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Fromm, fröhlich, pandemiegerecht

Aus der interkommunalen Gartenschau sind drei Remstaler Kirchenangebote unter freiem Himmel entstanden

Waiblingen/Schorndorf/Schwäbisch Gmünd. Zwei Millionen Gäste besuchten die Angebote der Remstalgartenschau im vergangenen Jahr. Die Kirchen, die sich an der Schau beteiligt hatten, erhalten einige Angebote weiter aufrecht und laden unter freiem Himmel zum Erleben, Genießen, Nachdenken und Glauben ein: vom biblischen Weinwanderweg über den #entdeckerweg bis „Pilgern im Remstal“.

Pilgern im Remstal. Zu allen Jahreszeiten schön.Matthias Lutz / Pilgern im Remstal

Der biblische Weinwanderweg

"Es ist das Beste, was man in Corona-Zeiten machen kann", empfiehlt Pfarrer Rainer Köpf den biblischen Weinwanderweg seiner Kirchengemeinde in Beutelsbach, an dem sich auch die katholische Kirche beteiligt habe. Der 6,8 Kilometer lange und in zwei Stunden leicht zu bewältigende Weg verläuft durch den historischen Ortskern an markanten Gebäuden wie Stiftskirche, Württemberg-Haus Beutelsbach und typischen Weingärtnerhäusern vorbei bis hoch zu den Drei Riesen. Themenstationen zeigen die Beziehung zwischen Weinanbau und Bibel auf. Zugleich kann man einiges über die Ortsgeschichte erfahren.


Pilgern boomt. Seit Jahren schon. Und auch in Corona-Zeiten sind Pilger unterwegs, vor allem einzeln, nur tageweise und auf regionalen Pilgerwegen. Elk-wue.de stellt in diesem Jahr in unregelmäßigen Abständen Glaubens- und Pilgerwege vor und spricht mit Menschen über ihre Pilgererfahrungen.


Figuren aus Stahl, zumeist entworfen von der Künstlerin Mirjam Weber-Hagenmaier, erweitern das Erlebnis um den künstlerischen Aspekt. Ein Quiz für Kinder gibt es auch. Dass das Projekt von Anfang an breite Unterstützung fand, zeigt sich auch in der Finanzierung. Die Kosten von 53.000 Euro seien komplett über Spenden durch Patenschaften gedeckt, so Köpf, "und dies trotz parallel laufender Kirchensanierung".

"Es ist das Beste, was man in Corona-Zeiten machen kann", sagt Pfarrer Rainer Koepf über den biblischen Weinawanderweg. Stöckle / Pilgern im Remstal

Ab Herbst soll das Angebot noch attraktiver werden. Eine Website ist in Vorbereitung, ein Prospekt wird entwickelt, der bereits an der S-Bahn ausliegen soll, um den Besuchern einen Überblick zu geben. Vier QR-Codes führen zu Informationen in Deutsch und Englisch, zu Musik von Beutelsbachern und einer humorvoll-schwäbischen Führung.

Wer nicht so gerne wandert, fühlt sich auf dem #entdeckerweg wohl, der sich auf überschaubarem Gelände auf einer leichten Anhöhe hinter der Kelter zwischen Grunbach und Geradstetten befindet. Das Projekt wird von den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Remshalden sowie dem Württembergischen Christusbund, CVJM und der Neuapostolischen Kirche getragen.

Wengerterhäusle grüßen auf dem Weg bei SchorndorfSilke Stürmer / Pilgern im Remstal

Der #entdeckerweg

Der Entdeckerweg als eine Mischung aus Kunstpfad, Erlebnis- und Besinnungsweg enthält sieben Sinnbilder mit vielen begehbaren Elementen aus Holz aus dem eigenen Wald. Fragen, ein Text zur Selbstwahrnehmung und ein biblischer Bezug laden zum Nachsinnen ein über Themen wie das Gute im Leben, Hochmut, Erfolg oder Zerbrochenes. Außerdem findet sich der 14 Meter lange Tisch der Gemeinschaft mit Ausblick aufs Remstal, der besonders gerne genutzt werde, sagt Pfarrer Uwe Schaal aus Grunbach.

Auch die Umgebung mit großem Spielplatz, Schauweinberg, Rosenpavillon und Weltgarten des NABU mache den #entdeckerweg zu einem beliebten Ausflugsziel für Jung und Alt. Bis in die erste Jahreshälfte von 2021 könne er noch genutzt werden, danach werde auf dem Gelände ein Kinderhaus gebaut, erläutert der Gemeindepfarrer.

Das Angebot gelte allen. "Wer pilgert, kann fromm sein, muss es aber nicht", sagt Pfarrerin Silke Stürmer. priv. / elk-wue.de

Pilgern im Remstal

Ein sehr gut angenommenes Angebot der Remstalgartenschau sei das Pilgern an sieben Sonntagen gewesen, berichtet Pfarrerin Silke Stürmer. Jetzt gibt es eine individuell nutzbare und damit auch "pandemiegerechte" Neuauflage, verantwortet von der "Kirche im Remstal", die aus den evangelischen Dekanaten Waiblingen, Schorndorf und Schwäbisch Gmünd sowie den katholischen Dekanaten Rems-Murr und Ostalb besteht.

„Pilgern im Remstal“ sei eine individuell nutzbare und damit auch "pandemiegerechte" Neuauflage, sagt Stürmer. Das Angebot lade Jedermann ein. "Wer pilgert, kann fromm sein, muss es aber nicht." Ein Pilgerführer stellt jede der sieben Etappen zwischen Essingen und Remseck mit Karte, Wegbeschreibung und spirituellem Impuls vor. Er enthält einen QR-Code für das Handy mit weiteren Informationen und lädt ein, den Gottesdienst in der Kirche am Startort zu besuchen. Dabei kann man den Pilgersegen empfangen. Einen Pilgerstempel erhält man in der Zielkirche.

Die Broschüre ist bei den Dekanaten und bei den Touristenformationen erhältlich.


Uta Rohrmann (epd)