Am 8. März 2026 wählt Baden-Württemberg einen neuen Landtag. Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl weist in seinem Wahlaufruf darauf hin, dass Demokratie die Staatsform sei, in der Freiheit, Recht und Gerechtigkeit am besten verwirklicht seien. Mit Blick auf die Wahl wirbt Gohl dafür, die Demokratie zu unterstützen und allem Extremismus zu widerstehen. Unten auf dieser Seite finden Sie zudem den gemeinsamen Wahlaufruf von Landesbischof Gohl und der designierten Präsidentin der 17. Landessynode, Sabine Foth, sowie den gemeinsamen Wahlaufruf der vier großen Kirchen in Baden-Württemberg.
Im Folgenden finden Sie den Wahlaufruf des Landesbischofs im Volltext:
Ich gehe zur Wahl, weil es mir wichtig ist, dass Politik und Gesellschaft ihr Handeln an Artikel 1 des Grundgesetzes – die Würde des Menschen, eines jeden Menschen, ist unantastbar – ausrichtet.
Paulus sagt: Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Und Demokratie ist die Staatsform, in der die Freiheit am besten gelebt werden kann. Und sie ist die Staatsform, die am besten die biblischen Zwillinge Recht und Gerechtigkeit durchsetzt. Es ist wichtig, dass wir diese Form unterstützen und allem Extremismus widerstehen, der Recht und Gerechtigkeit einschränken will.
Deshalb bitte ich Sie: Nutzen Sie am 8. März Ihr Wahlrecht und treten Sie mit Ihrer Stimme für Freiheit, Recht und Gerechtigkeit ein.
In ihrem gemeinsamen Appell betonen Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart, Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl, Bischof Dr. Klaus Krämer und Erzbischof Stephan Burger, dass Wählen ein fundamentales Recht ist, das die Demokratie lebendig hält und zugleich die Verpflichtung mit sich bringt, verantwortlich mit seiner Stimme umzugehen. Der Text im Wortlaut:
Jede Stimme zählt
Am 8. März sind an die 7,7 Millionen Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, durch ihre Beteiligung an der Landtagswahl mitzuentscheiden über die politischen Weichenstellungen für die nächsten fünf Jahre. Diese Wahl geschieht in Zeiten, die uns vor große gesellschaftliche, ökologische und soziale Herausforderungen stellen. Viele Menschen erleben Unsicherheit – angesichts globaler Konflikte, wirtschaftlicher Veränderungen, sozialer Spannungen und den Auswirkungen des Klimawandels. Die Zunahme von Polarisierungen und Gewalt schadet unserem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gezielt versuchen extremistische und demokratiefeindliche Kräfte unsere demokratische Grundordnung und unseren Rechtsstaat zu schwächen.
Wählen ist ein fundamentales Recht und Privileg, das die Demokratie lebendig hält. Zugleich verbindet sich damit aber auch die Verpflichtung, verantwortlich mit unserer Stimme umzugehen. Denn unser Staat und seine demokratischen Institutionen sind nur so stark wie die Menschen, die ihn tragen. Dabei kommt es auf jede Stimme an: unsere Stimme ist mehr als eine unter vielen.
In diesem Sinne rufen wir dazu auf, zur Wahl zu gehen und mit der Wahlentscheidung einen Beitrag zu leisten, der sich orientiert am Wohl aller in einem Gemeinwesen, das zusammengehalten wird von den Werten der Solidarität, Gerechtigkeit und des wechselseitigen Respekts. Wir bitten Sie, mit Ihrer Stimme einzutreten
Zugleich danken wir den Kandidierenden, die mit ihrer Person für diese Werte einstehen und sich dazu am 8. März zur Wahl stellen. Stärken wir sie durch unsere Stimme.
Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontakt@