Stuttgart. Am Pfingstmontag, 25. Mai, feiern Gemeinden aus aller Welt das Fest der weltweiten Kirche. Nach einem Festgottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche gibt es Spezialitäten und Musik aus aller Welt. In seiner Predigt spricht Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl über den Auftrag als Kirche nach Pfingsten, Vielfalt und das Zusammenleben aller Menschen zu fördern. Er bezieht sich dabei auf Mt 5, 14-16. Pfarrerin Gabriella Costabel, Fachreferentin für Internationale Gemeinden in der Landeskirche, lädt ein: „Das Fest der weltweiten Kirche ist die Gelegenheit, sich einmal im Jahr an der (nicht nur kulinarischen) Vielfalt zu freuen, auf dem Weg zu einem guten und solidarischen Miteinander von Christinnen und Christen verschiedener Herkunft im Alltag“.
Landesbischof Gohl sagt in seiner Predigt am Pfingstmontag:
„Pfingsten macht uns Mut:
- Mut, Trennendes zu überwinden
- Mut, sich von Gott trösten zu lassen
- Mut, Gemeinde auf dem Fundament der Kirche zu bauen
- Mut, öffentlich für unseren Glauben einzustehen.“
Mit dem Pfingstwunder hätten die Jüngerinnen und Jünger erlebt, wie Menschen, die unterschiedliche Sprachen sprechen, sich plötzlich verstehen. Der Heilige Geist habe ihre Herzen für die Gemeinschaft untereinander geöffnet.
Zur Frage, was diese Gemeinschaft gerade heute auszeichne und was in dieser Gemeinschaft herausfordernd sei, zitierte er die evangelische Theologin Sarah Vecera. Pfingsten sei danach der Moment, in dem Gott sich nicht auf eine Sprache, eine Kultur, eine Identität festlegen lasse. Die Kirche, die an Pfingsten geboren werde, sei von Anfang an vielfältig, divers, widersprüchlich, und genau darin göttlich.
„Vielfalt als Reichtum zu begreifen, fällt uns oft noch schwer“, sagt Gohl. Er berichtet von seiner Reise nach Ghana, von der gerade zurückgekehrt ist: Von den Spuren des Sklavenhandels in dem Land, und den damit verbundenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, aber auch von der Diskriminierung von Menschen heute, die starken Auftrieb gewonnen habe. „Umso wichtiger, dass wir als Christinnen und Christen festhalten: Jeder Mensch ist Gottes Ebenbild und Geschöpf. Deshalb hat er eine Würde, die ihm niemand nehmen darf.“
Daher sei es wichtig, immer wieder neu zu hören, dass Christus unser gemeinsames Fundament im Glauben ist. „An Pfingsten feiern wir, dass der Heilige Geist sich in jede Lebenswelt inkulturiert. Deshalb sehen wir Kirchen Vielfalt als Reichtum. (…) …wenn wir uns für Vielfalt stark machen, kommen wir unserem Auftrag als Kirche nach Pfingsten nach. Wir alle sind berufen, das Evangelium aller Welt zu verkündigen: Sagen, dass der menschenfreundliche Gott uns gnädig ist. Dazu beauftragt er Botinnen und Boten – auch uns.“
Einladung zum Fest der weltweiten Kirche:
„Das Fest der weltweiten Kirche ist die Gelegenheit, sich einmal im Jahr an der (nicht nur kulinarischen) Vielfalt zu freuen, auf dem Weg zu einem guten und solidarischen Miteinander von Christinnen und Christen verschiedener Herkunft im Alltag“, sagt Pfarrerin Gabriella Costabel, Fachreferentin für Internationale Gemeinden im Evangelischen Oberkirchenrat.
Praktische Informationen:
Programm:
Dan Peter
Sprecher der Landeskirche
HINWEIS: Bilder von Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl finden Sie im Pressebereich unserer Webseite.