Religiös, fromm, selbstbewusst

525. Geburtstag von Sabina von Bayern (1492 - 1564)

Mit 19 Jahren heiratete Sabina von Bayern den späteren Herzog von Württemberg, Ulrich. Sohn Christoph hatte später als Nachfolger seines Vaters wesentlichen Anteil an der Umsetzung der Reformation in Württemberg.

Sabina von Bayern - Foto

Sabina war die Tochter des bayerischen Herzogs Albrecht IV. und dessen Frau Kunigunde von Österreich und somit eine Enkelin des Kaiser Friedrichs III. Bereits im Alter von sechs Jahren wurde aus Gründen der Staatsräson ihre Vermählung mit dem damals 11-jährigen, späteren Herzog von Württemberg, Ulrich, beschlossen. Diese reine Vernunftehe wurde schließlich im Jahr 1511 mit großem Pomp geschlossen. Die Ehe sollte aber nur vier Jahre währen. Tochter Anna erblickte 1513 das Licht der Welt, 1515 Sohn Christoph, der später als Herzog wesentlichen Anteil an der Umsetzung der Reformation in Württemberg haben sollte.

Die Ehe gestaltete sich als sehr schwierig und scheint von tätlichen Auseinandersetzungen geprägt gewesen zu sein. Herzog Ulrich, ein zum Jähzorn neigender, impulsiver Mann, fühlte sich in seinem Freiheitsdrang durch diese Ehe eingeengt. Sabina wird als eine streitbare, leicht aufbrausende, selbstbewusste und herbe Frau beschrieben, die sich auch gegen Männer nicht scheute, scharfe Reden zu halten. Wenige Tage vor der Geburt des gemeinsamen Sohnes Christoph kam es zur Eskalation. Ulrich hatte im Zorn seinen Stallmeister Hans von Hutten erstochen, nachdem dieser sich geweigert hatte, dem Landesfürsten stillschweigend seine Frau für das Beilager zur Verfügung zu stellen. Sabina nahm Kontakt zu ihrem Vater auf und holte auch bei ihrem Onkel Kaiser Maximilian die Genehmigung zur Flucht ein, die bereits im Herbst 1515 arrangiert werden konnte. Ulrich fühlte sich gedemütigt und öffentlich als tyrannischer Ehemann bloßgestellt. Die Kinder Anna und Christoph blieben in Württemberg zurück.

Gegen Ulrich wurde die kaiserliche Acht verhängt. Die Eroberung der Reichsstadt Reutlingen im Jahr 1519 brachte das Fass zum Überlaufen. Sabinas jüngerer Bruder, der bayerische Herzog Wilhelm, zog gemeinsam mit dem Schwäbischen Bund gegen Ulrich und vertrieb diesen. Sabina kehrte nach Württemberg zurück, um jedoch nach Ulrichs Sieg in der Schlacht von Lauffen 1534 erneut ins Exil zu gehen.

Nach Ulrichs Tod 1550, den sie seit 1515 nie wieder gesehen hatte, und der Ernennung ihres Sohnes Christoph zum Herzog konnte Sabina wiederum nach Württemberg zurückkehren. Christoph, der weder die Hitzköpfigkeit des Vaters noch der Mutter geerbt hatte, sondern als ausgesprochen milder Regent in die Geschichte eingehen sollte, vollendete die durch den Vater eingeführte Reformation, indem er die kirchlichen und weltlichen Verhältnisse im Herzogtum grundlegend ordnete. Sabina galt als religiös. Jahrzehntelang hatte sie sich mit den Inhalten der reformatorischen Lehre beschäftigt, war aber in konfessionellen Fragen zunächst schwankend geblieben, bis sie sich 1552 öffentlich zur Reformation bekannte. Ihre Frömmigkeit war jedoch nicht weltfremd. In den Jahren, die sie bis zu ihrem Tod 1564 in Nürtingen als Witwensitz verbrachte, verschenkte sie den größten Teil ihrer Einkünfte an die Armen und Kranken.Andreas Butz

Andreas Butz

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