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„Er ist wahrhaftig auferstanden“

Ein geistlicher Impuls zum Osterspaziergang

Der Osterspaziergang in der aufblühenden Natur gehört zu den klassischen Osterbräuchen. Seine Wurzeln reichen in gewisser Weise zurück bis ins Neue Testament zur Emmaus-Geschichte – meint Pfarrerin Pamela Barke in ihrem geistlichen Impuls zu Ostern.

Krokusse gehören zu den ersten Blumen, die im Frühling, rund um Ostern, das Grau des Winters durchbrechen.Bild: Pixabay / Grey85

Viele Menschen haben diese Worte in Schulzeiten auswendig gelernt: “Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick; im Tale grünet Hoffnungsglück…“ bis hin zu dem lebensfrohen Satz am Schluss: „Zufrieden jauchzet Groß und Klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“ Natürlich: Diese Zeilen stammen aus dem „Osterspaziergang“ in Johann Wolfgang von Goethes „Faust“.

Bis heute gilt: Was wäre Ostern ohne einen solchen Osterspaziergang? Der Winter endet sichtlich, neues Leben beginnt, wohin man schaut. Das lockt, hinauszugehen, um die vielen großen und kleinen Wunder des erwachenden Lebens mit den eigenen Augen zu erfassen,  das in Ruhe und vielleicht gemeinsam in vertrauter Gemeinschaft zu sehen, was Goethe in Worte fasst: „Der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in rauhe Berge zurück … aber die Sonne duldet kein Weißes, überall regt sich Bildung und Streben, alles will sie mit Farben beleben.“ Und sie nimmt – wie Goethe formulierte – in Ermangelung farbiger Blumen zu diesem Zeitpunkt „geputzte Menschen dafür“. So feiern am Goethe‘schen Ostersonntag alle die Auferstehung des Herrn, „denn sie sind selber auferstanden“.

Doch es war nicht Goethes Faust, der am Anfang des Osterspazierens stand. Die Tradition hat, tatsächlich, einen christlichen Ursprung. Die ersten, die sich auf den Weg machten, waren die Jünger Jesu. So ist es im Lukasevangelium beschrieben: Zwei der Jünger machten sich auf in das „zwei Wegstunden“ entfernte Dorf Emmaus. Während sie über die Ereignisse der letzten Tage sprachen, Jesu Tod und das Osterzeugnis der Frauen am Grab, begegnen sie einem Fremden. Und der stimmt in das Gespräch ein. Als sie im einbrechenden Abend alle miteinander einkehren und der Fremde das Brot bricht, erkennen die Jünger in ihm - in diesem Abendmahl - den auferstandenen Jesus Christus. „Brannte nicht unser Herz in uns?“ sagen sie und bekennen: „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden“ – das ist der traditionelle Ostergruß – bis heute.

Von Pfarrerin Pamela Barke

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