03.03.2026

„Der Schutz von Menschen in Not ist Christenpflicht“

Landesbischof Gohl zum Stand des Flüchtlingsschutzes in Deutschland: „Wer meint, mit markigen Sprüchen den Rechtspopulisten das Wasser abgraben zu können, verkennt, dass er das Gegenteil erreicht.“

„Ich bin der Überzeugung: Der Schutz von Menschen in Not – und Geflüchtete sind Menschen in Not – ist Christenpflicht.“ Das sagte Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl bei der Flüchtlingsschutztagung 2026 der Evangelischen Akademie Bad Boll am 27. Februar. 

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl

Man dürfe nie vergessen, „dass es am Anfang und am Ende immer um einen einzelnen Menschen geht, dessen Not ich sehe, und dass ich mich zu dieser Not meines Nächsten verhalte.“ Mit Bezug auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter sagte Gohl: „Wer also ist mein Nächster? Mein Nächster ist, der mir zum Nächsten w i r d. Der plötzlich auf meinem Weg quer zu meinen Vorhaben liegt, der einfach da ist und zu dem ich mich verhalten muss. 2015 und in den Folgejahren waren das Menschen aus Syrien, Afghanistan, aus Nordafrika und anderen Ländern.“

Es reiche aber nicht aus, „auf die starken ethischen Impulse von einzelnen Menschen zu setzen“, so Gohl: „Es braucht auch gesellschaftliche Strukturen. Angesichts der komplexen Gemengelage, in der sich die Migrationspolitik befindet und angesichts des öffentlichen Dauerdrucks auf einfache, wirkungsvolle Methoden der Migrationssteuerung hat der Einsatz für Menschen, die in die EU immigrieren wollen, keine Konjunktur.“

Gohl beklagte, heute müssten „sich oftmals die rechtfertigen, die für die Rechte und Unterstützung von Geflüchteten eintreten. Es müssen sich die rechtfertigen, die im Mittelmeer Geflüchtete vor dem Ertrinken retten und nicht etwa die, denen das Schicksal dieser Menschen egal ist.“ Das Thema des Flüchtlingsschutzes finde kaum noch in der öffentlichen Debatte statt. Gohl fuhr fort: „Derzeit leitend ist der Gedanke, wie sich Europa gegen geflüchtete, oftmals traumatisierte Menschen am effektivsten abschotten kann. Für ein humanes, solidarisches Europa ist das ein Armutszeugnis. Und wer meint durch eine solche Politik mit markigen Sprüchen den Rechtspopulisten das Wasser abgraben zu können, verkennt, dass er dadurch geradezu das Gegenteil erreicht.“ 

Wer wie der amerikanische Vizepräsident J. D. Vance „die Nächsten an der Dorfgrenze oder beim Familienverband enden lässt, hat die Pointe des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter gerade nicht verstanden.“ 

Die Landeskirche in den sozialen Netzwerken

@elkwue - Newskanal der Landeskirche

@WissensWerte - Infokanal der Landeskirche

@GlaubensSachen - täglich christliche Impulse

Hinweis für Kirchengemeinden

Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontaktdontospamme@gowaway.elk-wue.de nachzufragen, ob die Nutzungsrechte für den jeweiligen Zweck vorliegen. Gerne können Sie alle Bilder nutzen, die Sie im Pressebereich unserer Webseite finden. Sie möchten in Ihrem Schaukasten auf unsere Webseite verlinken? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen QR-Code erstellen können. 

Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten

Risikogruppen kämpfen besonders mit den Folgen der Pandemie.

Corona verschärft Sucht-Probleme

Die Corona-Pandemie verändert unser aller Alltag, verunsichert, macht einsam und weckt vielfältige Ängste. Menschen mit Suchterkrankungen trifft all dies besonders hart. Erfahrungen aus den Suchtberatungsstellen des Diakonischen Werkes.

Weiterlesen

75 Jahre Stuttgarter Schuldbekenntnis

Am 18. Oktober 2020 fand in der Stuttgarter Markus-Kirche ein Gedenkgottesdienst zu 75 Jahre Stuttgarter Schuldbekenntnis statt. Hier finden Sie einen auf 30 Minuten gekürzten Mitschnitt dieses Gottesdienstes.

Weiterlesen

Landesbischof July: „Auch heute noch schenkt Gottes Geist Geistesgenwart und Unterscheidungskraft, Zuversicht, Mut, Geduld und innere Ruhe und bringe die Verschiedenen zusammen.“

„Vor Gott und den Menschen“

Wie kaum ein anderer Text hat das Stuttgarter Schuldbekenntnis die Nachkriegsgeschichte der EKD geprägt. In diesem Artikel setzt sich Bischof July mit Stärken und Schwächen des Bekenntnisses auseinander und beleuchtet, was aus der Beschäftigung mit dem Text heute noch zu lernen ist.

Weiterlesen

Heinrich Bedford-Strohm predigt zu 75 Jahre Stuttgarter Schulderklärung in der Stuttgarter Markuskirche.
Heinrich Bedford-Strohm predigt zu 75 Jahre Stuttgarter Schulderklärung in der Stuttgarter Markuskirche.

75 Jahre Stuttgarter Schuldbekenntnis

Mit vielen Gästen aus Politik und Kirche gedachten Landesbischof July und der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm in der Stuttgarter Markus-Kirche des Stuttgarter Schuldbekenntnisses von 1945 und machten deutlich: Die Botschaft des Textes ist immer noch aktuell. Plus Video.

Weiterlesen

Das Stuttgarter Schuldbekenntnis im Verordnungs- und Nachrichtenblatt der EKD 1945.
Das Stuttgarter Schuldbekenntnis im Verordnungs- und Nachrichtenblatt der EKD 1945.

Vor 75 Jahren: Kirche bekennt Schuld

Am 18. und 19. Oktober vor 75 Jahren kamen führende Vertreter der gerade gegründeten Evangelischen Kirche in Deutschland in Stuttgart zusammen. Sie verfassten und übergaben einer Delegation des Ökumenischen Rates der Kirche ein Dokument, das die Schuld der Kirchen im Nationalsozialismus bekannte.

Weiterlesen

Mit einer Biographie würdigt Martin Stährmann das Leben Julius von Jans und seinen mutigen Einsatz gegen Unrecht an Juden im Nationalsozialismus.

Julius von Jan als „Gerechter“ geehrt

Für sein Engagement gegen die Verfolgung von Juden im Nationalsozialismus erhält der württembergische evangelische Pfarrer Julius von Jan (1897 - 1964) offiziell den Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ von der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.

Weiterlesen

Farbschwäche:

Benutzen Sie die Schieberegler oder die Checkboxen um Farbeinstellungen zu regulieren

Einstellungen für Farbschwäche

Schrift:

Hier können die Schriftgröße und der Zeilenabstand eingestellt werden

Einstellungen für Schrift

Schriftgröße
D
1
U

Zeilenabstand
Q
1
W

Tastenkombinationen:

Mit den aufgeführten Tastenkombinationen können Seitenbereiche direkt angesprungen werden. Verwenden Sie auch die Tabulator-Taste oder die Pfeiltasten um in der Seite zu navigieren.

Inhalt Tastenkombinationen

Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Barrierefreiheit: A
Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Schriftgröße +: U
Schriftgröße -: D
Zeilenabstand +: W
Zeilenabstand -: Q
Nachtmodus : Alt (Mac Option Key) + J
Ohne Bilder: Alt (Mac Option Key) + K
Fokus: Alt (Mac Option Key) + G
Tasten­kombinationen: Alt (Mac Option Key) + O
Tastensteuerung aktivieren: Alt (Mac Option Key) + V
Alles zurücksetzen: Alt (Mac Option Key) + Y