07.04.2026

„Die Lebensrelevanz der Bibel und ihre Christusfrömmigkeit leidenschaftlich vorgelebt“

Zum Tod von Landesbischof i. R. Prof. Dr. Gerhard Maier 

Am 4. April 2026 ist der frühere württembergische Landesbischof Prof. Dr. Gerhard Maier im Alter von 88 Jahren verstorben. Er leitete die Evangelische Landeskirche in Württemberg von 2001 bis 2005.

Landesbischof i.R. Gerhard Maier
Landesbischof i.R. Gerhard Maier

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl würdigt Gerhard Maier so: „Bescheiden und freundlich in persönlichen Begegnungen, so erlebten die Menschen den Christen Gerhard Maier. Als Theologe prägte er durch seine jahrzehntelange Auslegung der Heiligen Schrift den württembergischen Pietismus und stand für die Lebensnähe dieser Schriftauslegung und zugleich für die Vielfalt unterschiedlicher Zugänge zur Bibel. Die Lebensrelevanz der Bibel und ihre Christusfrömmigkeit hat er leidenschaftlich als Landesbischof vorgelebt und sich damit große Verdienste für die württembergische Landeskirche erworben. In den herausfordernden theologischen Debatten seiner Generation hat Gerhard Maier sein Amt als Landesbischof immer auch als Amt der Einheit verstanden.“

Sabine Foth, Präsidentin der Württembergischen Evangelischen Landessynode, sagt über Gerhard Maier: „In den Begegnungen mit Altbischof Meier habe ich seine freundliche und zugewandte Art geschätzt. Mit großem Interesse hat er auch in den vergangenen Jahren die Arbeit der Landessynode verfolgt und war er ein häufiger Gast bei den Synodaltagungen. Seiner Familie wünsche ich viel Kraft und Trost in der österlichen Botschaft der Auferstehung.“ 

Maier sah es während seines Wirkens als Landesbischof als seine Aufgabe an, die „immer noch erkennbare Einheit“ der Landeskirche deutlich zu machen. Er wollte dem deutschen Protestantismus in seiner Vielfalt Stimme und Profil geben und in der Landeskirche einen Grundkonsens darüber erzielen, was es heißt, evangelisch zu sein. Es war ihm wichtig, „dass Evangelische vor allem das theologisch Gemeinsame stärker zum Ausdruck bringen“. Verbindendes suchte Gerhard Maier auch zwischen den Kirchen. So warb er unter anderem dafür, dass sich die evangelische Theologie stärker mit der Orthodoxie beschäftigen solle.

Seine Leidenschaften waren die Auslegung der Heiligen Schrift und das Unterrichten. So war Maier Gastprofessor an der Theologischen Fakultät in Heverlee/Leuven (Belgien) und an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel in Riehen. 2004 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Kirchlichen Hochschule für Theologie in Zhirovischi (Weißrussland) und die Ehrenprofessur der Universität Galati (Rumänien).

Auch als Autor theologischer Bücher hat sich Maier einen Namen gemacht. Neben zahlreichen eigenständigen Publikationen war er Mitherausgeber des „Großen Bibellexikons“ sowie für die Auslegungsreihen „Wuppertaler Studienbibel“ und „Edition C Bibelkommentar“ als Herausgeber und auch als Autor mehrerer Kommentarbände verantwortlich.

Dr. Gerhard Maier wurde 1937 in Ulm geboren und wuchs dort auf. Er studierte in Tübingen Theologie und Jura und arbeitete danach drei Jahre als Pfarrer in Baiersbronn. Anschließend wurde er im Albrecht-Bengel-Haus in Tübingen Studienleiter und arbeitete von 1980 bis 1995 als dessen Rektor. Von 1971 bis 1977 und 1983 bis 1995 war er Mitglied der Württembergischen Evangelischen Landessynode im Gesprächskreis „Lebendige Gemeinde“, bis er 1995 Prälat von Ulm wurde. Zum Landesbischof wurde Gerhard Maier 2001 gewählt, als seine Erfahrung und Integrationskraft gefragt war.

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