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Steffen Kern zum neuen Präses des Gnadauer Verbands gewählt

„Es braucht eine neue evangelische Aufbruchsbewegung“

Pfarrer Steffen Kern aus Walddorfhäslach ist zum neuen Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbands gewählt worden. Die Mitglieder-Versammlung des pietistischen Spitzenverbandes hatte am Freitag und Samstag wegen der Corona-Pandemie ausschließlich online getagt. 

Steffen Kern vertritt als neuer Vorsitzender des Gnadauer Gemeinschaftsverbands den Pietismus in der württembergischen Landeskirche.Gnadauer Gemeinschaftsverband

Kern ist Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und Vorsitzender des Evangelischen Gemeinschaftsverbands Württemberg „Die Apis“. Er ist Mitglied der Württembergischen Evangelischen Landessynode und der EKD-Synode. In einem Impulsreferat warb er für „eine neue evangelische Aufbruchsbewegung.“ Deren Kennzeichen seien unter anderem eine „Christus-Leidenschaft“, eine Liebe zu Bibel und Gebet sowie Mission und Diakonie, außerdem ein weltzugewandter Glaube: „Die Schöpfung zu bebauen und zu bewahren ist ein Menschheitsauftrag. Das heißt auch, Leben zu schützen, für Schwache und Bedürftige einzutreten und die Würde des Menschen zu achten.“ Dies gelte in Fragen der Medizinethik genauso wie bei der Rettung von Menschen auf der Flucht.

Im Pietismus verwurzelt

„Mit Steffen Kern haben wir einen neuen Präses gewonnen, der in der EKD zuhause, im Pietismus verwurzelt und in der Gnadauer Gemeinschaftsbewegung bestens bekannt und geschätzt ist“, so der stellvertretende Vorsitzende Matthias Frey. Kern werde den eingeschlagenen Weg der Erneuerung der Gemeinschaftsbewegung konsequent fortsetzen: „Steffen Kern verfügt über sehr gute Führungsqualitäten, er vertritt unser missionarisch-diakonisch Herzensanliegen und genießt ein breites Vertrauen in der Vielfalt Gnadaus.“

Kern war der einzige Kandidat für die Nachfolge von Michael Diener und erzielte eine Zustimmung von nahezu 100 Prozent (bei einer Enthaltung). Michael Diener, der dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört und nach elf Jahren im Amt nicht mehr für das Präsesamt kandidierte, war bereits im September verabschiedet worden.

Der Evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband versteht sich als freies Werk innerhalb der evangelischen Kirche. Mit etwa 90 Mitgliedswerken, Verbänden und theologischen Ausbildungsstätten ist er nach eigenen Angaben die größte eigenständige Bewegung innerhalb der EKD. Der Verband repräsentiert die Pietisten in Deutschland. Seine Ursprünge reichen bis in das Jahr 1888 zurück.

(Mit Material von epd)