Eva Amelie lässt ihre Gedanken kreisen, bleibt auf der Suche und hofft, dabei dem Himmel immer ein Stück näherzukommen. Auf ihrem Instagram-Kanal @gedankenkreisenzumhimmel will sie das echte, authentische Leben teilen – mit all seinen Höhen und Tiefen. Für sie steht fest: Kein Glaube ohne Zweifel. Keine Hoffnung ohne Momente der Hoffnungslosigkeit. Eva Amelie ist Teil des Sinnfluencer-Netzwerks der württembergischen Landeskirche.

Warum sind Sie in den Sozialen Medien mit und für Ihren Glauben aktiv?
Weil ich glaube, dass Jesus zu kennen wunderschön ist und unheimlich gut tut. Gleichzeitig erinnere ich mich, wie in meiner Jugend manche Christfluencer:innen mir vor allem Angst gemacht haben. Reiche ich für Jesus aus? Komme ich am Ende in die Hölle? Heute weiß ich, dass Jesu Botschaft keine Angst macht, sondern freisetzt. Von dieser Freiheit möchte ich gerne etwas weitergeben.
Was schätzen Sie an den Sozialen Medien?
Die Sozialen Medien bieten eine großartige Chance, über den eigenen Tellerrand hinauszusehen, sich zu vernetzen und andere Menschen kennenzulernen, die die eigenen Fragen, Zweifel und Vorhaben teilen. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich feststelle: „Ich bin nicht die einzige, der es so geht“.
Wie lange machen Sie das schon?
Angefangen habe ich im September 2022. Mein Ziel war es, meine Gedichte, Fotos und Glaubensimpulse zu teilen. Heute liegt mein Fokus etwas anders. Ich habe mich getraut, persönlicher zu werden, und erzähle inzwischen auch von meinen Zweifeln und teile meinen Alltag mit einer Depression. Ich glaube, es ist wichtig, dass andere sehen, dass der Glaube auch Zweifel und das Leben auch Tiefen haben darf, ohne dass eines von beidem weniger wertvoll wird.
Erinnern Sie sich an einen echten Highlight-Moment in Ihrer Arbeit als Influencer?
Mein absolutes Highlight ist jedes Mal, wenn mir Leute aus meiner Community schreiben, dass ich ihnen mit einem Beitrag Mut gemacht habe, zu sich selbst zu stehen, oder sie merken durften, dass sie mit ihren Sorgen nicht alleine sind. Zu merken, dass mich Gott auf diesem Weg gebraucht, ist ein großes Geschenk.
Haben Sie einen thematischen Schwerpunkt oder ein Format, das Sie besonders mögen und häufig nutzen?
Mein Content hat zwei Hauptschwerpunkte: Glaubenskommunikation und psychische Gesundheit, die natürlich oft auch Hand in Hand gehen. Als ich 2022 selbst die Diagnose Depression erhalten habe, wurde es mir wichtig, damit offen umzugehen und so Sichtbarkeit für eine Krankheit zu schaffen, über die viele immer noch nur wenig wissen und die schnell unsichtbar bleibt. Außerdem wünsche ich mir, Menschen über verschiedene (christliche) Lager zusammenzubringen. Dabei ist mir wichtig, selbst Stellung zu nehmen, aber auch anderen Glaubensüberzeugungen Raum zu geben.
Was sollte man mitbringen, wenn man als Sinnfluencer über Kirche und Glauben sprechen möchte?
Die Bereitschaft, offen und ehrlich zu sein. Klar, es gibt eine Privatsphäre und die darf auch privat bleiben. Aber ich glaube, es ist wichtig, dass wir als Kirche nicht nur die nächsten vermeintlich perfekten Social Media Accounts betreiben. Gerade wir sollten auch die Unperfektheiten des Lebens zeigen. Es ist die Bereitschaft, offen und ehrlich zu sein, die den Menschen Raum gibt, ebenfalls sie selbst zu sein und sich selbst lieben zu lernen – so wie Gott ja auch jeden Menschen mit all seinen Macken und Kanten liebt!
Wo sehen Sie Probleme und Risiken?
Je nachdem, was ich konsumiere, können Soziale Medien natürlich auch den gegenteiligen Effekt haben. Auf einmal sehe ich Probleme, die vorher noch nicht da waren, weil mir Menschen im Netz erzählen oder vorleben, dass etwas anderes „normal“ sei. Sind meine Speckfalten am Bauch noch schön? Ist es schlimm, dass ich heute Pommes gegessen habe? Dürfen meine Pickel im Gesicht wirklich sein? Das ist ein großes Problem.
Und um was sollte man sich keine Sorgen machen?
Mach dir keine Sorgen, was andere von dir denken. Klar, es ist erstmal total komisch, in eine Kamera zu sprechen. Von vielen bekomme ich aber echt positive Rückmeldungen, und selbst wenn nicht: Lass dir von der Angst, was andere sagen könnten, nicht deinen Weg verstellen!
Was würden Sie einer Person raten, die das auch machen möchte?
Ich weiß, dass das jeder sagt, aber sei einfach DU! Was begeistert dich? Was beschäftigt dich? Was möchtest du anderen mitgeben? Ich bin mir sicher, was dich beschäftigt, beschäftigt auch noch tausend andere Menschen. Außerdem hilft es immer, sich auf ein bis zwei Kernthemen zu fokussieren. Damit macht man es sich selbst leichter und auch deine Community weiß dann, wofür du stehst.
Zwölf Social-Media-Projekte, darunter Instagram-Kanäle und ein Podcast, bilden das 2024 gegründete Sinnfluencer-Netzwerk der Landeskirche. Das Netzwerk besteht aus dreizehn Haupt- und Ehrenamtlichen der Landeskirche, die nun die Glaubenskommunikation im Digitalen Raum stärken, indem sie ihr Wirken in der Kirche und ihren Glauben teilen.
Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontakt@
Was es mit der Kirchensteuer auf sich hat, wie sie bemessen wird und welche positiven Effekte die Kirchen mit der Kirchensteuer an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens erzielen, erfahren Sie auf www.kirchensteuer-wirkt.de.
