12.03.2026

„Ohne die Diakonie wäre es kälter und roher und verbissener und ausgrenzender in unserer Welt.“

7 gute Gründe, warum die Kirche diakonisch tätig ist, von Prälat Ralf Albrecht, Heilbronn

Diakonie ist gelebter Glaube. Grundlage allen Handelns ist das christliche Gebot der Nächstenliebe. Die Diakonie tritt für soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft ein. Darauf hat der Heilbronner Regionalbischof Ralf Albrecht in einem vielbeachteten Facebook-Posting hingewiesen.

Prälat Ralf Albrecht
Prälat Ralf Albrecht

Die Bedeutung diakonischer Arbeit in Württemberg zeigt sich klar in den jährlich erreichten Menschen und der enormen Leistungsbreite der Träger. 
Aktuell werden über 200.000 Menschen täglich von den diakonischen Einrichtungen in Württemberg unterstützt – darunter Familien in Krisen, ältere Menschen, Geflüchtete, Menschen mit Behinderung oder Personen in sozialen Notlagen. Insgesamt verantworten die diakonischen Träger im Land rund 1.400 Einrichtungen mit über 50.000 hauptamtlich Beschäftigten sowie 35.000 Ehrenamtlichen, die gemeinsam für ein tragfähiges soziales Netz sorgen.  

7 gute Gründe, warum die Kirche diakonisch tätig ist – von Prälat Ralf Albrecht

1. „Liebe Gott und Deinen Nächsten wie Dich selbst“ ist die beste Zusammenfassung der Gotteswerte. Also hat Nächstenliebe entscheidende Priorität.

2. In der Diakonie wird die Liebe sichtbar, fassbar, spürbar und damit merkbar wirksam.

3. Wenn Gott Menschen ganz besonders im Blick hat (neben seiner unendlichen Liebe zu jeder und jedem), wie die Schwachen und Bedürftigen, dann geht auch unser Blick zu ihnen.

4. Barmherzigkeit wird besonders dort spürbar, wo wir das tun:

  • Hungrige speisen: Bedürftigen Nahrung geben. Durstige tränken: Wasser oder Getränke anbieten.  
  • Fremde aufnehmen: Geflüchteten und Wohnsitzlosen Schutz und Obdach bieten.  
  • Menschen ohne Kleidung ankleiden: Kleidung spenden.  
  • Kranke pflegen: Zeit und Fürsorge für Kranke und Alte aufbringen.  
  • Gefangene besuchen: Zeit mit Gefangenen verbringen.  
  • Tote bestatten: Das siebte, später hinzugefügte Werk, das die Würde im Abschied vom Leben betont. 
    So helfen wir ohne Ansehen der Person.  

5. Ohne die Diakonie wäre es kälter und roher und verbissener und ausgrenzender in unserer Welt. Diese Taten sind verbindend, gemeinwohlstiftend, sie stärken die Gesellschaftsordnung und den Zusammenhalt.  

6. Neben der guten Tat des Einzelnen ist die Diakonie hoch professionell und im Auftrag von Staat, Land, Landkreis, Stadt und Gemeinde unterwegs und begleitet Menschen ein Stück auf ihrem Lebensweg. In Klinik und Eingliederungshilfe, Hospiz und Diakoniestation, Suchtberatung und Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Schuldnerberatung, in stationären Pflegeeinrichtungen und Arbeitslosenunterstützung, in Wohnsitzlosenhilfe und Teilhabe-Projekten, in psychologischer Beratung und Trauma-Therapie, in KITAs und Müttergenesung, in Frauenhäusern und aufsuchender Unterstützung im Streetwork, in sonderpädagogischen Lernorten, Schwangerschaftsberatung, Seniorenhilfen, Demenzgruppen, Stadtteilarbeit, Erziehungsberatung, Tafelläden, Schulsozialarbeit, Onlineberatungen, Ehrenamtsunterstützung und vielem mehr.  

7. So erfüllt die Diakonie (die gemeindenahe, die kirchlich verfasste, die der freien diakonischen Träger) den Auftrag, die unverlierbare Würde jedes Menschen vor Gott zu zeigen. Wie es Jesus sagt: „Was Ihr einem von diesen meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt Ihr mir getan“. 

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