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Im Sport nimmt man sich selbst als Geschöpf wahr

Neuer landeskirchlicher Sportbeauftragter Philipp Geißler ins Amt eingeführt

Der 44jährige Pfarrer Philipp Geißler tritt am 1. Oktober sein neues Amt als landeskirchlicher Sportbeauftragter an. Er wird die Vernetzung zwischen Kirche und Sport im Land intensivieren, Ansprechpartner für sportpolitische Themen und Sportverbände sein, Sportseelsorge leisten und große Sportereignisse in Baden-Württemberg begleiten. Er wird sich aber auch um kirchliche Sportaktivitäten kümmern, zum Beispiel den Konfi-Cup. 

Philipp Geißler (rechts) übernimmt den Stab von seinem Vorgänger Volker Steinbrecher.David Groschwitz

Geißler freut sich darauf, in seiner neuen Aufgabe „vielen Menschen zu begegnen, die sich bereits in Kirche und Sport beheimatet fühlen“. Schon vor seinem offiziellen Dienstbeginn habe er die schöne Erfahrung gemacht, dass ihm viele Ansprechpartner aus den Sportbünden, dem Evangelischen Jugendwerk sowie aus den anderen Kirchen in Baden-Württemberg mit großer Freude entgegengekommen seien. Und er habe schon einige Ideen, wie man gemeinsam Themen wie Integration, Inklusion und Ökumene voranbringen könne. Dabei möchte er auf der Grundlage des gemeinsamen Thesenpapiers „Gemeinsame Zeichen setzen“ aufbauen. Auch möchte er „seine Gaben als Seelsorger“ in die Arbeit einbringen.

Sport ist für Philipp Geißler mehr als nur Bewegung. Er lasse sich auch mit wichtigen Lebensthemen und Integration bestens verbinden, sagt der Pfarrer und Sportbeauftragte der Landeskirche.privat

„Im Sport lerne ich, mir im Angesicht der eigenen Begrenztheit liebevoll zu begegnen. Man nimmt sich im Sport, idealerweise in der freien Natur, selbst in Erfolg und Scheitern als Geschöpf wahr. Das verbindet für mich den Sport mit dem Glauben“, sagt Geißler, der selbst als Kletterer sportlich unterwegs ist.

Sport und Bewegung gehören zum Menschsein

Oberkirchenrat Prof. Dr. Ulrich Heckel betont die Bedeutung des Sports: „Sport und Bewegung gehören zum Mensch-Sein! Die Württembergische Landeskirche fördert deshalb seit vielen Jahren sowohl in ihrer kirchlichen Sportarbeit als auch in Kooperationen mit dem Württembergischen Landessportbund ehrenamtliches Engagement für Spiel und Bewegung. Ich wünsche Herrn Geißler, dass er die Wege, die er im Rahmen seines Auftrages geht, ‚mit Gott‘ geht; denn wie Sören Kierkegaard sagen würde: Wenn man mit Gott geht, so geht man nicht nur behütet, sondern auch mit einem achtsamen Blick für die Menschen, denen man begegnet.“

Grundwerte erhalten

Auch Andreas Felchle, Vorsitzender des Württembergischen Landessportbundes, begrüßt die Besetzung des Sport-Pfarramtes: „Ich freue mich sehr, dass die Evangelische Landeskirche in Württemberg nun die Stelle des Sportbeauftragten mit Philipp Geißler besetzt. Denn Kirche und Sport stehen in diesen Zeiten gemeinsam vor der großen Aufgabe, die Grundwerte des Zusammenhalts und der freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung zu erhalten.“

Zuletzt war das Sonderpfarramt Sport bis 2011 mit Kirchenrat Volker Steinbrecher besetzt. Seither hat das jeweils zuständige Referat des Evangelischen Oberkirchenrats zusammen mit Ehrenamtlichen übergangsweise die Aufgaben wahrgenommen.   

Neue Steuerungsgruppe von Kirche und Sport

Zeitgleich nimmt auch die neue Steuerungsgruppe von Kirche und Sport in Baden-Württemberg ihre Arbeit auf. Die Landeskirchen und Diözesen, der Landessportverband und die Sportbünde setzen damit ein wichtiges Zeichen für die Stärkung von Ehrenamt und Integration. Durch ihr weitverzweigtes Netzwerk aus Kirchengemeinden und Vereinen erreichen sie eine Vielzahl ganz verschiedener Menschen und engagieren sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Über Philipp Geißler

Geißler wurde 1976 in Nürtingen geboren und studierte in Tübingen und im brasilianischen São Leopoldo Theologie. An das Vikariat in Grabenstetten schloss sich ein zweijähriges Sondervikariat Seelsorge am Diakonieklinikum Stuttgart an. Danach wechselte er im Frühjahr 2010 auf die Pfarrstelle in Feldstetten (Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen). Er ist verheiratet und engagiert sich in der Notfallseelsorge.