Das neue Evangelische Gesangbuch stößt in den Testgemeinden auf breite Zustimmung. Mehr als 87 Prozent der Teilnehmenden geben an, darin Lieder für ihr persönliches Glaubensleben zu finden. Zu diesem Ergebnis kommt die deutschland- und österreichweite Erprobungsphase, bei der zwischen September 2025 und März 2026 Teile des künftigen Gesangbuchs in rund 550 Kirchengemeinden getestet wurden.

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, unterstreicht die hohe Bedeutung der Rückmeldungen für die weitere Arbeit am Gesangbuch: „Ein Gesangbuch begleitet Menschen oft über Jahrzehnte. Deshalb ist es ein starkes Signal, dass so viele Teilnehmende sagen: Hier finden wir Lieder und Texte für unseren Glauben. Besonders wichtig ist für mich, dass wir nicht nur Zustimmung, sondern auch konkrete Hinweise bekommen haben, was wir verbessern können.“
Besonders positiv bewerteten die Teilnehmenden die Vielfalt der Inhalte. Klassische Choräle stehen neben neueren geistlichen Liedern, Psalmen und spirituellen Texten. Viele Befragte erleben diese Verbindung von Tradition und Gegenwart als Bereicherung. Die Rückmeldungen zeigen zugleich Verbesserungswünsche bei einzelnen Liedauswahlen, bei Aspekten des Noten- und Textsatzes sowie bei einigen redaktionellen Bearbeitungen bekannter Choräle. Diese Hinweise fließen nun in die weitere Überarbeitung ein.
Auch die neue Konzeption des Gesangbuchs stößt auf Zustimmung. Die stärkere Verknüpfung von Liedern, Psalmen und Texten eröffnet nach Einschätzung vieler Befragter neue Möglichkeiten für Gottesdienste, Gemeindearbeit und persönliche Andachten. Das Gesangbuch werde als inspirierend, lebensnah und spirituell ansprechend wahrgenommen.
Besonders positiv fiel das Urteil jüngerer Teilnehmender aus. Ihre Bewertungen lagen insgesamt über dem Durchschnitt aller Befragten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das neue Gesangbuch auch für kommende Generationen attraktiv sein kann.
„Das neue Gesangbuch verbindet vertraute Lieder mit neuen Ausdrucksformen des Glaubens. Genau diese Verbindung wünschen sich viele Menschen. Die Erprobung zeigt, dass Tradition und neue geistliche Lieder kein Gegensatz sind", sagt die EKD-Ratsvorsitzende.
HIntergrund:
Der Rat der EKD beschloss 2017 gemeinsam mit den evangelischen Landeskirchen die Erarbeitung eines neuen Evangelischen Gesangbuchs. Seit 2020 arbeitet eine rund 70-köpfige Kommission aus Landeskirchen, Fachverbänden und der Evangelischen Kirche in Österreich an der Neuausgabe. Darüber hinaus sichtete ein ehrenamtlicher Liedausschuss rund 17.000 Liedvorschläge. Anlass für die Neugestaltung sind veränderte Gottesdienstformen, neue liturgische Entwicklungen sowie die gewachsene Vielfalt geistlicher Musik. Das derzeitige Evangelische Gesangbuch stammt aus den 1990er Jahren.
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