„Menschenwürde ist unteilbar“

Gemeinsames Wort zur 51. Interkulturellen Woche vom 27. September bis 4. Oktober und dem Motto „Dafür“  

„Eine Gesellschaft zeigt ihre Stärke und ihren Zusammenhalt zuerst dort, wo Menschen Schutz brauchen“ – das betonen Oberkirchenrätin Dr. Annette Noller, Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg, und Oberkirchenrat Dr. Jörg Schneider, Leiter des Theologischen Dezernats im Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, in ihrem gemeinsamen Statement zum Beginn der bundesweiten Interkulturellen Woche am 27. September. Und sie fahren fort: „Menschenwürde ist unteilbar. Sie ist keine Frage von Herkunft, Sprache, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder Aufenthaltsstatus.“ 

Plakat zur Plakat Interkulturellen Woche 2026
Plakat zur Plakat Interkulturellen Woche 2026

Schneider und Noller betonen die positive Haltung, die im Motto der Interkulturellem Woche zum Ausdruck kommt: „Dafür“ lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2026. Kirche und Diakonie setzen sich nach ihren Worten ein für Menschenfreundlichkeit und Solidarität sowie für Gemeinschaft und Vielfalt. Das bedeute auch, „dass wir uns dem polarisierenden und ausgrenzenden Dagegen widersetzen“. 

Mit Blick auf den Flüchtlingsschutz weisen Schneider und Noller auf die Genfer Flüchtlingskonvention hin und fordern: „Flüchtlingsschutz ist keine freiwillige Wohltat. Schutzsuchende brauchen faire Asylverfahren, unabhängige Beratung und die Möglichkeit, ihre Rechte wahrzunehmen. Integration gelingt, wenn zugewanderte und geflüchtete Menschen früh Sprache lernen, arbeiten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Sie beginnt dort, wo Menschen erfahren: Ich werde gesehen, ich kann mich einbringen, ich kann Verantwortung übernehmen.“ 

Noller und Schneider danken allen, die sich für Benachteiligte einsetzen: „Das Engagement unzähliger Ehrenamtlicher zeigt Tag für Tag, wie Integration gelingen kann: mit Zeit und Geduld, Verlässlichkeit und der Bereitschaft, miteinander unterwegs zu sein oder voneinander zu lernen. Unser herzlicher Dank gilt allen haupt- und ehrenamtlich Engagierten in Kirchengemeinden, Diakonie, Initiativen und Kommunen, die sich Tag für Tag für Begegnung, Verständigung und den Schutz benachteiligter Menschen einsetzen. Sie machen sichtbar, dass Nächstenliebe nicht bei Worten stehen bleibt, sondern im konkreten Handeln Gestalt gewinnt.

Mehr über die Interkulturelle Woche erfahren Sie hier. 

Im Folgenden finden Sie das Statement im Volltext: 

Oberkirchenrat Dr. Jörg Schneider
Oberkirchenrat Dr. Jörg Schneider

„Dafür“ – Haltung zeigen, Menschenwürde schützen

Eine Gesellschaft zeigt ihre Stärke und ihren Zusammenhalt zuerst dort, wo Menschen Schutz brauchen. Deshalb setzen wir uns ein für Menschenfreundlichkeit und Solidarität sowie für Gemeinschaft und Vielfalt. 

„Dafür“ lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2026. Es bedeutet auch, dass wir uns dem polarisierenden und ausgrenzenden „Dagegen“ widersetzen.  

Menschenwürde ist unteilbar. Sie ist keine Frage von Herkunft, Sprache, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder Aufenthaltsstatus. Deshalb gehört zu unserem Dafür ein ebenso klares Nein: zu Rassismus, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit und zu jeder Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Diskriminierung begegnet Menschen im Alltag – bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, in Schule und Ausbildung, in Ämtern und in der Nachbarschaft, mitunter auch in unseren eigenen Gemeinden und Einrichtungen.  

Die Interkulturelle Woche, die vom 27. September bis 4. Oktober begangen wird, lädt dazu ein, Haltung zu zeigen, nicht nur mit Worten, sondern auch durch Handeln. „Dafür“ heißt darum konkret: hinsehen statt wegsehen, gesellschaftliche Spaltung und Ausgrenzung beim Namen nennen, Betroffene ernst nehmen und stärken, Beratungs- und Beschwerdewege zugänglich machen – und die eigenen Strukturen selbstkritisch prüfen. Wo Menschen miteinander sprechen, können Verständnis und Zusammenhalt entstehen. Denn eine demokratische Gesellschaft lebt vom Dialog.

Oberkirchenrätin Dr. Annette Noller
Oberkirchenrätin Dr. Annette Noller

75 Jahre nach der Genfer Flüchtlingskonvention bleibt der Auftrag aktuell: Menschen, die vor Krieg, Verfolgung oder existenzieller Not fliehen, brauchen Schutz. Flüchtlingsschutz ist keine freiwillige Wohltat. Schutzsuchende brauchen faire Asylverfahren, unabhängige Beratung und die Möglichkeit, ihre Rechte wahrzunehmen. Integration gelingt, wenn zugewanderte und geflüchtete Menschen früh Sprache lernen, arbeiten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Sie beginnt dort, wo Menschen erfahren: Ich werde gesehen, ich kann mich einbringen, ich kann Verantwortung übernehmen. 

Die Bibel erinnert uns: „Der Herr hat dich wissen lassen, Mensch, was gut ist und was er von dir erwartet: Halte dich an das Recht, sei menschlich zu deinen Mitmenschen und lebe in steter Verbindung mit deinem Gott!“ (Micha 6,8, Übersetzung: Gute Nachricht) Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gehören zusammen. Sie fordern uns heraus, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und Verantwortung füreinander zu übernehmen. 

Kirche und Diakonie setzen sich dafür ein, dass Orte der Begegnung und Verständigung eingerichtet, erhalten und gestärkt werden. Dort entstehen Vertrauen, gegenseitiges Verständnis und die Erfahrung, dass Vielfalt kein Hindernis für Gemeinschaft ist, sondern ihre Lebendigkeit ausmacht. Das Engagement unzähliger Ehrenamtlicher zeigt Tag für Tag, wie Integration gelingen kann: mit Zeit und Geduld, Verlässlichkeit und der Bereitschaft, miteinander unterwegs zu sein oder voneinander zu lernen. 

Unser herzlicher Dank gilt allen haupt- und ehrenamtlich Engagierten in Kirchengemeinden, Diakonie, Initiativen und Kommunen, die sich Tag für Tag für Begegnung, Verständigung und den Schutz benachteiligter Menschen einsetzen. Sie machen sichtbar, dass Nächstenliebe nicht bei Worten stehen bleibt, sondern im konkreten Handeln Gestalt gewinnt. 

Das Motto „Dafür" lädt uns ein, Hoffnung nicht nur auszusprechen, sondern sie sichtbar werden zu lassen. Dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, wo Recht und Barmherzigkeit zusammenkommen und wo Begegnung Vorurteile überwindet, wächst Vertrauen. So bringen wir uns gemeinsam für eine Gesellschaft ein, in der Vielfalt nicht trennt, sondern verbindet. Dafür stehen wir als Evangelische Landeskirche und als Diakonie in Württemberg ein.  

Oberkirchenrätin Dr. Annette Noller, Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg 

Oberkirchenrat Dr. Jörg Schneider, Leiter des Dezernats Theologie, Gemeinde und weltweite Kirche im Evangelischen Oberkirchenrat 

Die Landeskirche in den sozialen Netzwerken

Instagram @elkwue - Newskanal der Landeskirche

Externer redaktioneller Inhalt

Hier wird Ihnen ein externer redaktioneller Inhalt bereitgestellt. Sofern Sie sich diesen anzeigen lassen, kann es sein, dass Daten von Ihnen an den Anbieter des externen Inhaltes gesendet werden.

Hinweis für Kirchengemeinden

Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontaktdontospamme@gowaway.elk-wue.de nachzufragen, ob die Nutzungsrechte für den jeweiligen Zweck vorliegen. Gerne können Sie alle Bilder nutzen, die Sie im Pressebereich unserer Webseite finden. Sie möchten in Ihrem Schaukasten auf unsere Webseite verlinken? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen QR-Code erstellen können. 

Weitere Texte, Grafiken und Vorlagen für Ihre Kanäle finden Sie auf unserer Materialseite.

Schon gewusst?

Was es mit der Kirchensteuer auf sich hat, wie sie bemessen wird und welche positiven Effekte die Kirchen mit der Kirchensteuer an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens erzielen, erfahren Sie auf www.kirchensteuer-wirkt.de.

Grafik Kirchensteuer wirkt Diakonie

Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten

Auf seiner Homepage wirbt das Diakoneo um freiwillige Helfer.

Diakoneo sucht freiwillige Helfer

Die Kliniken des Sozialträgers Diakoneo suchen Ärzte, Pflegekräfte und Medizinstudenten als Freiwillige. Wegen der steigenden Zahl von Corona-Infizierten brauche man in den Krankenhäusern in Schwäbisch Hall, Nürnberg, Ansbach, Schwabach und Neuendettelsau Verstärkung, teilte Diakoneo am Montag mit.

Weiterlesen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

Corona: Kretschmann dankt den Kirchen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat den Kirchen und Religionsgemeinschaften in der Corona-Krise für ihren „unschätzbaren Beitrag zu unserem gesellschaftlichen Zusammenhalt“ gedankt.

Weiterlesen

Januar 2020, die Corona-Krise war noch weit: Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July (sitzend, links) hat mit Bischof Dr. Gebhard Fürst im Klinikum Stuttgart die Rahmenvereinbarung zur ökumenischen Klinik-Seelsorge unterzeichnet. Direkt hinter July beobachten der Ärztliche Direktor der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Professor Dr. Wolfram G. Zoller, und sein Team die Szene. Zu den Beobachtern der Unterzeichnung gehörten auch der Medizinische Vorstand am Klinikum, Professor Dr. Jan Steffen Jürgensen (hintere Reihe, 3. v. r.) und Pfarrer Thomas Dreher, Vorsitzender des Konvents der Evangelischen Krankenhaus- und Kurseelsorge Württemberg (r.)

July: Mehr Geld für Pflegekräfte

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July spricht sich dafür aus, die Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen finanziell besser zu stellen. Eine Lehre aus der Corona-Krise sollte sein, dem Personal medizinischer Einrichtungen nicht nur zu applaudieren. Berufstätige in diesem Bereich sollten besser bezahlt werden, so July.

Weiterlesen

Glocke im Turm der Esslinger Frauenkirche. Auch sie wird künftig täglich um 19.30 Uhr zum gemeinsamen Gebet in Corona-Zeiten rufen.

Glocken läuten zum Corona-Gebet

Es ist ein Zeichen der Solidarität in Zeiten der Corona-Pandemie: Die Evangelische Landeskirche in Württemberg ruft ihre Kirchengemeinden dazu auf, täglich um 19.30 Uhr die Glocken zu läuten - und ihre Mitglieder, sich die Zeit zu nehmen für ein Gebet. Auch könnten Kerzen ins Fenster gestellt werden.

Weiterlesen

Das Gästezentrum „Schönblick“ bei Schwäbisch Gmünd steht bei Bedarf als Notkrankenhaus zur Verfügung.

„Schönblick“ als Notkrankenhaus?

Die christliche Tagungsstätte „Schönblick“ in Schwäbisch Gmünd bietet ihr Seminarhaus in der Corona-Krise als Notkrankenhaus an. Dort stünden 106 moderne Hotelzimmer zur Verfügung, teilte Direktor Martin Scheuermann mit.

Weiterlesen

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gehen viel mehr Anrufe bei der Telefonseelsorge ein als in normalen Zeiten (Symbolfoto).

Corona: Viel zu tun für Telefonseelsorger

Die Angst vor Corona lässt mehr Menschen bei der Telefonseelsorge anrufen. Inzwischen habe jedes zweite Seelsorgegespräch auch das Virus zum Thema, sagte Bernd Müller, Kommissarischer Leiter der Katholischen Telefonseelsorge in Stuttgart, am Montag in Stuttgart.

Weiterlesen

Farbschwäche:

Benutzen Sie die Schieberegler oder die Checkboxen um Farbeinstellungen zu regulieren

Einstellungen für Farbschwäche

Schrift:

Hier können die Schriftgröße und der Zeilenabstand eingestellt werden

Einstellungen für Schrift

Schriftgröße
D
1
U

Zeilenabstand
Q
1
W
Tastenkombinationen:

Mit den aufgeführten Tastenkombinationen können Seitenbereiche direkt angesprungen werden. Verwenden Sie auch die Tabulator-Taste oder die Pfeiltasten um in der Seite zu navigieren.

Inhalt Tastenkombinationen

Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Barrierefreiheit: A
Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Schriftgröße +: U
Schriftgröße -: D
Zeilenabstand +: W
Zeilenabstand -: Q
Nachtmodus : Alt (Mac Option Key) + J
Ohne Bilder: Alt (Mac Option Key) + K
Fokus: Alt (Mac Option Key) + G
Tasten­kombinationen: Alt (Mac Option Key) + O
Tastensteuerung aktivieren: Alt (Mac Option Key) + V
Alles zurücksetzen: Alt (Mac Option Key) + Y