20.05.2026

Pfingstbotschaft des Ökumenischen Rats der Kirchen

Der Heilige Geist lädt uns ein, uns ein von Einheit geprägtes Zusammenleben vorzustellen.

„Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort [...] und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab [...] Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber Furcht über alle, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam.“ Apostelgeschichte 2,1.4.42-44

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Das Pfingstfest lädt uns ein, uns eine neue Form des Zusammenlebens vorzustellen, in dem wir unseren Blick besonders auf das lenken, was uns verbindet, und uns gemeinsam daran freuen. In einer Welt, die von Kriegen, Hunger, Armut, Gewalt, Ungerechtigkeiten und Umweltkatastrophen gebeutelt ist, erinnert uns das Pfingstfest daran, dass wir zu einem Leben in Gemeinschaft berufen sind. In Kapitel 2 der Apostelgeschichte heißt es, dass sie alle an einem Ort beieinander und voller Ehrfurcht waren angesichts der „vielen Wunder und Zeichen durch die Apostel“, die eine erneuerte Gemeinschaft in Christus symbolisierten. 

Sie bildeten aber nicht einfach eine homogene Gruppe von Menschen, sondern verkörperten eine große Vielfalt von Menschen aus vielen verschiedenen Lebenskontexten, mit vielen verschiedenen Gewohnheiten und Vorstellungen, die gemeinsam Brot brachen und sich über das freuten, was sie verband. Das kann uns heute eine Lehre sein. Trotz der schwierigen Umstände damals, sind sie der Einladung gefolgt, zusammenzukommen und eine neue Form des gemeinschaftlichen Lebens in Christus umzusetzen, in deren Mittelpunkt die Gabe des Heiligen Geistes stand.

Uns allen obliegt es, uns zu fragen, was das für die schwierigen Umstände in unserer heutigen Zeit bedeuten könnte. Ganz gleich zu welcher Zeit, an welchem Ort oder unter welchen Umständen wir leben, sind wir berufen, Botschafterinnen und Botschafter neuer und erneuerter Gemeinschaften zu sein, die vom Heiligen Geist erfüllt sind und Nächstenliebe praktizieren, sich Schalom ausmalen und praktisch leben, die Schöpfung bewahren, Ernährungssicherheit fördern und dafür eintreten und nach Gerechtigkeit nicht nur innerhalb unserer Glaubensgemeinschaften streben, sondern auch außerhalb davon. In Apostelgeschichte 2,45-47 lesen wir: „Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.“ Mögen auch wir uns neue und erneuerte Formen und Möglichkeiten einfallen lassen, diese Berufung in der heutigen Zeit praktisch zu leben. Der Heilige Geist ruft uns zu Neuem, neuen Möglichkeiten und Hoffnung auf und weist uns den Weg in ein Zusammenleben, in dem Gerechtigkeit, Frieden und Liebe herrschen. Lasst uns am diesjährigen Pfingstfest unsere Herzen öffnen für den Heiligen Geist, damit er uns verwandeln kann und wir jesusgleicher sein können.

Lasst uns beten.

Guter Gott, wir bekennen, dass wir nicht alles in unserer Macht Stehende getan haben, um neue und erneuerte Schalom-Gemeinschaften zu schaffen, die von der Kraft des Heiligen Geistes inspiriert sind.

Vergib uns und hilf uns, die Kraft und die Gnade zu empfangen, die der Heilige Geist uns für unser Leben in Gemeinschaft und für die Bewahrung von Gottes Schöpfung schenkt.

Hilf uns, eine Vision des Schalom zu erkennen und umzusetzen, die die Einheit abbildet, die wir an Pfingsten auf lokaler, nationaler und globaler Ebene spüren.

Wir beten für ein generationenübergreifendes Erwachen, das uns versöhnt und das Zusammengehörigkeitsgefühl wiederherstellt, das kaputt gegangen ist.

Lehre uns und weise uns den Weg, dass wir wieder mit heiliger Ehrfurcht vor dir erfüllt werden mögen, damit wir zu Botschafterinnen und Botschaftern für deine Zeichen und Wunder werden.

Amen. 

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