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Bei Explosion in Beirut auch evangelische Kirche beschädigt

Die massive Detonation hat auch große Schäden in der etwa 4 Kilometer vom Explosionsort entfernten Near East School of Theology (NEST) angerichtet.Dr. Rima Nasrallah

Stuttgart/Beirut. Bei der verheerenden Explosion in Beirut sind auch die Kirche und die Gemeinderäume der Nationalen Evangelischen Kirche von Beirut (NECB) sowie das Gebäude der Theologischen Hochschule (NEST) stark beschädigt worden. Betroffen seien, teilte die „Evangelische Mission in Solidarität“ (EMS) in Stuttgart mit: „Sämtliche Fenster, auch die kostbaren Glasfenster der Kirche, wurden zerstört, einige Decken sind eingestürzt.“ Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gebe es jedoch keine Nachrichten über Verwundete unter den Angehörigen dieser Einrichtungen, sagte ein Sprecher des Missionswerks am Mittwoch. 

Es bestehe jedoch große Sorge um die Auswirkungen der Explosion unter den Mitgliedern der Kirche, von denen viele im Zentrum Beiruts leben, teilte das internationale Missionswerk weiter mit. Pfarrer Habib Badr, Leitender Pfarrer der NECB und Vizepräsident der EMS, habe sein Büro gerade verlassen, als durch die Explosion die Decke dort einstürzte. „Der Schaden und die Zerstörung ist unglaublich“, erklärte der Pfarrer nach der Explosion. Unterdessen erklärte Kirchenrat Klaus Rieth von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, die Landeskirche würde sowohl die Kirchengemeinde als auch die Theologische Hochschule mit einer "Soforthilfe" von je 10.000 Euro unterstützen.

Dr. Rima Nasrallah

Am Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut war es am Dienstag zu einer massiven Explosion gekommen. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur NNA vom Mittwochmorgen kamen dabei mindestens etwa 80 Menschen ums Leben, rund 4.000 wurden verletzt. Die libanesische Zeitung „An-Nahar“ berichtete, dass 2.700 Tonnen Ammoniumnitrat, das im Hafen gelagert war, der Grund für die Detonation waren.

Das Missionswerk erklärte, die aktuellen Entwicklungen kämen zu einer Zeit, in der der Libanon von wirtschaftlicher und politischer Krise, Zahlungsunfähigkeit des Staates, grassierender Armut, Spannungen an der israelisch-libanesischen Grenze und einem starken Anstieg der Covid-19-Infektionen erheblich getroffen sei. „Wir appellieren an alle in der Region, in dieser Situation verantwortlich und im Sinne des Schutzes von Menschenleben zu handeln“, erklärte EMS-Generalsekretär Dieter Heidtmann am Dienstagabend.

Pfarrer Habib Badr, Kirchenrat Klaus Rieth und Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July im September 2018. Oliver Hoesch/elk-wue.de

Im vorvergangenen September hatte Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July mit einer kleinen Delegation die NECB besucht, Pfarrer Badr war auch schon oft Gast der Landeskirche, hat auch schon vor der Landessynode gesprochen. Die Evangelische Landeskirche in Württemberg ist darüber hinaus mit der NECB über die  „Evangelische Mission in Solidarität“ (EMS) mit mehreren kirchlichen Einrichtungen im Libanon eng verbunden. Kirchenrat Klaus Rieth ist Präsident der EMS. Die Nationale Evangelische Kirche von Beirut (NECB) ist eine EMS-Mitgliedskirche. Die Near East School of Theology (NEST) gilt als wichtigste theologische Ausbildungsstätte der evangelischen Kirchen im Nahen Osten.

elkwue.de mit epd


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Videoaufnahmen in der Ev. Kirche von Beirut

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