„Kirche fördert Ehrenamt und Demokratie aus Überzeugung“

Zum Ehrentag am 23. Mai 2026 aus Anlass des Geburtstags des Grundgesetzes  

Am 23. Mai begeht Deutschland zum Geburtstag des Grundgesetzes den sogenannten Ehrentag, den Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgerufen hat, um Demokratie, bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Auch die vielfältigen Angebote der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für die Menschen im Land sind ohne die weit über 100.000 ehrenamtlich Mitarbeitenden nicht vorstellbar. 

Karola Vollmer, Leiterin der Fachstelle Ehrenamt der württembergischen Landeskirche
Karola Vollmer, Leiterin der Fachstelle Ehrenamt der württembergischen Landeskirche

Karola Vollmer, Leiterin der Fachstelle Ehrenamt der württembergischen Landeskirche, ordnet das Ehrenamt gesellschaftlich und psychologisch ein: „Kirchliches Ehrenamt geschieht ganz im Zeichen des Art. 1 GG, wonach die Würde des Menschen unantastbar ist. Christliche Nächstenliebe ist sichtbarer und spürbarer Ausdruck der Wertschätzung und Würdigung aller Menschen. Diese Haltung ist auch das Hauptmotiv für kirchliches Ehrenamt.  Aktuelle Zahlen belegen, dass sich 91% aller ehrenamtlich Engagierten deswegen engagieren, weil sie für andere da sein wollen.“  

Kirchen und Gemeinden sähen in der im Grundgesetz festgelegten Religionsfreiheit auch eine „große Verantwortung für das Gemeinwohl“, so Vollmer. Kirche schaffe bewusst Orte und Begegnungen, „in denen die demokratische Grundordnung bewusst gemacht und gestärkt wird: Vesperkirchen, Tafelläden, inklusive Einrichtungen oder Bildungsveranstaltungen. All das sind Lernorte für Demokratie.“  

Die evangelische Kirche sei selbst demokratisch organisiert: „Kirchengemeinderäte und Landessynode werden von den Kirchenmitgliedern gewählt. Die Gewählten üben ihre Ämter ehrenamtlich aus. Die Kirche schätzt und fördert ehrenamtliches Engagement. Ehrenamtliche werden bestmöglich unterstützt und begleitet. Entsprechende Qualifikationen und Fortbildungen bieten regelmäßig die Fachstelle Ehrenamt und das Referat Kirchengemeinderatsarbeit an.“ 

Vollmer betont: „Kirche fördert Ehrenamt und Demokratie aus Überzeugung. Sie leistet damit einen wichtigen und wertvollen Beitrag zu einer solidarischen, teilhabeorientierten und engagierten Gesellschaft.“ 

Christoph Alber

Christoph Alber, Diakon und Landesreferent für Kirchengemeinderatsarbeit, ergänzt: „Kirche ohne Ehrenamt wäre nicht zu denken. Menschen, die zur Gemeinde gehören, haben Anteil an dem, was dargeboten wird. Sie können sich mit ihren Gaben, Meinungen, Hobbys, Bedürfnissen einbringen und tragen mit ihrem Engagement dazu bei, dass das Miteinander lebendig wird. Bunt und vielfältig treten Ehrenamtliche in ihren Gemeinden auf und bereichern das gesellschaftliche Leben. Durch das Engagement der Vielen wird die Gemeinde zur Keimquelle des konstruktiven Dialogs.  

In den kirchlichen Gremien erleben ehrenamtlich Engagierte das Hin und Her der freien Meinungsäußerung. Debatten müssen geführt werden. Meinungsvielfalt und die Unterschiede weisen darauf hin, dass eine gemeinsame Lösung nur durch Kompromissbereitschaft gefunden werden kann. 

Jeder Mensch braucht ein gewisses Maß an Wertschätzung, Anerkennung, Bedeutung für andere. Dies kann im kirchlichen Ehrenamt ge- und erlebt werden. Durch das Engagement (und Gottes Geist) gelingen Projekte, werden Menschen unterstützt und wird der Sinn für das Gemeinwohl gestärkt.“ 

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl fasst zusammen: „Die weit über 100.000 Ehrenamtlichen sind eine wichtige Säule unserer Landeskirche. Sie sorgen für das kirchliche Leben, stützen und stärken den Glauben und setzen sich für ihre Mitmenschen ein – weit über unsere Kirche hinaus. Dafür gebühren ihnen Dank und Anerkennung, auch weil sie durch ihren Einsatz zeigen, wie demokratische Strukturen ganz praktisch funktionieren.“ 

Im Evangelischen Oberkirchenrat in Stuttgart sind die 350 Mitarbeitenden am 23. Mai zu einer Veranstaltung des Evangelischen Bildungswerks Württemberg eingeladen, bei der es um den Zusammenhang von Bildung und Demokratie geht. Eine ähnliche Veranstaltung bietet das Bildungswerk auch in der Landesgeschäftsstelle des Diakonischen Werks Württemberg an. 

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