16.03.2026

„Mehr denn je brauchen wir Hoffnungsbilder“

500 Jahre Johannes Brenz in Schwäbisch Hall

Aus Anlass des Reformationsjubiläums „500 Jahre Johannes Brenz in Schwäbisch Hall“ hat Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl im Festgottesdienst in der Michaelskirche in Schwäbisch Hall gepredigt. 

Mitwirkende des Festgottesdienstes - die Namen finden Sie unten auf dieser Seite.
Mitwirkende des Festgottesdienstes - die Namen finden Sie unten auf dieser Seite.

Landesbischof Gohl hob in seiner Predigt im Festgottesdienst am 15. März die Bedeutung der Bildung im Denken des wichtigsten württembergischen Reformators Johannes Brenz hervor: „Im Mittelpunkt […] stand die Sprach- und Sprechfähigkeit des einzelnen Gläubigen. Die Gläubigen sollen sich den Glauben selbst aneignen. Beharrlich schaffte er dafür die Voraussetzungen. Modern gesprochen: Brenz initiierte Bildungsprozesse. Theologische Mitte dieser Prozesse waren die Predigt des sonntäglichen Gottesdienstes und der Katechismus. Brenz wollte, dass jede Christin, jeder Christ Auskunft über den eigenen Glauben geben konnte“, so Gohl in seiner Predigt in der Schwäbisch Haller Michaelskirche, in der Brenz gepredigt hatte.

Brenz sei „ein Meister der Elementarisierung“ gewesen: „Großes einfach sagen – das ist bis heute ein Anspruch an kirchliche Verkündigung.” Auf die Frage ‚Welchs sind die Schlüssel des Himmelreichs?‘ habe Brenz‘ Katechismus die einfache, aber folgenreiche Antwort gegeben: ‚Die Predigt des heiligen Evangeliums von Jesu Christo.‘ Und Gohl fuhr fort: „Keine Heiligen öffnen den Himmel. Kein Papst. Keine guten Taten. Keine gestifteten Altäre, von denen es so viele in St. Michael bis zur Reformation gab. Es ist die Predigt! Die Predigt, die die frohe Botschaft des Evangeliums in den Mittelpunkt stellt und das Himmelreich öffnet.“

In diese Überlieferung stelle sich die Kirche auch heute noch, so Gohl: „Wir erinnern uns an die Bilder von der Hoffnung und halten sie wach. In unseren Zeiten, in denen vielen Menschen Gott und der Himmel verlorenen gegangen ist, eine umso wichtigere Aufgabe. Wenn die Zukunft hoffnungslos erscheint, suchen die Menschen ihr Heil in den vermeintlich glorreichen vergangenen Zeiten. ‚Make america great again‘ – oder wie die Parolen alle lauten. Was so stark klingt, ist im Grunde Ausdruck einer tiefen Hoffnungslosigkeit. Deshalb ist der Gegenpol zu einer solchen rückwärtsgewandten Haltung die Hoffnung. Mehr denn je brauchen wir Hoffnungsbilder. Aufgabe der Predigt ist es von dieser Hoffnung und ihrer Verheißung immer neu zu sprechen.“

Bis Januar 2027 würdigt eine Reihe zivilgesellschaftlicher und kirchlicher Institutionen das Wirken des Reformators Johannes Brenz in Schwäbisch Hall mit einer Reihe von Veranstaltungen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Auf dem Bild zu sehen v.l.n.r.:

  • Mitglieder des Traditionsvereins „Großer Siedershof Schwäbisch Hall, Verein Alt-Hall e.V.“
  • Marcel Miara, Sozialbürgermeister, Schwäbisch Hall
  • Pfarrer Klaus Anthes, Ev. Kirchengemeinde St. Michael + St. Katharina, Schwäbisch Hall
  • Daniel Bullinger, Oberbürgermeister Schwäbisch Hall
  • Landesbischof Ernst Wilhelm Gohl
  • Joachim Haug, 1. Vors. d. Kirchengemeinderats d. Ev. Kirchengemeinde St. Michael + St. Katharina, Schwäbisch Hall
  • Renate Herterich als Margarethe Brenz geb. Gräter
  • Andreas Entner als Johannes Brenz
  • Dekan Christof Messerschmidt, Dekan des Kirchenbezirks Schwäbisch Hall-Gaildorf

Die Landeskirche in den sozialen Netzwerken

Instagram @elkwue - Newskanal der Landeskirche

Externer redaktioneller Inhalt

Hier wird Ihnen ein externer redaktioneller Inhalt bereitgestellt. Sofern Sie sich diesen anzeigen lassen, kann es sein, dass Daten von Ihnen an den Anbieter des externen Inhaltes gesendet werden.

Hinweis für Kirchengemeinden

Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontaktdontospamme@gowaway.elk-wue.de nachzufragen, ob die Nutzungsrechte für den jeweiligen Zweck vorliegen. Gerne können Sie alle Bilder nutzen, die Sie im Pressebereich unserer Webseite finden. Sie möchten in Ihrem Schaukasten auf unsere Webseite verlinken? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen QR-Code erstellen können. 

Schon gewusst?

Was es mit der Kirchensteuer auf sich hat, wie sie bemessen wird und welche positiven Effekte die Kirchen mit der Kirchensteuer an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens erzielen, erfahren Sie auf www.kirchensteuer-wirkt.de.

Grafik Kirchensteuer wirkt Begleitung und Gottesdienst

Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten

„Güte, Treue, Frieden und Gerechtigkeit“

Bei einem Gottesdienst anlässlich der konstituierenden Sitzung des Landtags von Baden-Württemberg erinnerten der württembergische Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July und der Freiburger Erzbischof Stephan Burger an die Bedeutung christlicher Werte für Politik und Gesellschaft.

Weiterlesen

400. Todestag von Johann Arndt

Mitte des 16. Jahrhunderts erstarrte die Reformation in dogmatischen Schulstreitigkeiten. Johann Arndt war der Meinung, dass das Luthertum in theologischen Diskussionen gefangen war und sich zu wenig für den Glauben des einzelnen evangelische Christen interessiere.

Weiterlesen

Sophie Scholl, eines der bekanntesten Mitglieder des Widerstands gegen den Nationalsozialismus.

Zum 100. Geburtstag von Sophie Scholl

Selbstbewusst und begabt: Sophie Scholl aus Forchtenberg war eines der bekanntesten Mitglieder des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Ihr Mut und Ihr Widerstandswille speisten sich auch aus ihrem christlichen Glauben. Am 9. Mai wäre sie 100 Jahre alt geworden.

Weiterlesen

450. Geburtstag - Lukas Osiander d. J

Lukas Osiander der Jüngere wurde am 6. Mai 1571 in Stuttgart geboren und agierte im Streit um die richtige Fassung der lutherischen Lehre als scharfsininger und streibarer Theologe. Fast wäre er einem Attentat auf der Kanzel zum Opfer gefallen.

Weiterlesen

Bestürzung nach tödlicher Massenpanik

Nach dem Unglück im israelischen Meron gedenkt Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July „mit großer Bestürzung und Trauer" der Toten, Verletzten und ihrer Angehörigen. Beim jüdischen Lag-Baomer-Fest im Wallfahrtsort im Norden Israels war eine Massenpanik ausgebrochen.

Weiterlesen

Das Mahnmal am Stuttgarter Killesberg weist auf die Jüdinnen und Juden hin, die bei den beiden großen Deportationen aus Stuttgart verschleppt und getötet wurden.

Landesbischof erinnert an Deportation

Vor 79 Jahren wurden mehr als 400 Jüdinnen und Juden aus ihrem Alltag gerissen, entrechtet, aus Stuttgart verschleppt und in den Tod geschickt. Bei einer Gedenkstunde im Hospitalhof erinnerte Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July an die Opfer.

Weiterlesen

Farbschwäche:

Benutzen Sie die Schieberegler oder die Checkboxen um Farbeinstellungen zu regulieren

Einstellungen für Farbschwäche

Schrift:

Hier können die Schriftgröße und der Zeilenabstand eingestellt werden

Einstellungen für Schrift

Schriftgröße
D
1
U

Zeilenabstand
Q
1
W

Tastenkombinationen:

Mit den aufgeführten Tastenkombinationen können Seitenbereiche direkt angesprungen werden. Verwenden Sie auch die Tabulator-Taste oder die Pfeiltasten um in der Seite zu navigieren.

Inhalt Tastenkombinationen

Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Barrierefreiheit: A
Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Schriftgröße +: U
Schriftgröße -: D
Zeilenabstand +: W
Zeilenabstand -: Q
Nachtmodus : Alt (Mac Option Key) + J
Ohne Bilder: Alt (Mac Option Key) + K
Fokus: Alt (Mac Option Key) + G
Tasten­kombinationen: Alt (Mac Option Key) + O
Tastensteuerung aktivieren: Alt (Mac Option Key) + V
Alles zurücksetzen: Alt (Mac Option Key) + Y