an vielen Schulen Abschlussprüfungen an - für Schülerinnen und Schüler eine stressige Zeit. Die Ev. Jugendkirche Stuttgart macht mit einem speziellen PrüfungsSegen Mut und stellt auch anderen Gemeinden Materialien zur Verfügung.

    Mehr erfahren
  • Datum: 16.04.2024

    Digitaler Notfallkoffer für die Seele

    Hilfe in persönlichen Krisenmomenten bietet die KrisenKompass-App der Telefonseelsorge fürs Handy und Tablet. Sie bietet Unterstützung, um schnell wieder auf positive Gedanken zu kommen oder bei Bedarf rasch professionelle Hilfe finden zu können.

    Mehr erfahren
  • Datum: 16.04.2024

    Zum 200. Todestag von Beata Regina Hahn

    Vor 200 Jahren starb Beata Regina Hahn, die zweite Ehefrau des Mechanikerpfarrers Philipp Matthäus Hahn, Tochter von Johann Friedrich Flattich und Mutter der Schulgründerin Beate Paulus. Als Herausgeberin von Hahns Schriften prägte sie dessen Bild für viele Jahre.

    Mehr erfahren
  • Datum: 15.04.2024

    „Wir beten, dass die zerstörende Gewalt ein Ende nimmt“

    Die Landeskirchen in Württemberg und Baden haben den Jüdinnen und Juden im Land Grüße zum Pessach-Fest übersandt. Darin nehmen Landesbischof Gohl und Landesbischöfin Springhart Bezug auf den Angriff der Hamas wie auch auf den Raketenangriff des Iran auf Israel.

    Mehr erfahren
  • Datum: 15.04.2024

    Hoffnung wird durch Menschen vermittelt

    Bei einer religionspolitischen Tagung der SPD-Bundestagsfraktion am 12. April in Berlin unter dem Titel „Mehr Zuversicht! Mit Hoffnung die Zeiten wenden“ betonte Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl, wer die Verwurzelung in Jesus Christus spüre, werde für andere zur Hoffnung.

    Mehr erfahren
  • Datum: 13.04.2024

    Landesbischof Gohl: "Wir stehen an der Seite Israels"

    "Der Angriff des Iran bedroht die Existenz Israels. Wir müssen daran erinnern, dass alles mit dem Pogrom der Hamas an Israel begann." Gohl weist weiterhin auf die israelischen Geiseln in der Gewalt der Hamas hin.

    Mehr erfahren
Mehr laden