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Trauer um badischen Alt-Landesbischof Fischer

Landesbischof July: "Ein Mann ohne Visier"

Der badische Alt-Landesbischof Ulrich Fischer.Evangelische Landeskirche in Baden

Der frühere Badener Landesbischof Ulrich Fischer ist am 21. Oktober im Alter von 71 Jahren gestorben. Landesbischof July würdigt den badischen Alt-Landesbischof als offenen und spontanen Menschen, der in der badischen Kirche und in der EKD der Verkündigung des Evangeliums gedient habe. 

Landesbischof Frank Otfried July.Archivfoto: Gottfried Stoppel/elk-wue.de

Landesbischof  July spricht der badischen Landeskirche und Fischers Familie sein Beileid aus: „Die evangelische Landeskirche in Württemberg und ich persönlich trauern um Ulrich Fischer." Beim Antritt seiner Bischofsamtes im Jahre 2005 habe Fischen ihn herzlich begrüßt, und bei vielen Begegnungen hätten sie über die kirchlichen Fragestellungen in Baden-Württemberg gesprochen. 

„Man wusste, woran man bei ihm war“ 

„Ulrich Fischer war ein offener und spontaner Mensch“, sagt July. „Er hat kein Visier getragen, konnte seiner Freude aber auch seinem Ärger deutlich Ausdruck geben. Man wusste, woran man war.“ Sein Dienst, auch in der EKD, habe in allem der Verkündigung des Evangeliums dienen sollen. „Darin fühlte und fühle ich mich ihm verbunden. Meine Anteilnahme gilt seiner Frau Brigitte und der ganzen Familie. Die Gnade unseres auferstandenen Herrn möge sie begleiten."

„Stets heiter und den Menschen zugewandt“

Fischer erfuhr breite Würdigung. So sagt etwa der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann über Ulrich Fischer: „Wer dem früheren badischen Landesbischof begegnen durfte, konnte ihn stets als heitere und den Menschen zugewandte Persönlichkeit erleben. Ein prägendes Thema seines bischöflichen Wirkens war die Bewahrung der Schöpfung und eine nachhaltige Lebensweise - ein Anliegen, das ihn schon früh und vorausschauend bewegte und das heute dringlicher denn je ist.“

Über Ulrich Fischer

Ulrich Fischer wurde am 11. Februar 1949 in Lüneburg geboren und war früh im Kirchen- und Posaunenchor sowie bei den christlichen Pfadfindern aktiv. Nach dem Theologiestudium und der Promotion arbeitete er als Pfarrer, Landesjugendpfarrer und Dekan. 1998 wurde Fischer zum Bischof gewählt und 2009 in den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Er war unter anderem Vorsitzender des Aufsichtsrats beim Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP). Von 2003 bis 2013 hatte er zudem den Vorsitz der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in der EKD inne. 2011 arbeitete Fischer als Vertreter der evangelischen Kirche in der Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“ der Bundesregierung mit und ging 2014 in den Ruhestand. Im Ruhestand übernahm er den Vorsitz des Vertrauensrats der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste und wurde Vorsitzender des Evangelischen Posaunendiensts in Deutschland.