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„Wenn die Pandemie global ist, muss auch die Hilfe global sein“

Landesbischof July plädiert am Pfingstmontag für weltweite Solidarität

Zum „Tag der weltweiten Kirche“ am Pfingstmontag hat Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July ein starkes Statement für weltweite Solidarität gesetzt: „Menschenrechte haben keine Sprach- oder Ländergrenzen - sie sind universell. Wenn die Pandemie global ist, muss auch die Hilfe global sein. Wenn die Wirtschaft nur global funktioniert, müssen auch die Erträge global ankommen.“ Beim Gottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche, der von den Mitgliedern des Internationalen Konvents christlicher Gemeinden in Württemberg gestaltet wurde, lobte er den Zusammenhalt internationaler Gemeinden im Land. Eine Aufzeichnung des Gottesdienstes finden Sie unter diesem Text.

Nach dem Gottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche tauschte sich Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July (2. v.l.) noch mit Vertretern internationaler Kirchengemeinden in Württemberg aus, und zwar mit (von links) Pfarrerin Kristi Sääsk, Chor-Episkopos Habip Önder, Pater Johannes Ghali mit Florentius und Cassius sowie Pfarrer Kwon-Ho Rhee.Dan Peter

Der Satz „Du bist bei mir!“ aus dem Psalm 23 berühre tief, in der Corona-Zeit, die von vielen Menschen als ein „finsteres Tal“ wahrgenommen werde, so July. Doch der Riss dieser Zeit habe die Christen in der Welt nicht getrennt. Sie sähen, „wie unterschiedlich die Menschen auf der Erde die Krise erlebt haben, erleben mussten. Manche mit den besten wirtschaftlichen Voraussetzungen, hier im Norden der Weltkugel. Andere ohne die Möglichkeit, zu Hause zu bleiben, im Homeoffice zu arbeiten, medizinische Versorgung, Masken oder Impfstoff zu bekommen, in so vielen Ländern der Welt.“ 

Sich nicht voneinander abzuwenden, sei Gabe und Aufgabe, die der Pfingstgeist den Christinnen und Christen gebe, betonte July. „Wir haben globale Netzwerke gespannt, Netzwerke für geschwisterliche Hilfe. Wir leisten einander Hilfe. Der Lutherische Weltbund ist Teil dieses Netzwerks der Verbundenheit – er hat in der Pandemie viele unterstützt und sie in schwerer Zeit getragen.“

Dass am Tag der weltweiten Kirche - bei aller Verschiedenheit der Herkunft und Sprache - mit dem Psalm 23 die eine Sprache und das eine Wort des Glaubens erklinge, sei schön, betonte July. „Wie schön, dass wir heute aufs Neue hören dürfen, dass Gott uns alle begleitet. Wie schön, dass wir deshalb aufeinander Acht haben wollen und einander begleiten wollen. Der Friede des guten Hirten ist mit uns allen.“

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Am „Tag der weltweiten Kirche“ kommen internationale Gemeinden aus Württemberg in Stuttgart zusammen. Vor der Corona-Pandemie feierten rund 30 Gemeinden in bunten Gewändern und mit exotischen Speisen und Tänzen rund um die Stiftskirche. In diesem Jahr wurde der Gottesdienst per Stream in die ganze Welt übertragen.