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„Erinnerung an die Verletzlichkeit"

Diakonie-Chef Dieter Kaufmann predigt in Gottesdienstreihe „Du bist nicht allein"

Stuttgart. Die Fernseh-Gottesdienstreihe „Du bist nicht allein“ ist diesmal zu Gast in der Diakonie-Zentrale: Der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks in Württemberg, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, predigt, musikalisch begleitet wird er von den „Hanke Brothers". Diese Folge ist die letzte der besonderen Reihe, in der zuvor unter anderem Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July und die vier Prälatinnen und Prälaten der Landeskirche zu sehen waren. 

„Unser Kreuz im Foyer des Herbert-Keller-Hauses mit seinen sich verschiebenden Einzelteilen erinnert an die Verletzbarkeit und Brüchigkeit des Lebens", sagt Oberkirchenrat Dieter Kaufmann in seiner Predigt. „Wie viele Pläne sind nicht rasant Vergangenheit geworden. Der Mensch ist gefährdet. In seinem Leben. Diese Welt haben wir nicht im Griff."

Die wirklichen Alltagshelden

Doch, so Kaufmann weiter: „Der Mensch ist in Christus mit dem Leben betraut." Egal, ob geistig behindert oder hochbegabt. Ob selbständig oder pflegebedürftig. Ob gesund oder krank. „Alltagshelden, das sind der behinderte Mann, der sein Leben annimmt. Sich jeden Morgen auf den Weg in die Werkstatt macht. Oder die alleinerziehende Mutter, die jeden Cent umdrehen muss."

Der Diakonie-Chef macht seinen Zuhörern Mut: „Die auf den Herrn harren kriegen neue Kraft...“. Harren bedeute, ausgerichtet zu sein auf Gott, der in Christus das Leben neu mache. Der Menschen zu Helfenden mache. Der Menschen begabe, ein Gesundheitssystem auszubauen. Der Kirche helfend diakonisch unterwegs sein lasse. „Auf den Herrn harren: Ich halte mich daran: Ich lasse mich tragen. Von Gottes Geist und Kraft."

Tagesstruktur und soziale Kontakte fehlen

Zu Wort kommen in dem halbstündigen Gottesdienst drei Mitarbeiterinnen der Diakonie, die über ihre Arbeit in Corona-Zeiten berichten. Gabriele Kraft, die in der Wohnungslosenhilfe der Diakonie arbeitet, schildert, wie schutzlos Menschen ohne Zuhause gerade jetzt sind. Doch die Beschäftigten in den Einrichtungen leisteten ihr Möglichstes: „Sie finden kreative Lösungen, lindern dort Not, wo Hilfe am dringendsten gebraucht werden.“

Bärbel Petersen, die im bhz Stuttgart in der Behindertenhilfe tätig ist, macht deutlich: „Die Tagesstruktur und die sozialen Kontakte fehlen“, sagt sie.

Ein Zusammenhalt, wie er selten da war

Auch Diakonin Ursula Uhlig, Hausdirektorin der Pflegeeinrichtung „Haus an der Metter“ der Evangelischen Heimstiftung, berichtet von einer schwieriger werdenden Arbeit - beispielsweise von den Mühen, Schutzkleidung zu bekommen und dem bangen Warten auf Testergebnisse. Angehörige seien nicht immer verständnisvoll, doch „gleichzeitig erleben wir einen Zusammenhalt, wie er noch selten da war“.

Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst vom Kammermusik-Ensemble „Hanke Brothers“.

Der neueste und zugleich letzte Gottesdienst die Reihe wird am Samstag und Sonntag jeweils ab 11 Uhr über die Sender Regio TV Bodensee, Regio TV Schwaben und Regio TV Stuttgart, im Kabelprogramm und über Satellit ausgestrahlt.