Sommertagung der Landessynode zu Ende gegangen

Theologisches Schwerpunktthema „Segen“, Auswertung der Kirchenwahl 2025 und Blick in diakonische Projekte sowie die weltweite Kirche

Am Mittag des 4. Juli ist die Sommertagung der Württembergischen Evangelischen Landessynode im Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof in Stuttgart zu Ende gegangen. Schwerpunkte am zweiten Sitzungstag waren der Beschluss über einen theologischen Schwerpunkt, die Auswertung der Kirchenwahl 2025 und verschiedene Berichte, drei förmliche Anfragen und eine Reihe selbstständiger Anträge.

Impressionen Sommersynode 2026

Theologisches Schwerpunktthema: Segen als Kern gottesdienstlichen und seelsorgerlichen Handelns

Die Landessynode wird sich in den kommenden drei Jahren mit dem theologischen Schwerpunktthema „Segen“ befassen. Dieser Schwerpunkt ist Ausdruck des Willens der Landessynode, nicht nur als gesetzgebendes Organ, sondern auch als geistlich leitendes Gremium der Landeskirche erkennbar zu sein. So kann deutlich werden, dass auch Strukturentscheidungen dem Verkündigungsauftrag der Kirche dienen müssten. 

Auswertung Kirchenwahl am 30. November 2025

Die Auswertung zeigt unter anderem, dass die Landeskirche nicht nur eine Kirche der Mittel- und Kleinstädte (ca. 90 % der Wahlberechtigten), sondern auch mehrheitlich weiblich sei. Das zeigt der Anteil der Frauen an Wahlberechtigten (55 %), Wählenden (57 %) und gewählten Kirchengemeinderätinnen und -räten (55 %). Dazu hatten Frauen bei der Wahl auch höhere Chancen, gewählt zu werden. 

Projekt Teilhabe Roma

Im Verlauf des Projekts wurden rund 30 zugewanderte Menschen pro Jahr z.B. zu Behörden, Schulen oder Ärzten begleitet und auf Romanes beraten. Dies hat den Zugang zu sozialen und gesundheitlichen Hilfen verbessert und gezeigt, dass auch Institutionen für die Bedürfnisse besonders benachteiligter Menschen sensibilisiert werden müssten.  Die Erkenntnisse aus dem Projekt wurden in das EFS-Plus-geförderte Folgeprojekt „DiaRom“ eingebracht und dadurch verstetigt.  

Projekt kirchlich-diakonische Flüchtlingsarbeit 2016 bis 2026 

Von 2014 bis 2026 sind Strukturen aufgebaut worden, innerhalb derer von 2016 bis 2026 rund 2 Millionen Euro investiert worden sind. Pro Jahr wurden etwa 1.600 Geflüchtete begleitet, rund 1.000 Ehrenamtliche unterstützt und 9.000 Kontakte wahrgenommen. Die enge Verbindung von Haupt- und Ehrenamt sowie die Vernetzung mit Kommunen, Verbänden und Initiativen zeigte sich als zentral für diese Arbeit. 

Lutherischer Weltbund

In einem Bericht wurde die Arbeit des Lutherischen Weltbundes (LWB) als gelebte Gemeinschaft von Kirchen in gegenseitiger Anerkennung und synodaler Verbundenheit vorgestellt. Ein Schwerpunkt ist diakonisches und humanitäres Handeln, insbesondere in Krisen-, Flucht- und Armutskontexten. Der LWB leistet Hilfe vor Ort, gestaltet kirchenübergreifende Programme und arbeitet mit internationalen Partnern. Zur theologischen Arbeit gehören unter anderem gemeinsame Stellungnahmen zu Fragen von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, oft in Verbindung mit Interessenvertretung für die politisch Schwächsten.

Bericht von der Unterzeichnung Charta Oecumenica in Rom

Die Charta Oecumenica ist ein Grundlagendokument der internationalen Ökumene. Sie wurde unter herausfordernden politischen und gesellschaftlichen Umständen in Europa aktualisiert und unterzeichnet. Die Neufassung soll die Kirchen von heute ansprechen, ökumenische Gespräche anregen und als Ressource für die ökumenische Zusammenarbeit dienen.

Vorstellung von Ralph Hartmann, seit Februar 2026 Beauftragter der evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg bei Landtag und Landesregierung

Kirchenrat Ralph Hartmann benannte als Schwerpunkte seiner Arbeit die Seelsorge für Landtagsabgeordnete sowie die gute Kommunikation zwischen der Politik und den vier großen Kirchen in Baden-Württemberg. Er sprach auch über die sogenannte „unsichtbare Mitte der Gesellschaft“. Hier sehe er für die Kirchen Potenzial, über das Öffnen von Räumen und offenen Gebäude sowie zusammen mit Vereinen und Zivilgesellschaft gerade im ländlichen Raum Begegnung zu schaffen.

Stellungnahmes des Oberkirchenrates zum Stand der Verwaltungsreform, zu Transformationsstellen und den Schuldekanate

Zu drei förmlichen Anfragen nahm der Oberkirchenrat ausführlich Stellung. Unter anderem zum aktuellen Stand der Verwaltungsreform aufgrund von Rückständen in der Bearbeitung von Rechnungen und der Personalsituation in den Regionalverwaltungen. in Gemeinden und Kirchenbezirken. Weiter wurde über die sogenannten Transformationsstellen und zur Situation und zukünftigen Ausgestaltung der Schuldekanate berichtet.

Mehr Infos: Ausführliche Berichte sowie alle Beschlüsse und Dokumente zur Tagung finden Sie hier.

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