„Wo Glocken schlagen, gehen Menschen nicht verloren“

6,37 Tonnen Klang: Tontiefste Glocke der Landeskirche und der Diözese Rottenburg-Stuttgart klingt mit doppeltem Segen

Das Glockenmuseum Herrenberg und die Herrenberger Kirchengemeinden sind um eine ganz besondere Glocke reicher: Die über sechs Tonnen schwere und 2,25 Meter hohe Glocke namens „Maxima“ wurde am vergangenen Samstag in Herrenberg feierlich in Dienst genommen. Außergewöhnlich ist das „Wo“: Die Maxima hängt nicht im Turm der Stiftskirche, sondern in einem massiven hölzernen Glockenstuhl am Boden gleich neben der Stiftskirche - und soll dort auch regelmäßig geläutet werden.

So klingt die tontiefste Glocke Württembergs

6,37 Tonnen: Tiefste Glocke Württembergs wird am Boden geläutet #shorts
Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl (Mitte) mit v.l.n.r. Stephan Metzing (Erster Bürgermeister Herrenberg), Interimsdekan Thomas Cornelius, Dechant Francis Erasmy (Rektor Basilika Echternach) und Dekan i.R. Dieter Eisenhardt
Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl (Mitte) mit v.l.n.r. Stephan Metzing (Erster Bürgermeister Herrenberg), Interimsdekan Thomas Cornelius, Dechant Francis Erasmy (Rektor Basilika Echternach) und Dekan i.R. Dieter Eisenhardt

In seiner Predigt im ökumenischen Festgottesdienst zur Indienstnahme der Maxima über Psalm 130,1 dankte Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl allen, die den Erwerb und die Indienstnahme der Maxima ermöglicht haben: „Dass ihr Ton in Zukunft regelmäßig zu hören sein wird, ist das Ergebnis einer großen Leistung! Unzählige Spenden und Ihre hartnäckige Beharrlichkeit, lieber Dieter Eisenhardt, waren nötig, dass diese Glocke wieder klingt.“ Dekan i.R. Dieter Eisenhardt hatte den Prozess über viele Jahre vorangetrieben.  

Gohl ging darauf ein, dass die Glocke als Friedensglocke konzipiert sei und sagte: „Friede ist keine Selbstverständlichkeit. Friede ist zerbrechlich und muss bewahrt werden. Friede ist auch mehr als nur die Abwesenheit von Krieg und Gewalt – obwohl für Menschen in den Kriegsgebieten unserer Zeit schon viel gewonnen wäre, wenn die Waffen schweigen würden.“ Die Verantwortung für den Frieden beginne „im Kleinen – in den Beziehungen zu den Menschen, die uns Tag für Tag im Alltag umgeben. Die Verantwortung für den Frieden liegt also auch bei dir und mir.“ Er sei „ein mühsames Geschäft. Er ist nie frei von Missverständnissen. Nie frei von gefühltem Macht- oder gar Gesichtsverlust. Der Frieden der Welt aber ist unsere Aufgabe.“ Die Maxima rufe „beides in Erinnerung: Den Frieden, für den wir Verantwortung übernehmen sollen und den Frieden, der uns geschenkt ist.“ Gohl betonte auch den sozialen Charakter von Glocken: „Wo Glocken schlagen, sind Menschen nicht fern. Wer Glocken hört, weiß: Da sind Menschen. Da ist Leben. Ich bin nicht allein. Wo Glocken schlagen, gehen Menschen nicht verloren.“ 

Die Glocke mit dem Ton f0 wurde gleich doppelt „beauftragt“: Der katholische Dekan von Böblingen, Anton Feil, weihte sie nach römisch-katholischem Ritus. Landesbischof Gohl nahm sie nach evangelischem Brauch mit einem Segensgebet in Dienst.

Indienstnahme Maxima-Glocke Herrenberg VHKV6561

Das gesamte Maxima-Projekt wurde vom Verein zur Erhaltung der Stiftskirche Herrenberg e.V. organisiert und rein auf Spendenbasis finanziert – inklusive der läutbaren Aufhängung. Das Glockenmuseum Stiftskirche Herrenberg ist im Verein zur Erhaltung der Stiftskirche Herrenberg e.V. organisiert.  

Die Maxima ist die größte Läuteglocke des Glockenmuseums Stiftskirche Herrenberg. Zusammen mit einer Glocke der Friedenskirche in Karlsruhe ist sie sogar die tontiefste Glocke in ganz Baden-Württemberg. 

Sie hat eine bewegte Geschichte. Im Jahr 2000 in der Glockengießerei Brockscheid gegossen, sollte sie ursprünglich eine Friedensglocke in der Basilika Echternach, Luxemburg, ersetzen. Der Ton der Maxima war allerdings etwas zu tief geraten, so dass Echternach die Glocke nicht nehmen konnte. 2003 konnte die Bauhütte der Stiftskirche Herrenberg die Maxima erwerben. Seither stand sie auf der Wiese bei der Stiftskirche und wartete darauf, in den Turm der Kirche gehängt zu werden – was sich als technisch nicht machbar erwies.  

Über das Herrenberger Glockenmuseum 

In der Glockenstube der Herrenberger Stiftskirche hängen über 35 läutbare Bronzeglocken – das umfangreichste Kirchengeläut Deutschlands mit Glocken aus zwölf Jahrhunderten. Die Glocken werden nach einer festgelegten Läuteordnung geläutet, und Besucherinnen und Besucher konnten bis 2023 das Läuten auch beobachten. Seit 2023 ist das Museum wegen Brandschutzproblemen geschlossen. Einzelbesichtigungen durch Kleingruppen sind jedoch möglich, sofern es die baulichen Voraussetzungen erlauben und die Besucher in einen Haftungsausschluss einwilligen. Das Museum sammelt Spenden, um die nötigen Umbaumaßnahmen zu finanzieren. Rund 400.000 Euro sind dafür nötig.

Die Landeskirche in den sozialen Netzwerken

Instagram @elkwue - Newskanal der Landeskirche

Externer redaktioneller Inhalt

Hier wird Ihnen ein externer redaktioneller Inhalt bereitgestellt. Sofern Sie sich diesen anzeigen lassen, kann es sein, dass Daten von Ihnen an den Anbieter des externen Inhaltes gesendet werden.

Hinweis für Kirchengemeinden

Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontaktdontospamme@gowaway.elk-wue.de nachzufragen, ob die Nutzungsrechte für den jeweiligen Zweck vorliegen. Gerne können Sie alle Bilder nutzen, die Sie im Pressebereich unserer Webseite finden. Sie möchten in Ihrem Schaukasten auf unsere Webseite verlinken? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen QR-Code erstellen können. 

Weitere Texte, Grafiken und Vorlagen für Ihre Kanäle finden Sie auf unserer Materialseite.

Schon gewusst?

Was es mit der Kirchensteuer auf sich hat, wie sie bemessen wird und welche positiven Effekte die Kirchen mit der Kirchensteuer an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens erzielen, erfahren Sie auf www.kirchensteuer-wirkt.de.

Grafik Kirchensteuer wirkt Begleitung und Gottesdienst

Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten

Pfingsten in bunter Gemeinschaft

Fröhlich ausgelassen, bunt: Der Tag der weltweiten Kirche zeigt gelebte ökumenische Gemeinschaft. In diesem Jahr gibt es einen Corona-Dämpfer. Gefeiert wird trotzdem - unter anderem mit einer Predigt des Landesbischofs im Livestream.

Weiterlesen

Erster Segnungsgottesdienst in der Landeskirche für ein gleichgeschlechtliches Paar

Segnungsgottesdienst in der Leonhardskirche

Unter großem Medieninteresse hat am Sonntag in der Stuttgarter Leonhardskirche der erste Segnungsgottesdienst in der Landeskirche für ein gleichgeschlechtliches Paar stattgefunden.

Weiterlesen

Zahlreiche Gemeinden setzen in Corona-Zeiten unter anderem auf Streaming-Angebote aus ihren Gottesdiensten (Archivfoto).

Umfrage zu Online-Gottesdiensten

Um ihre Online-Gottesdienste nachhaltig weiterzuentwickeln, haben die evangelischen Landeskirchen in Württemberg und Baden eine Umfrage gestartet. „Wir versprechen uns davon wertvolle Impulse für unsere künftige Arbeit“, sagt Dr. Nico Friederich, der Verantwortliche für Digitalen Wandel der württembergischen Landeskirche.

Weiterlesen

Nach wochenlanger Pause hat Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July wieder in einem Präsenzgottesdienst vor mehreren Dutzend Gläubigen gepredigt. Noch beim Ostergottesdienst konnten die Zuhörer das Geschehen nur über Fernsehen und Internet verfolgen.

Erster Gottesdienst nach dem Lockdown

Stuttgart. Wochenlang galt der Corona-Lockdown, seit kurzem sind nun wieder Gottesdienste möglich. Den Auftakt macht der württembergische Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July am Samstag, 9. Mai - und predigt über Krieg, Hass und Verantwortung.

Weiterlesen

Die beiden Landesbischöfe Dr. h. c. Frank Otfried July (Württemberg, l.) und Professor Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh.

Landesbischöfe schreiben zu Gottesdienstfeiern

Ab 4. Mai können wieder Gemeinde-Gottesdienste in Kirchen in Baden-Württemberg gefeiert werden. Die beiden evangelischen Landesbischöfe Dr. h. c. Frank Otfried July und Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh weisen in ihrem Brief an die Pfarrerschaft darauf hin, dass damit eine hohe Verantwortung einhergehe. Voraussetzung ist ein Schutzkonzept,…

Weiterlesen

Rundfunkpfarrerin Dr. Lucie Panzer

„Arbeit und Muße - beides ist Gottesdienst“

Arbeit ist Gottesdienst – aber das heißt nicht, dass jeder sich kaputtschuften sollte. Zum Tag der Arbeit erinnert Rundfunkpfarrerin Dr. Lucie Panzer auch an die wichtigen Ruhepausen und an einen verständnisvollen Blick auf den Nächsten.

Weiterlesen

Farbschwäche:

Benutzen Sie die Schieberegler oder die Checkboxen um Farbeinstellungen zu regulieren

Einstellungen für Farbschwäche

Schrift:

Hier können die Schriftgröße und der Zeilenabstand eingestellt werden

Einstellungen für Schrift

Schriftgröße
D
1
U

Zeilenabstand
Q
1
W
Tastenkombinationen:

Mit den aufgeführten Tastenkombinationen können Seitenbereiche direkt angesprungen werden. Verwenden Sie auch die Tabulator-Taste oder die Pfeiltasten um in der Seite zu navigieren.

Inhalt Tastenkombinationen

Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Barrierefreiheit: A
Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Schriftgröße +: U
Schriftgröße -: D
Zeilenabstand +: W
Zeilenabstand -: Q
Nachtmodus : Alt (Mac Option Key) + J
Ohne Bilder: Alt (Mac Option Key) + K
Fokus: Alt (Mac Option Key) + G
Tasten­kombinationen: Alt (Mac Option Key) + O
Tastensteuerung aktivieren: Alt (Mac Option Key) + V
Alles zurücksetzen: Alt (Mac Option Key) + Y