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Hoffnung statt Ohnmacht

Evangelische Bischöfe aus Baden-Württemberg im TV-Gottesdienst

Ein SWR-Fernsehgottesdienst hat sich am 28. Februar in Pforzheim mit dem Thema „Erinnern – klagen – hoffen“ in Zeiten der Pandemie beschäftigt. 

Albrecht Fietz / Pixabay

In der Thomaskirche predigten die evangelischen Landesbischöfe Dr. h. c.  Frank Otfried July (Württemberg) und Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh (Baden) im Dialog. Vier Menschen berichteten dabei, wie das vergangene Jahr ihnen persönlich zugesetzt hat: ein Schüler, eine Geflüchtete, ein Intensivmediziner und eine Angehörige, die ihren Vater in der Weihnachtszeit durch Corona verloren hat.

Gottes Hand hält uns fest

„Corona zehrt an unseren Nerven und lässt uns mit dem Gefühl zurück: Wir sind ohnmächtig ausgeliefert; wir können so wenig tun“, resümierte Cornelius-Bundschuh. Viele Menschen fragten sich: „Woher nehmen wir in dieser Bedrängnis die Hoffnung und die Kraft zum Leben?“ Dabei helfe es, dass sich Menschen von der Not nicht bannen, nicht gefangen nehmen lassen. „Auch wenn wir das Gefühl haben, ganz allein zu sein, auch wenn wir keinen Ausweg sehen, hält uns die Hand Gottes fest und macht uns Mut, noch ein wenig Geduld zu haben, mit uns selbst, mit einander und mit Gott“, erklärte der badische Landesbischof. In Jesus Christus sei Gott „bei dem Kellner, der seit Wochen in Kurzarbeit ist, und der nicht weiß, wie lange das Geld für seine Familie reicht. Er sitzt am Abend am Bett, wenn die Enkeltochter an den Großvater denkt, den sie nicht besuchen darf.“

Wie ein Geländer in der Dunkelheit

Für den württembergischen Landesbischof Frank Otfried July sei „Hoffnung, wie wenn jemand in die Dunkelheit hineingreift und plötzlich ein Geländer spürt, Halt findet und den Weg in der Nacht gehen kann.“ An dem Geländer der Hoffnung könnten Menschen auch durch das dunkle Tal gehen. „Wir brauchen so einen Halt in diesen Tagen. Wir Christinnen und Christen halten uns an Gott“, sagte July. Diese Hoffnung treibe und trage den Menschen. Der Mensch könne ihr in kleinen Schritten auf die Spur kommen: „Dort wo ich zum Beispiel nach langer Zeit alte Freunde angerufen habe und wir uns über das Miteinander gefreut haben. Dort, wo mir Gemeindeglieder einen Brief geschrieben haben und erzählen, wie sie in diesen Tagen einsame ältere Menschen betreuen und nicht dem Kreislauf der Resignation und des Ärgers verfallen“, sagte der Landesbischof.

Der Gottesdienst wurde ohne Besucher gefeiert und auf SWR, WDR und BR live übertragen. Er ist in der ARD Mediathek abrufbar.