Wie viele Gemeindeglieder hat die Evangelische Landeskirche in Württemberg? Wie viele Kinder wurden letztes Jahr getauft, wie viele Ehen geschlossen und wie viele Jugendliche konfirmiert? Hier finden Sie Antworten auf diese und andere Fragen.
1534 wurde Württemberg evangelisch. Die erste evangelische Predigt wurde am 16. Mai 1534 in der Stuttgarter Stiftskirche gehalten. Das Herzogtum und fast alle Reichsstädte des Südens hatten sich der Reformation angeschlossen. So entstand eine lutherische Kirche. Ihr Reformator war Johannes Brenz. Er stand auch hinter der "Großen Kirchenordnung" Herzog Christophs von 1559, die dem evangelischen Kirchen-, Bildungs- und Sozialwesen Gestalt gab. Die Strukturen der Kirche veränderten sich im 19. Jahrhundert: Eine Landessynode und der Kirchengemeinderat wurden eingerichtet. Im Jahr 1920 gab sich die Landeskirche ihre heutige Verfassung als "die evangelisch-lutherische Kirche in Württemberg".
Die Ev. Landeskirche in Württemberg ist die fünftgrößte der 20 EKD-Gliedkirchen. Sie deckt mit rund 20.000 Quadratkilometern etwa zwei Drittel der Fläche Baden-Württembergs ab. Die Landeskirche besteht aus mehreren Ebenen: Kirchengemeinden sind in Kirchenbezirken zusammengefasst und diese wiederum sind Prälaturen zugeordnet: Reutlingen, Stuttgart, Heilbronn und Ulm. Eine Besonderheit ist der Kirchenkreis Stuttgart: Er umfasst vier Dekanate und bildet für das Stadtgebiet eine Einheit.
Die Prälaten begleiten, beraten und "visitieren" im Rahmen der Leitung innerhalb der Landeskirche Dekanate und Kirchenbezirke. Außerdem wirken sie bei der Besetzung der Gemeindepfarrstellen mit. Sie sind Mitglieder der Kirchenleitung und bringen dort die Anliegen und Erfahrungen aus den Gemeinden ein.
Die Kirchensteuer macht etwa die Hälfte der Einnahmen der Evangelischen Landeskirche aus. Staatsleistungen und die staatlichen Ersatzleistungen für Religionsunterricht, den von der Kirche angestellte Lehrkräfte erteilen und der ordentliches Lehrfach ist, sind weitere Einnahmequellen. Hinzu kommen weitere Erträge wie Spenden, Stiftungen, Schenkungen, Erbschaften, Umsatzerlöse und Versicherungsleistungen.
Der größte Teil der Ausgaben entfällt auf die Personalkosten für Pfarrer, Diakone und weitere kirchliche Angestellte. Nach Bereichen betrachtet stehen an der Spitze der Ausgaben der Pfarrdienst und die Arbeitsbereiche Gottesdienst und Gemeindearbeit sowie die Diakonie mit ihren Einrichtungen. Zusammen machen sie rund drei Fünftel der Ausgaben aus. Die Haushalts-, Kassen- und Rechnungsführung sowohl der Landeskirche als auch der Kirchengemeinden prüft das unabhängig arbeitende Rechnungsprüfamt.
- Rund 1,72 Millionen Mitglieder (Stand 2025)
- Etwa 124.000 ehrenamtliche Mitarbeitende
- 1.700 Pfarrerinnen und Pfarrer
- 980 Kirchengemeinden (Stand 1.1.2026)
- 35 Kirchenbezirke (Stand 1.1.2026)
- 4 Prälaturen: Heilbronn, Stuttgart, Reutlingen, Ulm (zur Zeit von den drei anderen Prälaturen mitversorgt)
- Rund 20.000 Quadratkilometer - etwa ⅔ der Fläche Baden-Württembergs
- 1.535 Kirchen und Kapellen
- 1.390 Gemeindehäuser
- 1.650 Pfarrhäuser
- 945 Kitas
In unserem Gemeindefinder können Sie nach detaillierten Kontaktdaten unserer Kirchengemeinden suchen. Eine digitale Karte der Prälatur-, Bezirks- und Gemeindegrenzen in unserer Landeskirche finden Sie hier.