Stuttgart. „Wer eine Kirche betritt, muss sich nicht rechtfertigen. Niemand fragt, ob jemand Tourist, Pilger, Suchender oder gläubiger Christ ist. Gerade darin liegt die besondere Qualität eines sakralen Raumes“, sagt Peter Schaal-Ahlers, Pfarrer am Ulmer Münster, in einem Gastbeitrag auf elk-wue.de. Die Einführung von Eintrittsgebühren hingegen verändere „mehr als nur die Finanzierung eines Gebäudes. Sie verändert die Atmosphäre […] Aus der Gemeinde, die in ihrer Kirche die Ankunft Gottes erwartete, sind die Verwalter des Heiligen geworden. Aus Gästen werden Kunden, die berechtigte Erwartungen haben.“ Aus der offenen Kirche werde „ein kontrollierter Raum“. Schaal-Ahlers fährt fort: „In einem Kirchenraum hinter einer Bezahlschranke wohnt ein anderer Geist als in einer Kirche mit offenen Türen.“
Peter Schaal-Ahlers sieht auch die enormen Herausforderungen, die der Unterhalt touristisch stark frequentierter Kirchen bedeute. Er plädiert aber dafür, die Finanzierung durch freiwillige Spenden offensiv weiterzuentwickeln: „Niemand wird ausgeschlossen, und doch beteiligen sich viele Besucher an den Kosten. Freiwillige Spenden ermöglichen Solidarität, ohne Zugangshürden zu schaffen.“
Hintergrund der aktuellen Diskussion über Eintrittsgelder für Kirchen war die Entscheidung des Kölner Doms, ab Juli 2026 für touristische Besuche zwölf Euro Eintritt zu verlangen, wobei der Zugang zu Gottesdiensten und zum persönlichen Gebet kostenlos bleiben soll. Auch andere Kirchen in Deutschland und anderen Ländern erheben Eintrittsgebühren, so etwa der Berliner Dom, die Sagrada Família in Barcelona und die Westminster Abbey in London.
Den vollständigen Artikel von Pfarrer Peter Schaal-Ahlers finden Sie auf unserer Webseite elk-wue.de.
Dan Peter
Sprecher der Landeskirche
HINWEIS: Ein Bild von Peter Schaal-Ahlers finden Sie im Pressebereich unserer Website.