25.03.2026

„Ängste verringern, Sicherheit gewinnen und die eigene Rolle besser verstehen“

„Letzte-Hilfe“-Kurse im Hospiz Esslingen

Das Hospiz der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen bietet für Angehörige pflegebedürftiger Menschen Kurse in sogenannter Letzter Hilfe an. Worum es dabei konkret geht, erklären hier im Interview Susanne Kränzle, Gesamtleitung Hospiz Esslingen, und Katrin Fritz, Kursleiterin.

Die beiden Kursleiterinnen Annegret Gschwind (l.) und Annika Strohmeyer mit einigen Hilfsmitteln, die sie im Kurs erklären.
Die beiden Kursleiterinnen Annegret Gschwind (l.) und Annika Strohmeyer mit einigen Hilfsmitteln, die sie im Kurs erklären.
Susanne Kränzle, Gesamtleitung Hospiz Esslingen
Susanne Kränzle, Gesamtleitung Hospiz Esslingen

Was bewegt Menschen dazu, an einem Letzte Hilfe Kurs teilzunehmen?

Susanne Kränzle und Katrin Fritz: Menschen besuchen einen Letzte-Hilfe-Kurs, weil sie sich auf den Umgang mit schwer kranken oder sterbenden Angehörigen vorbereiten möchten. Sie wollen Unsicherheiten abbauen, praktische Handgriffe erlernen und wissen, wie sie emotional und organisatorisch unterstützen können. Ziel ist es, Ängste vor Sterben und Tod zu verringern, Sicherheit im Handeln zu gewinnen und die eigene Rolle in einer oft belastenden Situation besser zu verstehen. Viele Teilnehmende berichten, dass ihnen das erworbene Wissen dabei hilft, gelassener und einfühlsamer zu reagieren, wenn der Ernstfall eintritt. Manche besuchen den Kurs auch, nachdem ein Angehöriger verstorben ist, und erkennen dabei, dass sie in dieser herausfordernden Zeit vieles richtiggemacht und intuitiv fürsorglich gehandelt haben. Eine Bestätigung, die Trost und Sicherheit gibt. Darüber hinaus nutzen Menschen den Kurs auch, um sich dem Themen Sterben, Tod und Trauer zu nähern, oft aus reinem Interesse und weil diese Themen im Alltag selten offen besprochen werden.

Sind die Fragen und Anforderungen der Teilnehmenden sehr individuell, oder gibt es große Überschneidungen?

Susanne Kränzle und Katrin Fritz: Die Fragen und Anforderungen der Teilnehmenden sind teilweise individuell, aber es gibt deutliche Überschneidungen. Viele möchten Grundwissen über Sterben, Tod und praktische Unterstützung erlangen, z. B. wie man Schmerzen lindert, mit Sterbenden spricht oder Angehörige entlastet. Daneben bringen Teilnehmende individuelle Anliegen ein, etwa spezielle Krankheitsbilder wie z.B. onkologische Erkrankungen oder Alterserkrankungen wie die Demenz, ebenso geht es um kulturelle oder familiäre Besonderheiten oder persönliche Ängste. Der Kurs bietet ihnen Raum, diese Themen zu besprechen, praktische Hilfen zu erhalten und Sicherheit im Umgang mit belastenden Situationen zu gewinnen. Insgesamt lässt sich sagen, dass ein großer Teil der Fragen ähnlich gelagert ist, während einzelne Teilnehmende spezifische, persönliche Themen aus ihren individuellen Situationen einbringen.

Kursleiterin Katrin Fritz
Kursleiterin Katrin Fritz

Welches Feedback bekommen Sie von Teilnehmenden?

Susanne Kränzle und Katrin Fritz: Teilnehmende berichten, dass sie sich nach dem Kurs sicherer und besser vorbereitet fühlen, wenn es um den Umgang mit schwer kranken oder sterbenden Menschen geht. Besonders geschätzt werden die praxisnahen und einfachen Anleitungen, klare Informationen und die Möglichkeit, über persönliche Ängste und Unsicherheiten zu sprechen. Viele heben hervor, dass der Kurs Ängste abbaut, Selbstvertrauen stärkt und ihnen hilft, empathisch und handlungsfähig in belastenden Situationen zu reagieren. Gleichzeitig ermöglicht der Kurs den Teilnehmenden, die erhaltenen Informationen, etwa, wo man Hilfe und Unterstützung bekommen kann, an andere Mitmenschen weiterzugeben. Weil wir immer einen Feedbackbogen zum Ausfüllen verteilen, wissen wir sehr genau, was die Kurse für die Menschen bedeuten, und das ist sehr schön. 

Wie kam es zur Einrichtung dieser Kurse?

Susanne Kränzle und Katrin Fritz: Die Letzte-Hilfe-Kurse wurden von Dr. med. Georg Bollig, Palliativmediziner aus Schleswig, entwickelt, um Menschen den Umgang mit Sterbenden näherzubringen und das Thema Tod in der Gesellschaft zu enttabuisieren. Die Kurse vermitteln praxisnahes Wissen und Handgriffe, helfen Ängste abzubauen, Sicherheit im Handeln zu gewinnen und Sterbende würdevoll zu begleiten.

Das Hospiz Esslingen mit seinem Fortbildungsbereich bietet diese Kurse regelmäßig an, nachdem drei Mitarbeiterinnen speziell dafür geschult wurden. Die Letzte-Hilfe-Kurse sind sehr gefragt, was den Bedarf an Informationen zeigt.  

Die Landeskirche in den sozialen Netzwerken

Instagram @elkwue - Newskanal der Landeskirche

Externer redaktioneller Inhalt

Hier wird Ihnen ein externer redaktioneller Inhalt bereitgestellt. Sofern Sie sich diesen anzeigen lassen, kann es sein, dass Daten von Ihnen an den Anbieter des externen Inhaltes gesendet werden.

Hinweis für Kirchengemeinden

Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontaktdontospamme@gowaway.elk-wue.de nachzufragen, ob die Nutzungsrechte für den jeweiligen Zweck vorliegen. Gerne können Sie alle Bilder nutzen, die Sie im Pressebereich unserer Webseite finden. Sie möchten in Ihrem Schaukasten auf unsere Webseite verlinken? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen QR-Code erstellen können. 

Schon gewusst?

Was es mit der Kirchensteuer auf sich hat, wie sie bemessen wird und welche positiven Effekte die Kirchen mit der Kirchensteuer an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens erzielen, erfahren Sie auf www.kirchensteuer-wirkt.de.

Grafik Kirchensteuer wirkt Diakonie

Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten

Oberkirchenrat Dieter Kaufmann.
Dieter Kaufmann, Oberkirchenrat und Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes in Württemberg.

Dieter Kaufmann verabschiedet

Nach elf Jahren im Amt ist der Vorsitzende des Diakonischen Werks in Württemberg, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, am Donnerstag in den Ruhestand verabschiedet worden. Fast 300 Gäste nahmen digital an der Feier teil.

Weiterlesen

Aktive Sterbehilfe vermeiden

Die evangelische und die römisch-katholische Kirche in Württemberg haben eine gemeinsame Orientierungshilfe zum Sterbehilfe-Urteil des Bundesverfassungsgerichts verfasst. Damit wollen sie ihre Position bekräftigen und zugleich die Seelsorger in der täglichen Arbeit unterstützen.

Weiterlesen

„Essen to go" hieß es schon bei der Stuttgarter Vesperkirche im Frühjahr aufgrund der Pandemie-Bedingungen.

Vesperkirche im Wandel - ein Interview

Unsicherheit und Frustration, aber auch großes Engagement und viele kreative Ansätze - im Interview erzählt Rainer Scheufele vom Diakonischen Werk in Württemberg davon, wie die Ehren- und Hauptamtlichen in diesem Winter um die Vesperkirche ringen.

Weiterlesen

Annette Noller, ab Dezember 2020 Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg.
Annette Noller, Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg.

Wir müssen schlaue Ideen entwickeln

Annette Noller tritt im Dezember die Nachfolge von Dieter Kaufmann als Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg an. Im Video-Interview mit dem Evangelischen Gemeindeblatt erklärt sie ihren Blick auf die Zukunft der Diakonie.

Weiterlesen

Die vier Bischöfe in Baden-Württemberg: Dr. h . c. Frank Otfried July, Dr. Gebhard Fürst, Stephan Burger, Prof. Dr. Jochen Cornelius Bundschuh
Die vier Bischöfe in Baden-Württemberg: Dr. h . c. Frank Otfried July, Dr. Gebhard Fürst, Stephan Burger, Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh

Menschen nicht aus dem Blick verlieren

Mit einem gemeinsamen Statement zur Pandemie-Lage appellieren die vier Kirchen in Baden-Württemberg an die Christinnen und Christen im Südwesten, sich in tätiger Nächstenliebe für den Schutz der Schwachen einzusetzen und die Corona-Regeln einzuhalten.

Weiterlesen

Aktionsplan Inklusion Abschlussgottesdienst Dieter Kaufmann Foto Wolfram Keppler
Dieter Kaufmann, Oberkirchenrat und Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg, beim Abschlussgottesdienst zum Aktionsplan „Inklusion leben“. Er übergab der Landessynode Botschaften aus dem Projekt.

„Gott hat die Inklusion erfunden“

Ende 2020 läuft der Aktionsplan und Sonderfonds „Inklusion leben“ aus, mit dem die Landeskirche fünf Jahre lang Inklusions-Projekte in Gemeinden und diakonischen Einrichtungen unterstützt hat. Am vergangenen Freitag fand der Abschluss-Gottesdienst in Stuttgart statt.

Weiterlesen

Farbschwäche:

Benutzen Sie die Schieberegler oder die Checkboxen um Farbeinstellungen zu regulieren

Einstellungen für Farbschwäche

Schrift:

Hier können die Schriftgröße und der Zeilenabstand eingestellt werden

Einstellungen für Schrift

Schriftgröße
D
1
U

Zeilenabstand
Q
1
W

Tastenkombinationen:

Mit den aufgeführten Tastenkombinationen können Seitenbereiche direkt angesprungen werden. Verwenden Sie auch die Tabulator-Taste oder die Pfeiltasten um in der Seite zu navigieren.

Inhalt Tastenkombinationen

Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Barrierefreiheit: A
Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Schriftgröße +: U
Schriftgröße -: D
Zeilenabstand +: W
Zeilenabstand -: Q
Nachtmodus : Alt (Mac Option Key) + J
Ohne Bilder: Alt (Mac Option Key) + K
Fokus: Alt (Mac Option Key) + G
Tasten­kombinationen: Alt (Mac Option Key) + O
Tastensteuerung aktivieren: Alt (Mac Option Key) + V
Alles zurücksetzen: Alt (Mac Option Key) + Y