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Mit vielen Ideen ins neue Amt

Kathrin Nothacker als Personalchefin der Landeskirche eingeführt

Die neue Oberkirchenrätin Kathrin Nothacker predigt während des Gottesdienstes zu ihrer Amtseinführung.Wenke Böhm/elk-wue.de

Stuttgart. Mit viel Lob und guten Wünschen ist Oberkirchenrätin Kathrin Nothacker am Dienstag als Personalchefin“ der Evangelischen Landeskirche in Württemberg eingeführt worden. Die neue Leiterin des Dezernats Theologische Ausbildung und Pfarrdienst“ im Oberkirchenrat wird künftig für rund 2.000 Pfarrerinnen und Pfarrer, Dekaninnen und Dekane der Landeskirche zuständig sein. 

In ihrer Predigt beim Einführungsgottesdienst in der Christuskirche in Stuttgart sprach Kathrin Nothacker davon, dass heutzutage alles neu gedacht werde. „Ich will auch Neues", sagte sie: beispielsweise mehr Frauen und Vielfalt in Leitungsämtern, weniger Sitzungen und den Blick noch mehr über den württembergischen Tellerrand hinaus gerichtet.

Der Weg vom Alten ins Neue sei manchmal von Trauer begleitet, aber: „Es lohnt sich sicher, diese Trauerarbeit zu leisten. Dann gibt es nämlich Raum für das, was kommt.“ Den Horizont solle man dabei nur nicht verlieren: „Es ist Gott, der das Neue schafft. Er allein.“

Die im Schwarzwald aufgewachsene Theologin ist im Juli 2019 von Landeskirchenausschuss ins Amt gewählt worden. Seit Anfang Januar 2020 ist sie als Nachfolgerin des in den Ruhestand gegangenen Oberkirchenrats Wolfgang Traub tätig. Neben Personalleitungsaufgaben obliegen ihr künftig auch Entscheidungen in pastoraltheologischen Fragen.  

Vertraut mit der Arbeit im Oberkirchenrat

„Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen", sagte Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July  beim Einsetzungs-Gottesdienst mit Verweis auf den Apostel Paulus. Als Dezernentin habe Kathrin Nothacker die großen Linien im Blick, das Zusammenspiel zwischen all den Haupt- und Ehrenamtlichen, zwischen Pfarrdienst und Kirchenleitung, dem Kirchenbezirk, der Dekaneschaft und darüber hinaus. 

„Ihnen die Arbeit im Oberkirchenrat noch einmal vorstellen zu wollen, hieße Eulen nach Athen zu tragen", machte der Landesbischof deutlich. Und Stefan Werner, Direktor im Evangelischen Oberkirchenrat, sagte: „Man sieht sich im Leben immer zweimal. Ich freue mich sehr, Sie heute wieder in der vertrauen Landeskirche begrüßen zu dürfen.“ Besser habe es nicht kommen können. 

Von Stuttgart nach Wien nach Stuttgart

Denn schon zuvor hat die heute 54-Jährige Erfahrungen im Personalressort der württembergischen Landeskirche gesammelt: Von 2011 bis 2017 leitete sie das Referat „Pfarrdienst“im Oberkirchenrat. Zuvor arbeitete sie ­– nach ihrem Studium in Tübingen, Heidelberg und Jerusalem – unter anderem von 1997 bis 2008 als Pfarrerin in Schwäbisch Hall.

2017 zog es sie dann allerdings vorübergehend in die Ferne: Bis 2019 war sie als „Pfarrerin für Kirchenbeziehungen" von der Landeskirche nach Wien entsandt worden. Bei der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa" (GEKE) hat sie einen vertieften Einblick in das christlichen Leben anderer europäischer Länder gewonnen.

Die Kultur ist eines ihrer Steckenpferde

Kathrin Nothacker ist mit dem Stuttgarter Stadtdekan Søren Schwesig verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Sie schätzt die Kultur in allen Facetten, von der Kunst über Musik und Theater bis hin zur Literatur. Zudem singt sie gern im Chor.